Review: Final Fantasy VI [Pixel Remaster]

Am 2. April 1994 erschien Final Fantasy VI für das Super Famicom in Japan. Umsetzungen für die PlayStation und den Game Boy Advance folgten 1999 respektive 2006. Nach einer ersten missglückten PC-Fassung veröffentlichte Square Enix ein Pixel Remaster des Titels.

Final Fantasy VI hat die beliebte Rollenspielreihe aus dem Hause Square Enix im Jahr 1994 für immer verändert. Ein Grund an diesem Umstand kann womöglich darin gesehen werden, dass Final-Fantasy-Erfinder Sakaguchi Hironobu den Posten als Regisseur beim sechsten Serienteil räumte. Er machte Platz für Kitase Yoshinori und Itō Hiroyuki, die mit dem Design, der Spielwelt und den Charakteren in dieser Verbindung eine eigene Vision verfolgten, wenn Sakaguchi nach wie vor als Produzent tätig und damit nicht unbeteiligt am Projekt war. Inhaltlich verabschiedete sich das Spiel vom typischen Fantasy-Mittelalter. Darauf zielt alleine schon die Story von Final Fantasy VI ab: Vor über eintausend Jahren zeichnete ein verheerender Krieg die Welt, denn nach diesem Konflikt verschwand die Magie. Eingebettet in diese Geschichte sind mysteriöse Wesen namens Esper, an welche die Magie gekoppelt ist. Das machthungrige Gestahl-Imperium hat von der Existenz einer Esper in den Minen der Stadt Narshe erfahren. Es entsendet eine militärische Spezialeinheit, angeführt von Terra Branford, die offenbar Magie beherrscht. In Narshe überschlagen sich die Ereignisse und Terra muss erkennen, dass ihre Gedanken vom Imperium gesteuert worden sind. Sie hört zudem von Widerstandskämpfern, Rückkehrern genannt, die sich gegen das gefürchtete Imperium auflehnen.

Ganze 14 Helden mit eigenen Hintergrundgeschichten

Wie das in Rollenspielen nun einmal so ist, schließt sich die Protagonistin über kurz oder lang den Rückkehrern an, um sich gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber zu stellen. Das klingt im Grunde nach einer typischen Story eines Rollenspiels, da sie sich mit typischen Mustern wie Gedächtnisverlust und den Kampf gegen ein übermächtiges Imperium beschäftigt. Final Fantasy VI konzentriert sich aber nicht auf eine einzelne Hauptfigur oder eine kleine Gruppe wie in den Vorgängern. Stattdessen gibt es insgesamt 14 spielbare Helden, von denen der größte Teil über ausformulierte und noch dazu interessante Hintergrundgeschichten verfügt. Noch dazu gibt es ein paar Nebenfiguren, die aber nur in speziellen Situationen und auch nur im ersten Spieldrittel den Recken zur Seite zu stehen. Zu den Heroen zählen zum Beispiel der Dieb Lock Cole, der einen schweren Verlust in der Vergangenheit erlebt hat, aber vielleicht gerade deshalb dem Charme der ebenso spielbaren Celes Chere erliegt. Edgar Roni Figaro ist wiederum Herrscher über das gleichnamige Königreich. Ihm ist das Imperium genauso wie seinem Bruder Sabin Rene Figaro ein Dorn im Auge. Sabin hat seiner Rolle als Regent des Landes jedoch schon länger entsagt und ist stattdessen Kampfkünstler in den Berg geworden. Final Fantasy VI bietet in dieser Hinsicht eine wirklich abwechslungsreiche Kämpferriege.

Eine Frage der Ehre

Auf alle Charaktere so ausführlich wie möglich oder gar nötig einzugehen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen und heftige Spoiler für den Verlauf der Handlung nach sich ziehen. Jede Spielfigur ist jedoch ausgiebig charakterisiert, was zumindest im Ansatz auch in der Sprache der Figuren zu erkennen ist. Während sich der in der Wildnis ausgesetzte Gau einer sehr einfachen Sprache bedient, spricht der betuchte Glücksritter Setzer Gabbiani wesentlich hochtrabender in den knackigen Dialogen. Seit Jahren streiten sich Fans von Final Fantasy VI darüber, ob Terra nun der Hauptcharakter ist oder ob diese Ehre allen Figuren gleichermaßen zuteil wird. Fakt ist, dass Terra gerade in der ersten Spielhälfte immens wichtig ist und ohne ihr Zutun der Kampf gegen das Imperium nicht aufgenommen werden könnte. In der zweiten Hälfte nimmt sie hingegen nur eine untergeordnete Rolle ein und ist ihren Gefährten ebenbürtig. Eine klare Antwort auf die Frage nach der Hauptperson gibt es also nicht. Anders sieht es beim Bösewicht aus. Zwar wird Imperator Gestahl als Antagonist dargestellt, doch schnell fällt auf, dass sein Handlanger Kefka Palazzo eine viel wichtigere Rolle spielt. Wir laufen ihm so oft über den Weg, dass uns klar wird, dass er die wesentlich größere Bedrohung darstellt, was vor allem am Klimax, einem ganz bestimmten Ereignis in der Spielmitte, liegen dürfte.

