Review: Wii U Panorama View

基本 CMYKDie Rolle des Vorläufers von Wii U Panorama View kommt Google mit der Applikation Wii Street U zu Gute. Nintendo beschert uns mit der eigenen Software Dynamik und Bewegung Bilder, die wir nicht mehr so schnell vergessen werden.

Wii U Panorama View (2)Obwohl wir die Ähnlichkeit zwischen beiden Applikationen nicht abstreiten können, darf man die Programme nicht miteinander vergleichen. Während Google mit Wii Street U Aufnahmen aus den letzten Jahren steif zeigt, aber eine größere Interaktion ermöglicht, in dem wir meist völlig eigenhändig durch die Straßen von Tokio, Berlin oder London streifen, bietet Nintendo eine vordefinierte Strecke, die wir in bewegten Bildern automatisch abgrasen. Während auf dem Fernsehgerät die Tour in der Regel von einem festen Standpunkt aus von unseren Mitmenschen betrachtet wird, können wir über den Bildschirm des Wii U GamePads den Blickwinkel verändern und uns in der Umgebung umschauen. Auf Wunsch teilen wir unsere Sicht mit Freunden, welche dann unseren Blickwinkel auf dem Fernseher bemerken. Unschön fällt dabei auf, dass die Silhouette des Wii U GamePads klarsichtig über das Gesamtbild fällt. Wir hätten uns darüber gefreut, wenn die Applikation hier diverse Einstellungsmöglichkeiten zulässt. Bei Wii U Panorama View handelt es sich jedoch nicht um eine einzelne Applikation, denn anstatt die Verwaltung einzelner Programme auf der Wii U so einfach wie möglich zu halten, bietet Nintendo im eShop die unterschiedlichen Touren separat an. Das ist zwar umständlich, aber zum derzeitigen überschaubaren Angebot noch verkraftbar.

Kein Urlaubsersatz trotz atmosphärischer Touren

Wii U Panorama View (3)Derzeit haben die Besitzer einer Wii U die Auswahl zwischen einem Flug über Italien, bei dem Wildgänse beobachtet werden können, einer Stadtrundfahrt in London, einer Fahrt mit einer Rikscha durch Kyōto und die Option, dem brasilianischen Karneval beizuwohnen. Obwohl der eine oder andere nicht sonderlich von der Ankündigung der Software angetan war, so muss man Nintendo dennoch Recht geben und sagen, dass die vier bisher erhältlichen Touren sehr atmosphärisch sind und sich vor allem für jene Interessierte eignen, die nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, zu verreisen, aber dennoch nicht auf Ausland und das Neue verzichten wollen. Auf keinen Fall darf man die Applikation als Urlaubsersatz sehen, denn der Verzehr von ausländischem Essen und der vollkommene Genuss der Kultur kann einem die Software nicht liefern. Vielmehr bieten die Touren einen Einblick ins Ausland und machen dann dennoch Lust auf eine Reise, denn wenn man virtuell mit einem Bus durch das winterliche London, über die Tower Bridge und am nachts beleuchteten Big Ben vorbeifährt, dann wird man – auch durch die jeweils sehr passende Hintergrundmelodie, einfach abgeholt und bedauert es dann einige Minuten später, dass die Tour schon wieder vorbei ist. Für den Kaufpreis von jeweils knapp zwei Euro ist das eine sehr kurze Einmalnutzungsdauer.

Verwaschene Bilder und fehlende Funktionen

Wii U Panorama View (4)Beim zweiten und vielleicht auch beim dritten Mal ist eine Tour ebenfalls noch ansprechend, doch spätestens dann hat man alles gesehen. Obwohl uns die Touren gefallen, haben diese auch reichlich negative Aspekte. Das beginnt bei der recht schwachen Videoqualität. Auf dem Touchscreen des Wii U GamePads wäre diese noch akzeptabel, doch auf dem Fernseher fallen die teils stark verwaschenen Bilder deutlich auf. Wir sehen ein, dass Nintendo nur schwerlich derlei Software in gestochen scharfen Full HD anbieten kann, zumal Nintendo auf eine Konsole mit für heutige Verhältnisse sehr geringen Speicherplatz setzt, doch für den verhältnismäßig hohen Einmalnutzungspreis erwarten wir auch entsprechende Qualität. Den Gesamteindruck schmälert das jedoch nur wenig. Zusätzliche Funktionen, wie das Geschehen beispielsweise optional aus einem völlig anderen Blickwinkel vom Straßenrand zu sehen oder Momentaufnahmen festzuhalten (und online mit Freunden zu teilen), bietet Wii U Panorama View nicht. Auch dass das Umsehen nur mit dem Bewegen der Steuerungseinheit funktioniert, missfällt uns. Es wäre sicher kein Problem, eine Steuerung mittels Analog-Stick für Couch-Potatoes bereitzustellen. Wenigstens dürfen wir in den Touren jederzeit vor- und zurückspulen – und das funktioniert überraschenderweise sehr, sehr schnell!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf allen bis zum 16.05.2013 erhältlichen Touren): Es ist kaum ein paar Monate her. Da habe ich mich abends in Google Maps und Street View auf meinem Tablet-PC verloren. Eigentlich wollte ich mir nur schnell eine Sushi-Bar in Bonn von außen anschauen, doch dann hat mich mein Entdeckergeist übernommen. Ungelogen habe ich mich in der Umgebung von Bonn an die zwei Stunden verloren, bis ich wieder am Ausgangspunkt war. Wii Street U von Google hat auf der Wii U das bisher noch nicht erreicht, doch umso mehr freue ich mich, dass der Suchmaschinengigant Nintendo die Vorlage für eine oder eher gesagt mehrere Applikationen gegeben hat. Ich finde es zwar suboptimal, dass ich für jede Tour nun eine einzelne Applikation im Wii-U-Menü vorfinde, doch als Nintendo-Fan ist man in den letzten Monaten schon leidfähig geworden. Wo es an Organisation fehlt, mangelt es nicht an Qualität und Atmosphäre. Ich kann über die schwache Videoqualität hinwegsehen und dafür bekomme ich jeweils ein paar Minuten, die mich dermaßen in ihren Bann ziehen, dass ich schnell die Zeit vergesse. Dass ich unbedingt möglichst bald Japan und England besuchen möchte, dürfte kein Geheimnis sein, doch sowohl die Rikscha-Tour durch Kyōto, als auch die Stadtrundfahrt mit einem Bus durch London, haben mir noch einmal bewiesen, wie faszinierend ich beide Länder finde und ich keine Zeit verlieren darf, diese zu besuchen. Wer über den Anschaffungspreis von jeweils zwei Euro hinwegsehen kann, bekommt zwar für die einmalige Nutzungsdauer fast keinen Gegenwert, doch wenn mehrere Personen im Haushalt die Wii U benutzen oder man seinen Besuch von der Konsole überzeugen will, dann kann Wii U Panorama View gelegentlich zeigen, was unter anderem auf der Nintendo-Konsole möglich ist.

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