Review: Inspector Akane Tsunemori (Band 6)

Mit dem sechsten und damit leider auch letzten Band geht die Manga-Reihe Inspector Akane Tsunemori zu Ende. Inhaltlich knüpft die Story an das Ende des fünften Bandes an: Kōgami Shin’ya hat sich einen geladenen Revolver beschaffen können und ist auf der Suche nach dem durchtriebenen Makishima Shōgo, dem die titelgebende Inspektorin Tsunemori Akane dicht auf den Fersen ist. Kōgami ist sich bewusst, dass er ähnlich wie Makishima denkt und nimmt deshalb Kontakt mit Professor Saiga Jōji auf, der ihm dabei hilft, Makishima auf die Schliche zu kommen. In Internetforen, die im 22. Jahrhundert eine veraltete Kommunikationsmöglichkeit sind, hat Saiga bereits vor einiger Zeit eine Diskussion losgestoßen, in der er herausfinden wollte, auf welche Ideen die User kommen, wie das Sibyl-System lahmgelegt werden könnte. Zwischen all dem Unfug findet sich auch eine sehr interessante Theorie, die Kōgami schließlich auf die richtige Spur führt. Tsunemori ist hingegen gemeinsam mit Inspektor Ginoza Nobuchika unterwegs. Einerseits sollen sie Makishima trotz seiner Verbrechen lebend stellen und andererseits an Kōgami die Exekution ausführen. Da Tsunemori mit diesem Befehl nicht einverstanden ist, versucht sie das Sibyl-System zu einer Ausnahmeregelung zu zwingen – die betäubende Wahrheit kompromittiert schließlich auch den Überwachungsstaat.

Abgerundetes Finale

Allzu viele Wendungen oder gar Überraschungen gibt es im sechsten Band beziehungsweise den sechs enthaltenen Kapiteln nicht. Viel eher folgt auf jede Aktion eine Reaktion und ein Ereignis baut konsekutiv auf geschehene Taten auf. Gelungen ist in jedem Fall, dass die Story vernünftig zu einem runden Abschluss geführt wurde und nach dem Lesen nur wenige offene Fragen bleiben, die in einem anderen Werk des Franchises gelüftet werden könnten. In puncto Inszenierung ist der Manga von Miyoshi Hikaru diesmal allerdings nicht ganz so beeindruckend wie der Anime, denn besonders das Finale wirkt mit bewegten Bildern wesentlich einschüchternder. Nur ganz am Rande gibt es im abschließenden Band Action in Form von Kämpfen zwischen verschiedenen Akteuren. Hauptsächlich stehen tiefgründige Dialoge im Mittelpunkt der Erzählstruktur und das funktioniert nach einer kurzen Einfindungsphase wieder einmal hervorragend. Inspector Akane Tsunemori zeigt weiterhin wunderbar, dass selbst kleine Details wie ein simples Schulterklopfen, die auf einer Abbildung sehr unscheinbar wirken, am Ende für die Ausarbeitung der vielschichtigen Charaktere wichtig waren. Mit 254 Seiten ist der sechste Band zudem der umfangreichste Manga der Reihe, was in Anbetracht des groß angelegten und absolut gelungenen Finales aber keinesfalls verwunderlich sein sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein letztes Mal hat es der Manga-Zeichner Miyoshi Hikaru geschafft, die fantastische Anime-Serie Psycho-Pass in Manga-Form gekonnt umzusetzen – sofern von der Inszenierung des Finales abgesehen wird, denn dieses war in der Vorlage mit bewegten Bildern wesentlich beeindruckender. Ein weiteres Merkmal, dass besonders im sechsten Band ins Auge sticht, sind kleine Details am Rande, die sehr wichtig für die Ausarbeitung der Charaktere sind und beim ersten Lesen vielleicht sogar übersehen werden könnten. Wendungen und Überraschungen sind im abschließenden Band allerdings sehr rar gesät, stattdessen möchte sich die Story mit ihrem konsekutiven Aufbau sehr viel eher auf die Charaktere und tiefgründige Dialoge stützen, was im abschließenden Band wieder einmal hervorragend funktioniert. Der sechste Band gehört genauso wie die fünf vorherigen Manga in jede gut sortiere Sammlung eines jeden Manga-Fan!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inspector Akane Tsunemori (Band 6)!

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