Nicht immer ist das Leben gerecht. Diese Feststellung muss auch Protagonist Son Gokū nach seiner Teilnahme am 22. Tenkaichi Budōkai machen. Dieses große Kampfsportturnier steht in den achtzehn Episoden der vierten Serienbox auch in der Blu-ray-Fassung im Mittelpunkt.
Son Gokū hat in den vergangenen Episoden einiges erlebt. So hat er es mit der gesamten Red-Ribbon-Armee aufgenommen und schlussendlich besiegt. Nachdem es ihm gelungen ist, dem hinterhältigen Prinz Pirafu und seinen Schergen die letzte der titelgebenden Drachenkugeln abzunehmen, hat sich der Held dem alleinigen Training verschrieben. Nach langem wie hartem Training überall auf der Welt findet nach drei Jahren zur Freude aller Kampfsportler wieder das Tenkaichi Budōkai auf der Insel Papaya statt. Da darf Gokū natürlich nicht fehlen! In letzter Minute schafft er es, sich für das große Kampfsportturnier anzumelden. Ebenfalls mit dabei ist Jackie Chun, der Sieger des 21. großen Turniers, der damals gegen Gokū im Finale triumphiert hat. Was Gokū und seine Freunde nicht wissen, ist, dass hinter Jackie Chun eigentlich ihr Meister, der Herr der Schildkröten, steckt. Dieser trifft auf der Insel Papaya auf seinen engsten Rivalen, den Herrn der Kraniche. Dieser kämpft beim Turnier aber selbst nicht mit und lässt seine beiden Schüler Tenshinhan und Chaozu gegen die Schüler seines Erzrivalen antreten. Jedoch geht es den Schülern des Herrn der Kraniche nicht um Ehre und Ruhm, sondern einfach nur darum zu gewinnen und Überlegenheit zu demonstrieren. Das geht sogar so weit, dass die von ihrem Meister dazu getrieben werden, unfaire Maßnahmen zu ergreifen.
Freundschaft im Kampf
Obwohl sich am Ende doch wieder alle Charaktere in der einen oder anderen Form zusammenraufen und neue Freundschaften entstehen, müssen sich Gokū, Yamucha, Kuririn, Tenshinhan und Chaozu nach Abschluss des Turniers einen unerwarteten Ereignisses stellen, denn einer von ihnen ereilt nach dem Turnier ein grausames Schicksal. Umso beachtlicher ist es, dass in den achtzehn Episoden der vierten Serienbox das Thema Freundschaft eine Behandlung erfährt. Dragon Ball zeigt, wie einzelne Individuen zugleich Konkurrenten und Freunde sein können, wenn zum Beispiel im Turnierverlauf Gokū und Kuririn aufeinandertreffen. Des Weiteren appelliert Jackie Chun respektive Muten Rōshi immer wieder daran, dem Guten zu folgen und sich nicht dem schlechten und falschen Weg zu verschreiben, wie es Tenshinhan getan hat, der eine ähnliche Karriere einschlagen will wie Tao Paipai. Damit die unterschiedlichen Ansichten zum Ausdruck gebracht werden, giften sich die Kämpfer im Turnier nicht nur an, sondern lassen auch die Fäuste für sich sprechen. Während in den letzten Episoden größtenteils der Phantombildtrick und das Kamehameha zu sehen waren, kommen beim 22. Tenkaichi Budōkai viele neue Techniken zum Einsatz. Da werden unter anderem Geistesfähigkeiten freigesetzt, die in der Anime-Serie seit ihrem Debüt noch nicht zu sehen waren
Typischer Dragon-Ball-Humor
Ebenfalls mit dabei sind Lichtsalven, welche den Gegner blenden (oder auch nicht), oder zusätzliche Arme, die einem Charakter aus dem Rücken wachsen. Auch wird die Kampffläche mehrfach in Mitleidenschaft gezogen. All dies wird gepaart mit vielen witzigen Momenten. Vor allem von Muten Rōshis Haushälterin kommen auf ihre Kosten, denn diese packt nicht nur einmal ihre Maschinenpistole aus, um ihren Freunden die besten Plätze beim Turnier freizuhalten. Wie sich Jackie Chun als Muten Rōshi dem Herrn der Kraniche zu erkennen gibt, dürfte eigentlich schon jedem Kenner der Anime-Serie bewusst sein. Es ist gut, dass Toriyama Akira nicht versucht hat, in seinen Geschichten viel zu stark abgewandelte Humor-Elemente einzubauen, denn so zünden die Gags deutlich besser und fühlen sich nichtsdestotrotz jedes Mal frisch an. Im Gegensatz zur DVD-Fassung ist der Serie in der Blu-ray-Fassung ebenso eine gewisse Frische anzumerken. Zwar liegt das Bild altersbedingt nur im 4:3-Format vor und die Farben sind etwas blasser, doch ist alles gestochen scharf. Der Zeitgeist der späten 1980er-Jahre kommt ebenfalls zum Tragen. Obwohl achtzehn Episoden etwas wenig für eine Serienbox sind, ist die Aufteilung ziemlich gut gelungen, da das Ende der 101. Folge einen neuen Handlungsstrang einleitet, der zu noch heftigeren Auseinandersetzungen führt.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf den Episoden 84 bis 101 der Serie): Kämpfe, die in nur zwei bis vier Episoden abgehandelt werden, kennen gerade Fans der Nachfolgeserie Dragon Ball Z fast gar nicht mehr. Bei Dragon Ball hat Toriyama Akira noch darauf geachtet, eine gewisse Ausgewogenheit zu demonstrieren. So hat es Son Gokū zwar nicht leicht, sich gegen seine Gegner zu behaupten, doch die Kämpfe sind auf ein gesundes Minimum reduziert und trotzdem bis zur letzten Minute spannend. Da vergehen die gerade einmal achtzehn Episoden dieser Serienbox wie im Flug, denn neben den Kämpfen sorgen die Charaktere wieder für jede Menge Lacher und tolle Geschichten, die nebenher erzählt werden. Dragon Ball ist und bleibt einer meiner liebsten Anime, die ich in meinem Leben bislang kennengelernt habe und wohl immer wieder einlegen kann. Obwohl ich die Story im Grunde auswendig kenne, bemerke ich dann und wann immer wieder kleine Details am Rande oder Informationen, die ich bislang noch nicht bewusst wahrgenommen habe. Dementsprechend kann ich auch die vierte Serienbox von Dragon Ball nur wärmstens empfehlen, denn langweilig ist Dragon Ball niemals.