Bekanntes, aber funktionierendes Gameplay

Weitere Worte sollen über diese Wendung nicht verraten werden. Allerdings sei gesagt, dass andere Rollenspiele dieser Zeit und teilweise auch noch heutige Werke mit Überraschungen dieser Art nicht dieselben Gefühle bei uns hervorrufen, wie es Final Fantasy VI gelingt. Story und Charaktere heben sich also deutlich vom Genre-Einheitsbrei ab. Beim Gameplay sieht es jedoch wieder anders aus, denn dieses ähnelt vor allem den fünf Vorgängern des Spiels. So reisen wir über eine Oberwelt von einem Ort zum anderen und decken uns bei Händlern mit den in den Kämpfen erbeuteten Goldmünzen, der Final-Fantasy-Währung Gil, mit neuen Ausrüstungsgegenständen ein. Darüber hinaus unterhalten wir uns mit den dort ansässigen Bewohnern über die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Umstände der Orte und in welcher Verbindung sie zum Imperium stehen. Lokale Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, gibt es jedoch nur wenige. Meistens erfahren wir schon in der letzten wichtigen Story-Sequenz, wo die Reise als nächstes hingeht. Vor allem in der ersten Spielhälfte fällt das Abenteuer deshalb linear aus; auch wenn die Figuren schon zu Beginn voneinander getrennt werden und wir entscheiden dürfen, welchen Handlungsstrang wir als nächstes angehen wollen. Die zweite Hälfte von Final Fantasy VI ist dafür deutlich freier angelegt.

Erster Schritt zur nächsten Generation

Im Gegensatz zu den Vorgängern, in denen gleich mehrere Vehikel wie Unterseeboote, Schiffe und Luftschiffe zur Fortbewegung existieren, gibt es im sechsten Serienteil nur noch zwei Flugmaschinen. Beide Luftschiffe weisen jedoch dieselben Funktionen auf. Lediglich ein in der Story begründetes Ereignis ist am Wechsel schuld. Hier hätten wir schon 1994 ein wenig mehr Ideen erwartet. Des Weiteren wirkt die Spielwelt zunächst sehr überschaubar, doch die Karte verändert sich auch in Final Fantasy VI. So bleibt die Erkundung bis zur letzten Minute motivierend und wird definitiv nicht langweilig. Allerdings fallen die Dungeons sehr klein aus. Sie bieten oft nur ein paar Räumlichkeiten und sind wesentlich schneller restlos bis in den letzten Winkel erkundet als noch in den vorherigen Serienteilen. Durch den veränderten Grafikstil wirken die Dungeons aber in visueller Hinsicht größer. Hier ist schon der erste Schritt zu sehen, wohin die Reihe mit Final Fantasy VII mit den vorgerenderten Hintergründen gehen sollte. Wirklich abwechslungsreich ist das Design der Dungeons nicht, denn meistens sind wir nur in Höhlen, Bergketten und Schlösser, die nicht selten mit Höhlen verbunden sind, unterwegs. Seltene Ausnahmen wie eine Fabrik in der Hauptstadt des Imperiums oder eine fliegende Insel sind bei dieser oft braunen und tristen Eintönigkeit eine willkommene Abwechslung.

