Review: Kämpfer (Vol. 1)

Kämpfer Vol. 1 (1)Manche Animes sind spannend, einige fantasiereich und andere wiederum total durchgedreht. Die Serie Kämpfer gehört definitiv zu letzterer Gattung, denn was wir schon in den ersten drei Episoden zu sehen bekommen, kann eigentlich nicht mehr an Irrsinn getoppt werden.

Kämpfer Vol. 1 (2)Kämpfer dreht sich um Natsuru Setō, einen eigentlich ganz normalen Oberstufenschüler an einer japanischen Schule. Als er eines Nachts jedoch aufwacht, staunt er nicht schlecht, denn er hat sich allen Anschein nach in ein Mädchen verwandelt. Lange Haare, schlanke Beine und große Brüste sind das, was ihn auf einmal an seinem Körper stören. Das mag für so manchen Mann die (temporäre) Erfüllung seiner kühnsten Fantasien sein, doch Natsuru findet es schon nach einer Minute gar nicht mehr lustig. Da er jedoch wieder einschläft und am Morgen dann wieder seinen alten Körper wiederhat, denkt er zunächst er habe nur einen Alptraum gehabt. Sein Kuscheltier, das auf den Namen Kamikaze-Tiger hört, beginnt dann jedoch zu sprechen und erklärt ihm, dass er ein Kämpfer sei und Kämpfer müssen nun mal eben weiblich sein. Da jedoch die Schule in Kürze beginnen wird, macht er sich auf und trifft unterwegs auf seine Schulfreundin Kaede Sakura. Diese bewundert Natsurus neues Armband, das er selbst erst in diesem Moment kennenlernt. Als die beiden dann auch noch von einem Mädchen angegriffen werden und das Ziel anscheinend nur Natsuru allein ist, flieht der Oberschüler und verwandelt sich hinter der nächsten Straßenecke in die Frau von letzter Nacht. Der Kampf dauert zwar nicht lange, doch das reicht Kaede aus, um sich in ihren Freund, die Kämpferin, zu verlieben.

Irrwitzige Handlung

Kämpfer Vol. 1 (3)Wäre diese Ausgangslage nicht schon verrückt genug, geizt der Anime zudem auch noch mit Erklärungen. Man muss die Bedingungen einfach so akzeptieren, wie es Toshihiko Tsukiji, seines Zeichens Autor der Manga-Vorlage, gedacht hat. Lässt man sich auf dieses Abenteuer ein, dann beginnt man zwar absolut nicht sein Gehirn auszuschalten, aber ein Großteil des uns Gezeigten ist an Irrsinn fast nicht mehr zu toppen. Das kommt vor allem dem Humor zu Gute, den wir schon lange nicht mehr so erlebt haben. Man könnte meinen, dass man sich an dem  Humor von Crayon Shin-Chan orientiert, die Fäkalwörter entfernt und dafür mehr erotische Anspielungen in die Dialoge verfrachtet hat. Ständig reden die Charaktere aneinander vorbei, könnten Phasen des Geschlechtsverkehrs meinen und kommen dann auf ein anderes Thema. Insbesondere durch den Hauptcharakter Natsuru passieren solche Verwechslungen ständig, da dieser heimlich in Kaede verliebt ist, doch seine neue Verbündete, mit der er am Morgen der ersten Episode kämpft, die Kämpferin Akane Mishima, verliebt sich mit der Zeit in ihn. Dass sich daraus ein irrwitziges Dreiergespann in unterschiedlichen Konstellationen ergibt, dürfte jedem von euch klar sein. Kämpfer stellt somit einen gelungenen Mix aus Action, Komödie, Romantik und Erotik da, ohne dabei aber die zentrale Handlung aus den Augen zu verlieren.

Inklusive Schuber

Kämpfer Vol. 1 (4)Die deutsche Synchronisation der Serie ist zudem sehr gut gelungen und man merkt deutlich, dass man sich bei der Auswahl der Sprecher etwas gedacht hat. So unterhalten sich Natsuru und Akane darüber, dass ihre Kuscheltiere wie SpongeBob Schwammkopf und Mila Ayuhara (die Protagonisten aus Mila Superstar) klingen. Man hat tatsächlich die Synchronsprecher der beiden Figuren gesichert. Für die Rolle des Natsuru hat man sich auf René Dawn-Claudes und  Anna Grisebachs Stimme verlassen und Anita Hopt spricht beispielsweise Kaede. Neben der deutschen Synchronisation liegt auch die japanische Originaltonspur bei. Beide Tonspuren liegen im Format Dolby Digital 2.0 vor. Wer sich die japanische Tonspur anhören möchte, der muss deutsche Untertitel unabdingbar hinzuschalten. Der Stil des Animes ist passend zum bunten Mix aus verschiedenen Genres sehr farbenfroh ausgefallen. In einigen Szenen setzen sich die Charaktere zwar zu stark von der Umgebung ab, doch das stört uns nicht groß. Dazu bietet der Anime aus dem Jahre 2009 ein scharfes und kontrastreiches Bild in 1080p. Käufer der Limited Edition kommen zudem noch in den Genuss zweier Postkarten und eines stabilen Schubers auch Hartpappe, in dem die nächsten drei Volumens Platz finden werden. Schade nur, dass auf jeder Blu-ray gerade einmal drei Episoden á 24 Minuten schlummern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kämpfer stellt sich auf der Rückseite der Verpackung selbst als Trash dar, doch als diesen würde ich den Anime nicht bezeichnen. Der Inhalt mag zwar total durchgedreht sein und es gibt im Grunde auch keine Anhaltspunkte, warum die Kämpfer sich eigentlich bekämpfen möchten, doch macht dies meiner Meinung nach schon die Faszination des Animes aus. Ich möchte zu jederzeit wissen, wie sich die recht abgefahrenen sozialen Verhaltensweisen der Charaktere ändern, wie sich die Figuren in der nicht gerade sehr realitätsnahen Welt zurechtfinden und vor allem wie sich die Beziehungen nun entwickeln werden, da alle Figuren unweigerlich bereits an der Katastrophe arbeiten, die der Anime irgendwann in seinem Spannungsbogen erleben wird. Ich bin deshalb schon mehr als gespannt darauf, wie die Serie schon nach der zwölften Episode endet und das ist meiner Meinung nach auch schon das einzige Manko, welches ich bei Kämpfer sehe. Auf jeder Disc sind gerade einmal drei Episoden vorhanden. Das ist zum einen Platzverschwendung auf dem Datenträger und zum anderen steht das in keinem guten Preisleistungsverhältnis. Wer sich aber gerne auf den Trash, wie ihn Anime Virtual selbst bezeichnet, einlässt, dem wird dabei garantiert kein Auge trocken bleiben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kämpfer (Vol. 1)!

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