Review: Yasha: Legends of the Demon Blade

Obwohl das historische Japan als Setting lange Zeit nur ausgewählten Videospielserien oder allenfalls gelegentlich größeren Titeln vergönnt war, ist das Land der aufgehenden Sonne wie in Yasha: Legends of the Demon Blade im Moment prominenter denn je zuvor vertreten.

Im Grunde ist die Geschichte von Yasha: Legends of the Demon Blade schnell erzählt. Während der Edo-Zeit tauchen in Japan reihenweise Dämonen auf, die wir mit geballter Schwertkraft zurückstoßen müssen. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Rückblenden in die Vergangenheit unserer Spielfigur, doch wird die Erzählung sehr rudimentär über durchschnittliche Dialoge mit lahmen Charakterporträts vorangetrieben. Zu Beginn des Abenteuers dürfen wir uns immerhin entscheiden, in welche Rolle wir überhaupt schlüpfen wollen. Hierbei stehen uns insgesamt drei Helden zur Auswahl. Entweder übernehmen wir die Kontrolle über die Kunoichi Shigure, die Abgesandte Sara oder den Samurai Taketora. Um den drohenden Kollaps abzuwehren, bekämpfen wir nach und nach die auftauchenden Dämonen im Land der aufgehenden Sonne. Das Gameplay ist dabei ebenso einfach gestrickt. Auf der einen Seite eignet sich der Titel daher vor allem für Hack-and-slay-Neulinge, doch auf der anderen Seite könnte dies aufgrund des schmalspurigen Kampfsystems durchaus anöden. So hauen wir durchweg auf nur wenige Knöpfe, um unsere Aktionen auszuführen. Schnelle wie heftige Angriffe, Spezialattacken zum Unterbrechen gegnerischer Manöver und Ausweichrollen – mehr braucht es nicht zu wissen, um in Yasha: Legends of the Demon Blade einzutauchen.

Der Tod ist nur der Anfang

Wäre all das noch zu verkraften, brechen repetitive Spielmechaniken dem Titel das Genick. Stirbt unsere Spielfigur, so wird diese an einem Shintō-Schrein wiederbelebt. Alle Monster, die wir bis dahin besiegen, füllen unser Konto mit einer Art Geisteressenz auf. Diese können wir am Schrein in neue Fähigkeiten oder Attribute investieren, wie zum Beispiel eine verlängerte Lebensenergie oder eine zusätzliche Ausweichrolle. Im Dorf können wir mit gefundenen Schwertzieraten und besagter Essenz beim Schmied neue Waffen fertigen lassen oder diese aufwerten. Nach und nach werden wir so immer stärker und kommen im Spiel theoretisch auch schneller voran. Ähnlich wie in Demon’s Souls und Co werden mit unserer Wiedergeburt aber auch alle Gegner inklusive Bossgegner ins Leben zurückgeholt. Das heißt, dass wir jedes Mal aufs Neue den kompletten Weg ablaufen müssen, um zu dem Punkt zu gelangen, an dem wir abgekratzt sind. Wir können euch sagen, dass genau dieses Element darüber entscheidet, ob ihr Spaß mit Yasha: Legends of the Demon Blade haben werdet. Könnt ihr euch für diese an Rogue-like-Spiele orientierten Mechaniken nicht erwärmen, solltet ihr unbedingt die Finger vom Spiel lassen, da es euch so zu wenig Spaß machen könnte.

Stolpersteine auf dem Weg zum Ziel

Letzteres lieg wohl auch an den magischen Kugeln, die wir während unserer Reise aufklauben können. Diese verändern oder verbessern unseren persönlichen Spielstil, wodurch auch die Schwierigkeitsstufe schwanken kann. Gerade bei den Bossgegnern fallen uns eklatante Unterschiede im Härtegrad auf. Dies sorgt also dafür, dass wir womöglich mehrere Anläufe und zudem etwas Glück brauchen, bis wir wieder ähnlich weit kommen. Trotz des immer gleichen Trotts lässt sich Yasha: Legends of the Demon Blade grundsätzlich aber gut bedienen. Jede Eingabe wird problemlos erkannt. Allzu hektisch wird es im Spiel zudem selten, weshalb wir immer genügend Möglichkeiten sehen, gegnerischen Attacken auszuweichen. Das Design der Dämonen ist durchaus gelungen, zumal sie unterschiedliche Bewegungs- und Angriffsmuster vorweisen. Sowohl Nah- als auch Fernkämpfer sowie Flächenangriffe sind möglich, wodurch der Titel zumindest in dieser Disziplin erfreulich abwechslungsreich bleibt. Bis auf die starren Charakterporträts und die mauen Zwischensequenzen sieht das Spiel optisch aber recht schick aus und wird mit den passenden wie japanisch anmutenden Klängen gut unterlegt. Dennoch kann der teils putzige Anime-Look nicht über die Defizite hinwegtäuschen. Yasha: Legends of the Demon Blade befindet sich nur im Mittelfeld und kann aus diesem nicht ausbrechen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Japan als Setting in Videospielen ist für mich eigentlich immer mit Neugier verbunden – und so verhält es sich auch mit Yasha: Legends of the Demon Blade. Ich musste das Spiel unbedingt ausprobieren. Beim Spielen fallen mir jedoch sowohl positive als auch negative Aspekte auf, die nicht so wirklich auf einen Nenner kommen wollen. Auf der Habenseite mag ich den Zeichenstil und zuweilen auch die flotte wie gute Spielbarkeit. Da verzeihe ich auch gerne, dass die Story zu kurz kommt und mich nicht wirklich hinterm Ofen hervorlockt. Da gibt es Punkte, die mich deutlich mehr stören. Hierbei ist vor allem das ständige Neubeginnen etwas, was mir bitter aufstößt. Sobald meine Spielfigur stirbt, darf ich alles von Vorne machen. Es gibt zwar ein paar permanente Verbesserungen, wodurch der Titel tendenziell leichter wird, aber trotzdem durchlaufe ich so immer und immer wieder ähnlich aufgebaute Areale, bekämpfe die gleichen Gegnerhorden und dieselben Bossgegner in einer festgelegten Abfolge. Auf Dauer ist mir das einfach zu wenig, um mich bei Laune zu halten, zumal in puncto Schwierigkeitsgrad auch eine Prise Glück dazu gehört. So kann ich Yasha: Legends of the Demon Blade nur dann empfehlen, wenn ihr etwas mit solchen Mechaniken anfangen könnt. Andernfalls greift ihr lieber zu Alternativen!

Vielen Dank an 7Quark für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yasha: Legends of the Demon Blade!

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