Altes Kampfsystem mit neuen Tricks

Auch beim rundenbasierten Kampfsystem müssen sich Serienfans auf keine allzu große Änderung einstellen. So setzt das Rollenspiel auf das seit Final Fantasy IV zum Einsatz kommende Active-Time-Battle-System. Je höher unser Agilitätswert ist, desto schneller kommen wir auch zum Zug. Selbiges gilt entsprechend auch für unsere Gegner. Sind wir nicht gerade dabei ein Item auszuwählen oder einen der Gegner anzuvisieren, läuft die Zeit dabei gnadenlos weiter. Das sorgt grundsätzlich für flüssige und vor allem schnelle Kämpfe, von denen es einige in Final Fantasy VI gibt. Da Gegner in den Dungeons nicht sichtbar sind, handelt es sich auch beim sechsten Serienteil bis auf die hitzigen Bosskämpfe um reine Zufallsbegegnungen. Sind wir an der Reihe, attackieren wir im Nahkampf oder setzen häufiger die Spezialfähigkeiten der Charaktere ein. Kampfkünstler Sabin kann verschiedene Techniken einsetzen, bei der wie in Fighting Games à la Street Fighter eine Angriffskombination eingeben müssen. Im Pixel Remaster sind diese zum Glück jederzeit sichtbar, was im Original so nicht der Fall ist. Spielen wir mit Setzer, müssen wir stattdessen drei Walzen einer Slot Machine stoppen, die dann für ein besonderes Ereignis sorgen. König Edgar ist hingegen geübt im Umgang mit Gadgets wie Armbrüsten und Gau kann Gegner anspringen und deren Fähigkeiten abgucken.

Charakterentwicklung mit kleinen Rückschritten

Ab einem bestimmten Zeitpunkt im Abenteuer ist es nicht nur für Terra, sondern auch für alle anderen Helden möglich, Magie einzusetzen. Dieser Aspekt von Final Fantasy VI ist jedoch stark mit der Charakterentwicklung verknüpft. Nach einigen Spielstunden kommen wir in den Genuss der kristallähnlichen Maginite. Jeweils einen Maginit können wir einer Spielfigur zuordnen und jederzeit im Menü austauschen. Je nachdem welche Maginite wir ausrüsten, erlernen ihre Träger unterschiedliche Zauber. Während wir anfangs regelrechte Kampfmagier und Heiler aus unseren Charakteren zaubern, relativiert sich dieser Umstand zunehmend mit ein wenig Ehrgeiz. Wer nur halbwegs viel trainiert, wird auch jedem Charakter schnell alle wichtigsten oder sogar sämtliche Zaubersprüche beigebracht haben. Das ist wirklich schade, denn nach dem grandiosen Jobsystem aus Final Fantasy V ist das ein klarer Rückschritt, da die Charaktere so nur noch auf Basis ihres persönlichen Hintergrunds unterschieden werden, im Grunde aber alle mächtigen Zaubersprüche beherrschen können. Noch dazu sollten wir erwähnen, dass ein gewöhnlicher Stufenaufstieg lediglich die Lebens- und Magiepunkte der Helden erhöht, Attribute wie Stärke, Kondition, Magie oder Agilität werden nur dann erhöht, wenn wir vor einem Level-up einen bestimmten Maginit mit den jeweiligen Boni ausrüsten.

Überaus leichter und zugänglicher Serienteil

Da manche Maginite jedoch keine Boni beim Stufenaufstieg geben, ist es zu ratsam, ständig die noch fehlenden Erfahrungspunkte zum Stufenaufstieg im Auge zu behalten und den Maginit möglichst kurz vorher auszuwechseln. Wem es also vor allem wichtig ist, bestimmte Werte zu trimmen, muss in den ersten Spielstunden aus vielen Kämpfen flüchten und mit sehr harten Bosskämpfen hadern. Spätestens beim Pixel Remaster hätten wir uns hier eine Anpassung des Systems für eine angenehmere Charakterentwicklung gewünscht. Sorgen müsst ihr euch deshalb aber nicht, denn Final Fantasy VI ist bis auf ein paar vereinzelte Stellen wirklich sehr leicht. Dies liegt zum einen daran, dass jeder Charakter jeden Zauber lernen kann. Zum anderen gleicht gute Ausrüstung die beim Stufenaufstieg möglicherweise verpassten Boni wunderbar aus – und da im Gegensatz zum fünften Serienteil auch höhere Levels relativ wenig Erfahrungspunkte brauchen, fallen diese Defizite überraschend nicht allzu stark ins Gewicht. Es gibt aber auch weitere erwähnenswerte Details, die das Spiel so leicht machen. Charaktere wie der Schwertkämpfer Cyan Garamonde lernen überaus mächtige Schwerttechniken, die keine Magiepunkte verschlingen, aber die Gegner fast schon im Alleingang ausradieren können. Balancing stand offenbar nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der Entwickler.

