Review: Breath of Death VII: The Beginning – Reanimated

Unter allen Rollenspielschmieden kann wohl Square Enix auf den größten Fundus an 16-Bit-Titeln zurückgreifen und holt diese immer mal wieder zurück. Es gibt jedoch auch kleinere Entwicklerstudios wie Shadow Layer Games, die Gefallen am zeitlosen Grafikstil gefunden haben, wie Breath of Death VII: The Beginning – Reanimated beweist.

Wer die Distributionsplattform Steam hin und wieder nach kleinen Videospielperlen durchsucht, ist vielleicht schon über das 8-Bit-Rollenspiel Breath of Death VII: The Beginning gestoßen. Von Zeboyd Digital Entertainment entwickelt, lehnt sich der Titel aus dem Jahr 2011 an japanische Rollenspielklassiker wie Dragon Quest an. In einer Zeit, in der selbst jüngere Videospiele ein Remake erhalten, ist es vielleicht gar nicht mal so verwunderlich, dass auch Breath of the Death VII eine Neuauflage spendiert bekam. Mit dem Zusatz Reanimated hievte Entwicklerstudio Shadow Layer Games das Rollenspiel in die Zukunft – zumindest um ein paar Jahre, denn nun handelt es sich um ein 16-Bit-Rollenspiel. Dieses lehnt sich stark an Super-Nintendo-Klassiker wie Final Fantasy VI oder Chrono Trigger an. Allerdings solltet ihr bei Breath of Death VII kein episches Rollenspielmeisterwerk erwarten, das euch stundenlang an den Bildschirm fesselt. Wie es die Anspielung auf die Capcom-Rollenspielreihe Breath of Fire im Titel bereits vermuten lässt, steckt im Spiel jede Menge Humor. Dieser ist schon anhand der Story zu erkennen: Die Menschheit hat sich selbst in die Postapokalypse gebombt und die Untoten haben die Herrschaft an sich gerissen. So stumpf wie thematisch ähnliche Filme oder Fernsehserien ist das Spiel aber nicht – und genau das macht auch seinen Reiz aus.

Eine Ode an 16-Bit-Rollenspiele

In Breath of Death VII schlüpfen wir in die Rolle von Skelettkrieger Dem, der sein Heimatdorf beschützen will. Kaum haben wir mit ihm die fiesen Trolle in der nördlichen Höhle erschlagen, machen wir die Bekanntschaft mit der Geisterfrau Sara. Diese möchte mit uns in den Osten reisen und mehr über die Vergangenheit der Welt erfahren. Im späteren Spielverlauf gesellen sich noch die Vampirtechnikerin Lita und der Zombieprinz Erik zu uns. Gemeinsam durchkämmen wir dunkle Höhlen, machen Ruinen der untergegangenen menschlichen Zivilisation unsicher oder decken uns in den Städten der Untoten mit neuen Ausrüstungsgegenständen ein. Breath of Death VII funktioniert auch in weiteren Belangen genau so, wie wir es von einem äquivalenten Rollenspiel aus den 1990er-Jahren erwarten. Wir kämpfen in hunderten Zufallskämpfen gegen Gespenster, Plünderer, Riesenpilze, Zombiewölfe oder von schwarzen Katzen gesteuerte Autos. Nicht nur bei der Geschichte und den kurzweiligen Dialogen, in denen sich viel ums untote Dasein dreht, sondern auch bei den Gegnern beweist sowohl das ursprüngliche als auch das fürs Remake engagierte Entwicklerstudio jede Menge Humor. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad solltet ihr aber keinen Spaziergang erwarten, denn kaum setzt ihr einen Fuß vor eurer Heimatdorf, fordert euch Breath of Death VII arg.

Kurzweiliges Retro-Rollenspiel

Hier merken wir also noch ein wenig die 8-Bit-Vergangenheit des Retro-Rollenspiels, denn auch wenn es in der Super-Nintendo-Ära immer noch knallharte Genre-Vertreter wie Brain Lord oder The 7th Saga gab und Spiele wie Breath of Fire II eine reine Grind-Tortur wurde, war gerade letzteres eher ein Merkmal früherer Spiele. Es lohnt sich aber, sich nicht sofort entmutigen zu lassen und die ersten Kämpfe in der näheren Umgebung der ersten Stadt zu verbleiben. Haben wir unsere Recken nämlich ein paar Stufen auftrainiert und uns im Laden mit dem erbeuteten Geld neue Ausrüstungsgegenstände gekauft, geht alles sehr viel leichter. Rundenweise wählen wir wie für viele japanische Rollenspiele der 16-Bit-Zeit zu Beginn des Zyklus alle Aktionen aus, die dann gemäß des Geschwindigkeitswertes von unseren Helden und den Gegnern in der entsprechenden Reihenfolge ausgeführt werden. Damit nicht genug, können wir bei jedem Level-up zwischen zwei Optionen wählen, welche Statuswerte verbessert oder welche Fähigkeiten erlernt werden sollen. Das erhöht den Wiederspielwert deutlich, zumal das Rollenspiel mit circa fünf Stunden auch recht kurz ausfällt. Bis auf die eher lieblosen Kampfanimationen kann das Spiel zu alledem mit hübschen Grafiken und einem angenehmen Soundtrack punkten. Breath of Death VII ist damit ein wirklich schmackhafter Appetithappen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als jemand, der mit 16-Bit-Rollenspielen aufgewachsen ist, konnte ich gar nicht anders und musste Breath of Death VII: The Beginning – Reanimated unbedingt ausprobieren. Zwar ist das Spiel mit seiner Spielzeit von etwa fünf Stunden nicht sonderlich lang, doch werde ich dafür sehr gut unterhalten. Das liegt am eigensinnigen Setting, den illustren Charakteren und nicht zuletzt am unkomplizierten Gameplay. Obwohl der Schwierigkeitsgrad in den ersten Minuten den Anschein macht, dass er mich erschlagen wollen würde, spielt sich der Titel ein paar Minuten später wirklich sehr angenehm. Es macht mir viel Spaß, mich in die flotten Zufallskämpfe zu werfen, meine untoten Helden zu trainieren und bei jedem Level-up eine Entscheidung zu treffen, wo die Reise der Charakterentwicklung hingehen soll. Auch das Absuchen der Dungeons nach neuen Schätzen ist für mich motivierend. Mich stört tatsächlich nur das Speichersystem. Den Spielstand sichern kann ich jederzeit manuell, doch falls ich dann doch einmal von einer gefährlichen Monstergruppe überwältigt werde, liegt der letzte Speichervorgang möglicherweise doch etwas zu weit zurück. Bis auf diesen Umstand, auf den sich jeder aber leicht einstellen kann, ist Breath of Death VII ein tolles Kleinod, das vor allem Genrefans nicht nur aufgrund des Humors ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte.

Vielen Dank an Shadow Layer Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Breath of Death VII: The Beginning – Reanimated!

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