Science-Fiction ist ein Filmgenre, das die Menschheit schon fast seit Anbeginn der Filmgeschichte begeistert. 1979 bekam Regisseur Ridley Scott die Gelegenheit, Science-Fiction mit Horror zu kombinieren. Geboren war Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt.
Deutsche Filmtitel haben schon immer die seltsame Angewohnheit gehabt, dass sie mit einem zusätzlichen, aber vor allem unnötigen Untertitel ausgestattet wurden. So geschah es auch bei dem im Original schlicht Alien genannten Horror-Science-Fiction-Film. Als wäre es nicht ohnehin schon klar, dass es um eine außerirdische Lebensform geht, wird mit einem Fingerzeig darauf hingewiesen, dass es sich natürlich um ein unheimliches, gar bedrohliches Wesen von einem weit entfernten Ort handelt. So weiß der Zuschauer schon vor Beginn des Films, auf was er sich einstellen kann. Abgesehen von dieser wenig cleveren Entscheidung entwickelt sich die Handlung langsam und trotz aller Vorhersehbarkeiten spannend. Im Mittelpunkt der Story von Alien steht die Besatzung des Raumschiffs Nostromo, die eigentlich noch zehn weitere Monate auf dem Weg zur Erde sein sollte. Dennoch werden die sieben Crewmitglieder frühzeitig vom Mutter genannten Bordcomputer geweckt, da in der Nähe der Route ein Notsignal erfasst wurde. Ripley, Dallas, Ash, Brett, Kane, Lambert und Parker beschließen, dem Notruf nachzugehen. Sie landen auf einem Mond und entdecken dort ein nicht irdisches Raumschiff. Es zeichnet sich eine düstere wie beklemmende Szene ab, in der Kane von einem Alien-Parasiten angegriffen wird, der sich flächendeckend auf seinem Gesicht festkrallt.
Leben und Sterben auf der Nostromo
Der Zuschauer muss nicht hellsehen können, um sich auszumalen, was als nächstes geschieht. So werden sämtliche Sicherheitsprotokolle missachtet und dem Alien gelingt es, sich auf der Nostromo auszubreiten. Im Kern geht es im circa 117-minütigen Streifen vor allem darum, dass sich die Besatzung der Nostromo einen Plan überlegt, das Alien loszuwerden. Dies klingt jedoch leichter als es in Wahrheit ist, denn bei der außerirdischen Lebensform handelt es sich um einen unfassbar intelligenten Killer. Entsprechend schrumpft die Besatzung des Schiffs schrittweise auf ein Minimum. Der Zuschauer fiebert dabei regelmäßig mit, da jedes Crewmitglied das nächste sein kann. So mancher Tod ist dabei sehr vorhersehbar, doch gibt es im Film auch überraschende Wendungen. Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, doch scheint es beim Kontakt mit dem Alien keine Zufälligkeiten zu geben. Da es sich bei der Besatzung um Techniker und Wissenschaftler handelt, fühlt sich die Story darüber hinaus im Rahmen des Genres wesentlich glaubhafter an. Es sind keine ausgebildeten Soldaten, sondern Menschen, die um ihr Leben fürchten, aber dennoch ihren Mut zusammennehmen müssen, um sich dem Alien erwehren zu können. Darüber hinaus handelt es sich bei Ripley um eine Frau, was in Anbetracht ihrer Rolle selbst in den späten 1970er-Jahren noch ein Novum war.
Atmosphärischer Horror mit „veralteten“ Tricks
Zu sehen als Ripley ist die Schauspielerin Sigourney Weaver, die mit ihrer Figur Geschichte schrieb und eine toughe Frau im Kampf gegen das Alien zeichnete, was ihr den Status einer Actionheldin einbrachte. In einer weiteren und für den Film nicht unerheblichen Rolle ist Ian Holm Cuthbert als Wissenschaftsoffizier Ash zu sehen, der sich allen geltenden Regeln auf der Nostromo entziehen will. Auch die inzwischen verstorbenen Darsteller Harry Dean Stanton als Brett, John Vincent Hurt als Kane und Yaphet Frederick Samuel Kotto als Parker haben zum Erfolg des Films beigetragen. Trotz des Alters ist das Bild von Alien auf der Blu-ray Disc ordentlich. Lediglich ein paar der Spezialeffekte, selbst die handwerklichen Tricks, sind ein halbes Jahrhundert später nicht mehr ganz so ansehnlich. Hinzu kommt der Umstand, dass das von Hans Rudolf Giger entworfene Alien bis auf eine Ausnahme am Ende nie gänzlich im Bild zu sehen ist. Hier spielt der Film mit der Fantasie des Zuschauers. Für den Soundtrack zeichnet sich hingegen Komponistenlegende Jerrald „Jerry“ King Goldsmith verantwortlich. Die dichte Atmosphäre profitiert maßgeblich vom Sounddesign. Zum 25-jährigen Jubiläum des Films erschien Anfang der 2000er-Jahre noch ein Director’s Cut, den Regisseur Ridley Scott aber nie abgesegnet hat. Somit bleibt die Kinofassung von Alien die definitive Version.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es hat ewig gedauert, bis ich dem Horror-Science-Fiction-Film Alien: Das Unheimliche Wesen aus einer fremden Welt seine wohlverdiente Chance gegeben habe. Der Streifen aus dem Jahr 1979 erzählt eine langsame, aber im Rahmen des Genres glaubhafte wie spannende Geschichte. Zuweilen ist diese vorhersehbar, aber da keiner der Techniker und Wissenschaftler auf dem Raumschiff Nostromo sich wirklich sicher fühlen darf, kann es im Film tatsächlich jeden als nächstes treffen. Mit dem Kampf gegen das Alien wird zwar keine innovative Geschichte erzählt, aber sie legt den Grundstein für eine ganze Filmreihe. Persönlich finde ich es etwas schade, dass das Alien zu fast keinem Zeitpunkt mit seinem ganzen Körper zu sehen ist und auch ansonsten recht selten in Erscheinung tritt. Das Design von Hans Rudolf Giger war damals so ikonisch, dass das Alien bis heute in der Populärkultur fest verankert ist. Zwar wurde Alien sicher von Star Wars und Star Trek geprägt, aber auch andersherum hat Ripleys Film weitere Werke der Populärkultur wie zum Beispiel Nintendos Metroid-Reihe inspiriert. Alleine schon aus diesem Grund sollten Science-Fiction-Fans Alien genauso wie ich eine Chance geben.