Ansehnliche 16-Bit-Grafikpracht

Nach den weitgehend mittelalterlich angehauchten ersten fünf Serienteilen schlägt Final Fantasy VI eine neue Richtung ein. So gibt es überall einen gewissen Steampunk-Einfluss zu bestaunen. An allen Ecken und Enden gibt es Rohre, Zahnräder, Dampfmaschinen und Co zu sehen. Zudem sind viele Gebäude und Wohnungen an den verschnörkelten Baustil der Barock-Epoche angelehnt. Allgemein lässt sich der Einfluss der bildenden Kunst in Final Fantasy VI an vielen Stellen erkennen. Lediglich die Farbpalette fällt im Pixel Remaster ein wenig heller als im Super-Famicom-Original aus. Ganz so hell wie die für den Game Boy Advance und dessen Hardware angepasste Version fällt das Pixel Remaster dann aber doch nicht aus. Zudem gibt es wunderschöne Spezialeffekte, die mitten in der 16-Bit-Ära auf dem Super Nintendo neue Maßstäbe setzten. Auch heute sind diese noch ansehnlich, auch wenn sie im Pixel Remaster teilweise schon leichte 32-Bit-Elemente aufweisen. Darüber hinaus sind die Figuren allen voran in den Kämpfen sehr schön animiert. Wenn sich Edgar beim Gebrauch einer Kettensäge eine Eishockeymaske aufsetzt, Cyan sich mit seinem Katana durch die Feinde schlitzt und sich Gau beim Verfall in Rage erst hinhockt, sieht das unglaublich verspielt und charmant aus. Daran ändern auch die leicht überarbeiteten Charaktermodelle des Pixel Remasters nichts.

HD-2D-Einschlag

Durchweg bietet Final Fantasy VI einen hübschen 2D-Grafikstil. Das Geschehen wird dabei stets aus der leicht versetzten Vogelperspektive dargestellt. Eine Ausnahme bildet hierbei die Opernszene, die in einer Art HD-2D-Grafikstil aufblüht, sprich ähnlich wie in Octopath Traveler oder Triangle Strategy erscheint. Ganz so gut wie in diesen zwei Square-Enix-Titeln ist diese Szene aber zumindest optisch nicht gelungen. Tatsächlich wirkt das Spiel mit dieser Szene etwas inkonsistent, aber tatsächlich könnte mit etwas mehr Aufwand so auch ein Remake des Spiels eines Tages das Licht der Welt erblicken. Viel wichtiger ist die Opernszene aber für die tolle Musik des Spiels, die auch im Pixel Remaster über alle Zweifel erhaben ist. Der Soundtrack von Final Fantasy VI gehört definitiv zu den besten Kompositionen aller Zeiten. Wie schon bei den ersten fünf Pixel Remasters hat Altmeister Uematsu Nobuo auch die Melodien des sechsten Serienteils noch einmal orchestral überarbeitet. Es gibt so viele markante Themen, die die Stimmung der jeweiligen Szene nahezu perfekt einfangen, woran die Überarbeitungen nicht unschuldig sind. Die Musik auf der Weltkarte vermittelt schon mit den ersten Tönen eine Aufbruchsstimmung, die Melodien in den Städten regen meistens zum Verschnaufen an und Kämpfe werden mit sehr schnellen als auch mit kräftigen Takten unterlegt.

Die berühmteste Oper der Videospielgeschichte

All das toppt jedoch die überaus berühmte Opernszene des Spiels, die im Pixel Remaster nicht nur visuell einzigartig im Vergleich zu den anderen Versionen von Final Fantasy VI erscheint. In dieser Szene muss Celes in der Oper auftreten. Wir müssen ihr die richtigen Zeilen des Liedtextes per Auswahlverfahren in den Mund legen. Schon auf dem Super Famicom war dies eine sehr bewundernswerte Szene, die es so im Rollenspielgenre davor und auch danach nicht mehr in dieser Intensität gab. Im Pixel Remaster wird der komplette Text jedoch gesungen – und das nicht nur auf Japanisch oder Englisch, sondern sogar auf Deutsch! Ihr dürft uns sehr gerne glauben, dass sich wohl kaum eine andere Sprache (außer natürlich Italienisch!) für eine Oper so sehr eignet. Es ist jedoch ganz egal, in welcher Sprache ihr euch die Oper anhört, denn selbst auf Französisch oder Koreanisch ist diese Szene große Kunst, da für jede Fassung die gleichen Sänger eingesetzt worden sind. Wem bei dieser Szene keine Träne kommt, ist wohl schlicht und einfach ein Eisbrocken ohne Herz und Seele. Noch dazu gibt es in Final Fantasy VI eine weitere, aber optionale Szene, die in Verbindung zur Opernszene steht. Durch diese Verknüpfung wird das Rollenspiel auf eine neue und ungeahnte emotionale Ebene gehievt, die selbst beim wiederholten Durchspielen immer noch zu vielen Tränen rühren wird.

