Review: Aliens: Die Rückkehr

Nachdem Ridley Scott im Jahr 1979 mit dem Film Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt erfolgreich Science-Fiction- und Horrorfilm verbunden hatte, versuchte sich James Francis Cameron 1986 mit Aliens: Die Rückkehr an einem actionreicheren Nachfolger.

Obwohl schon in den frühen 1980er-Jahren über eine Filmfortsetzung zu Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt nachgedacht wurde, dauerte es sieben Jahre, bis eine Filmfortsetzung realisiert wurde. Anstatt das erdachte Konzept des Filmseriendebüts mit seinen durchaus passablen Horror-Elementen fortzuführen, drehte Regisseur James Cameron den Anteil an Schockmomenten und psychologischen Tricks wesentlich zurück. Stattdessen legte der Filmemacher, auf dessen Konto wenige Jahre zuvor der erste Teil der Terminator-Reihe ging, seinen Fokus auf die Action. Dementsprechend dürfte es wenig verwunderlich sein, dass der englische Originaltitel des Debüts für die Fortsetzung clever pluralisiert wurde. Für den deutschen Filmtitel kam ein wenig innovativer Untertitel hinzu. Aliens: Die Rückkehr führt die Geschichte des Vorgängers nahtlos fort, wobei sich Cameron, der auch das Drehbuch verfasst hat, sich einfachen Mitteln des Science-Fiction-Genres bedient hat. Hauptfigur Ripley, abermals gespielt von Susan Alexandra „Sigourney“ Weaver, hat sich in den Kälteschlaf begeben. Seither treibt ihr Raumgleiter planlos im Weltall umher. Ein Glück, dass durch Zufall ein Rettungstrupp auf ihr Raumschiff aufmerksam wird und sie befreit – nach 57 Jahren. Für die Filmhandlung ist dies in den folgenden 137 Minuten von entscheidender Bedeutung.

Pluralisiertes Alien-Grauen

In Aliens: Die Rückkehr ist Ripleys Karriere am Ende, denn durch die Sprengung des Raumschiffs Nostromo, um die titelgebende außerirdische Lebensform zu vernichten, hat sie ihrem Arbeitgeber hohen finanziellen Schaden zugefügt. Beweise hat sie nicht. Darüber hinaus erfährt sie, dass auf dem Exomond LV-426, auf dem der womöglich erste Kontakt zwischen Mensch und Alien stattgefunden hat, seit zwei Jahrzehnten inzwischen besiedelt ist. Als zufällig die Verbindung zu den dortigen Siedlern abbricht, steht für die Betreibergesellschaft fest, dass Ripleys Geschichte wohl doch der Wahrheit entsprechen könnte. Deshalb entsendet die Betreibergesellschaft unter Leitung von Carter Burke insgesamt elf Marines, den Androiden Bishop und nicht zuletzt Ripley, um der Sache auf den Grund zu gehen. Auf der Oberfläche des Exomondes angekommen, muss das Team eine erschreckende Entdeckung machen. Von menschlichem Leben fehlt nahezu jede Spur und innerhalb der Siedlung scheint das Chaos ausgebrochen zu sein. Schnell steht fest, dass Aliens für die Situation verantwortlich sind und nicht davor zurückschrecken, auch das mit Flammen- und Raketenwerfern, Gewehren und Granaten, sprich bis an die Zähne bewaffnete Team um Ripley gnadenlos zu jagen. Wer den Vorgänger gesehen hat, der weiß, dass die Aktien für die Helden nicht gerade gut stehen.

Lobenswerter Director’s Cut

Aliens: Die Rückkehr ist ein Film, der wirklich langsam beginnt. Nach der spannenden Enthüllung, wie viel Zeit verstrichen ist und zunächst im Sande verlaufender diplomatischer Gespräche zwischen Ripley und der Betreibergesellschaft, dauert es tatsächlich eine Dreiviertelstunde, bis das als Actionfilm konzipierte Werke von Cameron ein wenig Fahrt aufgenommen hat. Genrefans attestierten in den späten 1980er-Jahren, dass sie es hier mit einem der besten Actionfilme aller Zeiten zu tun hätten. Durchaus ist die Action gerade in der zweiten Filmhälfte omnipräsent, aber zu schnelle Schnitte und zu hastig verwischte Effekte mindern sie zugleich wieder ab. Hier gibt es tatsächlich nur wenige Highlights zu bestaunen, auch wenn die Konfrontation mit den Aliens nicht ganz so steif wie im ersten Teil verläuft. Für die Musik, die gerade bei Actionszenen zur Geltung kommt, zeichnet sich der 2015 verstorbene Komponist James Roy Horner verantwortlich. Bild und Musik ergeben eine stimmige Einheit, auch wenn gerade der Ton altersbedingt etwas abfällt. Wenige Jahre nach der Uraufführung entstand 1991 darüber hinaus ein Director’s Cut. Diese Schnittfassung erweitert den Film um ganze 16 Minuten mit sinnvollen Szenen, welche Hauptfigur Ripley in ein neues Licht rücken. Wer die Wahl hat, schaut sich Aliens: Die Rückkehr besser gleich im Director’s Cut an.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich mir erst kürzlich Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt angeschaut habe, hat es nicht lange gedauert, bis ich auch dem Nachfolger Aliens: Die Rückkehr endlich nachholen musste. Während ich beim ersten Teil durchweg bei Laune gehalten wurde, auch wenn ich mir mehr Auftritte des Aliens gewünscht hätte, stellt sich bei mir bei der Fortsetzung schon schnell eine Sättigung ein. Bitte nicht falsch verstehen: Die Konfrontation mit den Aliens fühlt sich weniger steif wie noch im Debüt an, aber die Kreaturen kommen nun fast schon inflationär zum Einsatz und können bei mir nicht so richtig ihre Wirkung entfalten, da die Szenen für meinen Geschmack viel zu hektisch geschnitten und die Bewegungen der Aliens abgehakt sind. Darüber hinaus sind die meisten Charaktere platte Figuren, die nur aus Eigensinn handeln, Schusswaffen frönen oder die Realität im Rahmen der Filmwelt vollkommen aus den Augen verloren haben. Das ist mir trotz des Genres einfach viel zu anstrengend. Für mich bleibt der Film daher recht durchschnittlich. Wer jedoch keinen so hohen Anspruch an Actionfilme hat, wird mit Aliens: Die Rückkehr gerade im Director’s Cut aber mindestens zweieinhalb Stunden Freude haben.

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