Review: Ranma ½ – New Edition (Band 7)

Nach den turbulenten Geschehnissen im sechsten Band der New Edition von der humorvoll inszenierten Manga-Reihe ging Ranma ½ in der siebten Ausgabe im September 2023 in die nächste Runde. Dabei knüpft die Geschichte an die bisherige Entwicklung an. Das heißt, dass es im Auftakt des siebten Bandes nach wie vor um die Rückkehr des Direktors der Furinkan-Oberschule geht. Mit unorthodoxen Methoden will er den Oberschülern Disziplin beibringen. So sind Protagonist Saotome Ranma und Co nach wie vor auf der Suche nach einer ominösen Kokosnuss. Wer diese in die Finger bekommt, kann die neuen Schulregeln gerade noch abwenden – blöd nur, dass Ranma in die Falle getappt und inzwischen gefesselt ist. Sein Zopf ist für den Direktor ein Dorn im Auge, weshalb dieser einen Rasierer zückt. Entsprechend überdreht ist die Darstellung des Charakters, der selbst für Ranma-½-Verhältnisse aus dem Raster fällt. Mit den folgenden Geschichten fühlt sich der siebte Band eher nach dem an, was Manga-Fans von Künstlerin Takahashi Rumiko erwarten. Im Gegensatz zu den vorherigen sechs Ausgaben gibt es diesmal überraschenderweise keinen Auftritt eines neuen Charakters. Schlimm ist dies aber nicht, denn mit dem bereits etablierten Figurenensemble gibt es massenweise Gelegenheiten, über den alltäglichen Wahnsinn im Herzen von Tōkyō zu berichten.

Kraftlos durch den Schulalltag

Beispielsweise ist die chinesische Amazone Shanpū dermaßen in Ranma verliebt, dass sie ihm eine magische Seife bestellt hat. Diese soll verhindern, dass er sich bei Berührung mit kaltem Wasser in eine Frau verwandelt. Natürlich hat sie dabei den nicht uneigennützigen Gedanken, dass sich Ranma aufgrund dieses Geschenks doch noch in sie verlieben wird. Allerdings ist es nicht Ranma, der von der Seife profitiert, sondern sein engster Rivale Hibiki Ryōga. Dieser wittert daraufhin seine Chance, seiner geliebten Tendō Akane seine Gefühle zu gestehen. Für Ranma ist dies ein Dorn im Auge. Shanpū interpretiert dies hingegen als eine Möglichkeit, die beiden näher aneinander zu schweißen, damit sie freie Bahn hat. Aus unterschiedlichen Gründen arbeiten Shanpū und Ranma zusammen, um an die Seife zu kommen, was für den Leser durchaus erheiternd ist. Es zeigt sehr gut, wie schnell sich Charakterkonstellationen in Ranma ½ ändern können, was stets für frischen Wind sorgt. Im zweiten großen Handlungsstrang des siebten Bandes verliert Ranma wegen des zornigen Happōsai seine ganzen Kräfte. Dies macht ihn zur perfekten Zielscheibe für jedweden Kontrahenten, sodass er mit Hilfe von Koron eine neue Kampftechnik erlernen muss, um im Angesicht vieler Gefahren des Schulalltags überleben zu können. Liebe, Action und Humor – mit diesem Band wird jeder Fan glücklich sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Eric Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem mich der sechste Band von Ranma ½ eher enttäuscht zurückgelassen hat, bin ich von der siebten Ausgabe wieder hellauf begeistert. Den Charakter des nervigen wie überdrehten Direktors der Furinkan-Oberschule hätte sich Zeichnerin Takahashi Rumiko getrost sparen können, doch kommt dieser zum Glück ja nur in wenigen Kapiteln vor. Viel besser gelungen sind da schon die Geschichten um die magische Seife, die verhindern soll, dass sich Ranma bei jeder Berührung mit kaltem Wasser in eine Frau verwandelt, und den Kraftverlust, was das Erlernen einer neuer Kampftechnik zur Folge hat. Verwirrungen, Verwechslungen, Liebesgeständnisse, Neckereien, Schlagabtausche und Co erwarten hier den Leser, der in einem überraschend hohen Tempo durch den Manga blättern wird, so gut und flüssig sind die Handlungsstränge diesmal inszeniert. Nur eine neue Figur, welche die Charakterkonstellation noch komplizierter machen würde, hat sich die Autorin diesmal gespart. Dennoch würde ich nun fürs Erste behaupten, dass der sechste Band eine Ausnahme war und der Manga schnell zu alter Kraft zurückgefunden hat.

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