Review: God of War: Sons of Sparta

Neben der Ankündigung, dass die ursprüngliche God-of-War-Trilogie einer Generalüberholung in Form eines Remakes spendiert wird, veröffentlichte Sony im Zuge der State of Play am 12. Februar 2026 überraschend das Action-Adventure God of War: Sons of Sparta.

Seit den 2000er-Jahren ist die God-of-War-Reihe von den PlayStation-Konsolen nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich als Hack and Slay gestartet, erhielt das Franchise mit dem Reboot God of War von 2018 und dessen Nachfolger God of War: Ragnarök neuen Aufwind, indem es sich deutlich näher an Action-Adventures orientierte respektive sich dem Metroidvania-Subgenre annäherte. Bei God of War: Sons of Sparta handelt es sich um den nächsten logischen Schritt in dieser Evolution. So wechselt das Geschehen aus dem dreidimensionalen Raum in die zweidimensionale Seitenperspektive, hat aber ansonsten nichts vom Charme der Vorgänger eingebüßt. Lediglich an der Optik haben Serienfans möglicherweise zu knabbern, denn statt opulenter Grafik kommt in Sons of Sparta ein Retro-Pixel-Look zum Tragen, der an Spiele der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre erinnert. Wen das nicht stört, womöglich sogar gefällt und wer obendrauf vielleicht noch gar keinen Serienteil der God-of-War-Reihe gespielt hat, hat doppelten Grund zur Freude. Das Action-Adventure ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung chronologisch als erste Episode einzuordnen. Genau genommen geht es in die Jugend von Hauptfigur Kratos, der mit seinem Bruder Deimos während ihrer Zeit in der Agoge, dem spartanischen Erziehungssystem, ein Abenteuer nach dem anderen erlebt.

Das ist Sparta!

Da das Spiel im griechischen Kulturraum angesiedelt ist, durchstreifen wir in der Rolle von Kratos unter anderem weite Ebenen, einen Wald, dunkle Höhlensysteme, ein Weingut und nicht zuletzt Tempel. Gespickt sind die Landschaften mit Säulen, Statuen und zeitgenössischer Architektur, sodass wir uns stets ins alte Griechenland zurückversetzt fühlen. Bewaffnet sind wir mit Speer und Schild. Beides lässt sich darüber hinaus mit den richtigen Materialien aufrüsten, was jedoch einerseits ein gutes Auge beim Erkunden der Spielwelt und andererseits auch gute Skills in den Kämpfen voraussetzt. Besonders wertvolle und damit selten Materialien wachsen nicht auf Bäumen und sind häufig gut bewacht. Sons of Sparta schenkt uns also nichts, was sich auch in einem anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad widerspiegelt. Spießen wir mit dem Speer die Gegner auf und blocken im richtigen Moment mit dem Schild, ergibt sich ein regelrechter Flow im Kampf gegen Skelette, Legionäre, Geister, Minotauren, Harpyien und anderes Getier der griechischen Mythologie. Hinzu kommt, dass wir gerade in den unverzeihlichen Bosskämpfen Ausweichrollen und Sprünge zu rechten Zeit ausführen sollten, um selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad eine Chance zu haben. Wer sich aber einmal in die Kampfmechaniken eingearbeitet hat, kommt so schnell nicht mehr vom Spiel los.

Spaßig, aber unfertig

Haben wir in Sons of Sparta genügend Gegner getötet, können wir unsere offensiven wie defensiven Manöver verbessern. Regelmäßig kommen neue Fähigkeiten hinzu, mit welchen wir zum Beispiel laufen und weiter springen können. Auch Projektile lassen sich abfeuern – oder giftige Substanzen einsaugen. Je weiter wir im Spiel kommen, desto häufiger müssen wir diese Fähigkeiten in gewisser Abfolge miteinander kombinieren. Auf der Karte, welche stark an Super Metroid oder Castlevania: Symphony of the Night erinnert, werden optional wichtige Punkte markiert. So kehren wir auch in späteren Spielstunden gestärkt und mit neuen Fähigkeiten an bereits besuchte Orte zurück. Grundsätzlich funktioniert Sons of Sparta gut. Mit anderen Metroidvania-Vertretern oder gar der eigenen Reihe kann es der Titel aber nicht aufnehmen. Allem voran fehlt hierbei der nötige Feinschliff im Gameplay. Es spielt sich viel zu generisch. Hinzu kommt, dass das Spiel an manchen Stellen unfertig ist. Dialoge werden nicht abgespielt, Ton und Bild passen nicht zueinander oder Bildschirmtexte werden in einer anderen Sprache angezeigt. Gravierender ist, dass das Geschehen kurzzeitig auch schon mal ruckelt, wenn viel auf dem Bildschirm passiert. Unverzeihlich hingegen ist, dass sich Kratos an manchen Stellen verkeilen kann, sodass die Gegner gleich mehrfach auf ihn eindreschen. Bei einer gründlichen Qualitätskontrolle hätte dies unseres Erachtens vermieden werden können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mit God of War: Sons of Sparta habe ich durchaus meinen Spaß, denn bis es einen weiteren Serienteil in der Größenordnung von God of War: Ragnarök geben wird, dürften noch einige Jahre ins Land ziehen. So freut es mich, dass ich mich mit Kratos erneut im Metroidvania-Stil durch die Lande schnetzeln kann. Das griechische Setting ist angenehm umgesetzt, zumal mir der stimmungsvolle Grafikstil und die atmosphärische Musik gefallen. Auch an den Kämpfen habe ich einen Narren gefressen, denn diese sind durchweg anspruchsvoll und können je nach Spielertyp selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad herausfordernd sein. Beim restlichen Gameplay sieht es jedoch ein wenig anders aus. Grundsätzlich funktioniert dieses ordentlich, fällt verglichen mit anderen Titeln des Subgenres oder sogar den letzten beiden Serienteilen aber recht generisch aus. Es fehlt mir hier deutlich an Abwechslung, zumal das Wechseln der Spezialfähigkeiten für mich zu fummelig ist. Auch dass sich meine Spielfigur in wenigen Momenten verkeilen kann und dann für die Gegner wie auf dem Präsentierteller liegt, ist wirklich ärgerlich. So wirkt das Spiel kurz nach Release noch sehr unfertig und ruckelt in wenigen Ausnahmen für ein paar Sekunden heftig. Auch dass die für meine Augen viel zu kleinen Bildschirmtexte manchmal nicht zum gesprochenen Text passen oder dieser falsch oder auch gar nicht eingespielt wird, hätte einem großen Publisher wie Sony nicht passieren dürfen. So bleibt das Spiel am Ende nichts weiter als ein Appetithappen, der schneller verdaut ist als ein kleines Gyros zum Mitnehmen.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von God of War: Sons of Sparta!

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