Review: One Piece: Box 36 (Episoden 1026–1050)

Während zwischen der 34. und der 35. Serienbox der Anime-Serie One Piece bei der Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum ein Jahr lag, verkürzte sich die Wartezeit auf das 36. Episodenpaket mit sechs Monaten nur unwesentlich. Am 16. Mai 2025 ging es endlich weiter!

Obwohl der Handlungsstrang im von Japan inspirierten Inselreich Wa no Kuni schon gefühlt Ewigkeiten andauert, nehmen die Kämpfe auf Onigashima kein Ende. An allen Fronten wird gekämpft. So haben sich die Strohhutpiraten und die Roten Schwertscheiden sowie ihre Verbündeten quer über das Areal verteilt. Getrennt voneinander geben sie aber keineswegs auf – Not macht eben erfinderisch. Es ist allerdings deutlich zu spüren, dass die Helden auf Onigashima auf ihre bisher stärksten Gegner treffen. Entsprechend ziehen sich einige Auseinandersetzungen über etliche Episoden hin. Schlimm ist das aber nur in Ausnahmefällen, denn gerade in puncto Zeichenstil, dem sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken dürfte, drehen die Kämpfe bis zum Anschlag auf. Inzwischen haben sich die Roten Schwertscheiden von der Schädelkuppel zurückgezogen, um ihren Herrn Kōzuki Momonosuke im ganzen Wirrwarr zu finden und zu beschützen. Kurozumi Kanjūrō, ehemals ein treuer Weggefährte, hat die Samurai verraten und plant Momonosuke mit perfiden Mitteln zu töten. Das müssen sie unter allen Umständen verhindern. Schon an dieser Stelle lässt sich sagen, dass One Piece trotz ebenfalls noch vorhandenem Humor diesbezüglich ernste Töne anschlägt. Ob es hierbei Tote gibt, oder ob alle Samurai die Schlacht überleben, sollte der Zuschauer aber lieber selbst herausfinden.

Überraschungen auf der schwebenden Insel

Dadurch dass sich die Roten Schwertscheiden vom Dach zurückgezogen haben, können sich Monkey D. Ruffy, Lorenor Zorro, Trafalgar D. Water Law, Eustass Kid und nicht zuletzt Killer am Ort des Geschehens richtig austoben. Die Antagonisten Kaidō und Big Mom fahren auf der Schädelkuppel schwere Geschütze auf. Zwei Kaiser gleichzeitig zu bekämpfen scheint für die Truppe ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Dennoch agieren sie im Team und geben ihr Bestes, um den Schrecken ein Ende zu bereiten. So drängt auch ein wenig die Zeit, denn die inzwischen schwebende Insel Onigashima ist kontinuierlich auf dem Weg, Wa no Kuni zu erreichen. Dort soll das Eiland auf die von Feierlichkeiten durchzogene Blumenhauptstadt plumpsen, damit Kaidō sein neues Herrschaftsreich gründen kann. Darüber hinaus nutzt Oda Eiichirō, Autor der Manga-Vorlage, den einzigartigen Kampfschauplatz, um die Charaktere in unterschiedlichen Konstellationen neu anzuordnen. Schon relativ zu Beginn der in der 36. Serienbox enthaltenen Episoden kommt es dazu, dass Big Mom von der Insel fliegt und droht ins Meer zu stürzen. Wenig später teilen dieses Schicksal drei weitere Figuren, die teilweise sogar über Teufelsfruchtkräfte verfügen. Sollten diese ins Wasser fallen, ist dies quasi mit einem Todesurteil gleichzusetzen. One Piece überrascht hier mit spannenden Wendungen!

Lückenfüller für den Kinofilm

Tatsächlich gelingt es den Episoden 1026 bis 1050 richtig gut, die einzelnen Strohhüte allesamt in besondere Situationen zu werfen. Es entsteht wirklich ein Gefühl davon, dass all diese Kämpfe zeitgleich an verschiedenen Orten auf Onigashima stattfinden. All das setzt sich mit der Zeit auch wieder bestens wie ein Mosaik zusammen. So duelliert sich Frankie beispielsweise mitten auf dem Gang mit dem triceratopsartigen Sasaki. Dahingegen eilt Nico Robin Schwarzfuß Sanji zur Hilfe, der im Spinnennetz von Black Maria gefangen ist. Jinbē ist wiederum drauf und dran, Who’s Who zu bekämpfen, der wohl noch eine Rechnung mit Ruffy offen hat. Hier ist es interessant zu sehen, dass es Oda nach wie vor gelingt, die gegenwärtige Handlung mit lange in der Vergangenheit liegenden Ereignissen zu verknüpfen. Deshalb gibt es zwischendurch auch einen zwei Folgen umfassenden Flashback in Ruffys Kindheit, in dem er sich mit Shanks Ziehtochter Uta anfreundet. Womöglich gibt es diesen Rückblick aber nur deshalb, da Uta auch eine zentrale Rolle in One Piece Film: Red einnimmt, der 14. Kinofilm, der parallel zur Ausstrahlung der Serie in den japanischen Lichtspielhäusern anlief. Sonderlich spannend sind diese beiden Episoden übrigens nicht. Sie wirken willkürlich eingeschoben, weshalb wohl eher Fans der Filmreihe vom kurzweiligen Lückenfüller profitieren könnten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 1026 bis 1050 der Serie): In der 36. Serienbox der Anime-Serie One Piece geht es heiß her. Das Tohuwabohu passt jedoch abermals zur genialen Gestaltung der Handlung, denn diese findet in diesen Episoden kreuz und quer auf Onigashima statt. Vor allem Kämpfe, die ausufernder nicht sein könnten, bekommt der Zuschauer in diesen Folgen zu sehen. Positiv fällt auf, dass der Anime das Gefühl der Gleichzeitigkeit der stattfindenden Geschehnisse wunderbar vermitteln kann. So wirkt der ganze Trubel, so überdreht er auch inszeniert ist, wie aus einem Guss. Handlungstechnisch gibt es, vielleicht mit Ausnahme etwaiger Rückblenden, die ganze Episoden überdauern, nicht viel auszusetzen. In puncto Inszenierung könnten Fans aber zumindest zwiegespalten sein, denn auf der einen Seite ist der frische Wind bei den Animationen inzwischen eine nette Abwechslung, doch auf der anderen Seite heben sich diese dann doch zu stark vom eigentlichen Konzept ab. Hier bleibt es also spannend, ob Toei Animation weiterhin auf dieses Pferd setzen wird. Trotz allem sind die Episoden der 36. Serienbox von One Piece für jeden Fan unerlässlich.

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