Am Ende der Pixel-Remaster-Reihe

In puncto Steuerung und Bedienung funktioniert auch Final Fantasy VI weitestgehend gut, auch wenn es im Vergleich zu den vorhergehenden Pixel Remasters ein paar Abstriche gibt. Per Steuerkreuz können wir uns nach wie vor in acht verschiedene Richtungen bewegen und wählen über die Aktionsknöpfe unsere Aktionen aus. Problematisch ist das Spiel nur in Ausnahmefällen. Wenn wir es am PC mit einem Super-Nintendo-Controller spielen, was für eine Portierung eines Super-Nintendo-Spiels eigentlich die beste Möglichkeit sein sollte, fehlt beispielsweise die Möglichkeit, Charaktere in jenen Momenten zu wechseln, in denen wir mit mehreren Gruppen simultan agieren müssen. Auch lassen sich in Kämpfen, in denen wir die Gegner in die Zange nehmen, nicht alle Feinde gleichzeitig angreifen. Hier müssen wir tatsächlich zwischen Gamepad und Tastatur wechseln, was zwar funktioniert, aber irgendwie etwas unschön ist. Daneben gibt es den bekannten Bonusbereich, in welchem die Monsterfibel nach und nach mit Informationen gefüllt wird, sobald wir ein Monster einmalig besiegt haben. Daneben können wir uns den ganzen Soundtrack des Spiels in der Jukebox anhören und noch dazu gibt es über 150 Artworks zu bestaunen, um noch tiefer in die Welt des Spiels eintauchen zu können. Ganz so herausragend wie die Pixel Remaster der ersten fünf Teile ist der sechste Ableger zwar nicht geworden, aber ein fantastisches Spiel ist dieser auch heute.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-, Super-Nintendo-, PlayStation- und Game-Boy-Advance-Fassung): Final Fantasy VI gehört vor allem in puncto Storytelling und Charakterausarbeitung zu den bedeutendsten Rollenspielen aller Zeiten. Das Werk aus dem Jahr 1994 bietet eine faszinierende Spielwelt, die regelrecht zum Erkunden einlädt, da diese beim genaueren Hinsehen so einige Geheimnisse offenbart. Schade ist hierbei, dass die in Final Fantasy VI zu besuchenden Orte recht überschaubar ausfallen. Dafür bietet der Titel über ein gutes Dutzend interessanter Charaktere mit eigenen Hintergrundgeschichten und sogar Persönlichkeiten, die sich in den kurz gehaltenen Dialogen widerspiegeln. Hinzu kommt ein durch und durch bösartiger Antagonist, der halb berechnend ist, halb aber auch aus einer Laune heraus agiert. Somit gehört er definitiv zu den gefährlichsten Bösewichten des Franchises. Ebenfalls weiß das Kampfsystem zu gefallen, da es mit flotten Mechaniken punktet. Lediglich die teils recht unausgeglichenen Charaktere und das verbesserungswürdige System beim Lernen von Zaubern wirkt damals wie heute ein wenig unfertig. Nichtsdestotrotz ist das Rollenspiel gerade deswegen so einsteigerfreundlich und auch ohne großen Mühen bis zum Ende gemeistert werden, das je nach Spielertyp nach zwischen 25 und 40 Stunden einsetzen dürfte. Wer mit einem Super-Nintendo-Controller am PC spielt, muss jedoch mit leichten Bedienungsproblemen im Pixel Remaster kämpfen, da sich über die Steuerungseinheit beispielsweise kein Gruppentausch durchführen lässt. Im Jahr 2022 beeindruckt das Spiel dafür immer noch mit seinem Steampunk-Setting und der tollen Musik, die in so vielen Szenen wunderbar zur emotionalen Geltung kommt. Final Fantasy VI ist definitiv ein Spiel, das trotz seiner wenigen Defizite jeder Rollenspieler mindest einmal durchgespielt haben sollte!

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Final Fantasy VI [Pixel Remaster]!

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