Review: Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (1)Am 3. Juli 2013 erscheint Jissha de Chibi-Robo! in Japan. Exakt ein Jahr dauert es, bis das Spiel aus dem Hause Nintendo zwischenzeitlich in Nordamerika als Chibi-Robo! Photo Finder und hierzulande unter dem Titel Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! erscheint.

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (2)Chibi-Robo! dürfte wohl nur den allerwenigsten von euch noch ein Begriff sein. Schließlich erschien bisher nur ein einziger Teil des Franchises in Europa. 2005 legt das Entwicklerstudio Skip den Grundstein dazu, doch hierzulande ist es erst im Mai 2006 soweit. Somit ist der Titel eines der letzten Spiele, die für den Gamecube noch erscheinen. Das Spielprinzip scheint für den westlichen Markt zunehmend uninteressant zu sein. Zwei Nachfolger für den Nintendo DS folgen zwar, doch während Chibi-Robo!: Park Patrol gerade noch so den Sprung auf den amerikanischen Kontinent und nach Australien schafft, bleibt Okaeri! Chibi-Robo! Happy Richie Ōsōji! ein Exklusivtitel für Japan. Selbst die New-Play-Control-Reihe für die Wii kommt im Westen ohne den kleinen Roboter aus. 2014 wagt man den Schritt und bringt den Download-Titel Chibi-Robo! Let’s Go Photo! auch ins westliche eShop-Angebot. Der Titel für Nintendos 3DS nutzt die Funktionen des Handhelds dabei auch gut aus, doch der Reihe nach: Chibi-Robo ist nicht in Vergessenheit geraten. In der nahen Zukunft treten wir aus der Versenkung wieder zurück ins Tageslicht. Bekanntschaft machen wir mit dem Direktor eines Museums, der uns prompt einstellt und uns mit den ersten Aufgaben betraut. Wir sollen ihm dabei helfen, die Ausstellungsflächen des noch leeren Museums mit Objekten zu füllen.

Auf der Suche nach dem besten Schnappschuss

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (3)An einem großen Laptop erfahren wir von einem sprechenden Smartphone beziehungsweise eines Personal Digital Assistant, wie dieser zu verwenden ist und wie unsere ersten Schritte im Museum aussehen werden. Am Laptop erstellen wir uns für eine bestimmte Anzahl an Happy-Punkten bestimmte Vorlagen; dann müssen wir uns in der realen Umgebung sehr gut umschauen beziehungsweise mit der 3DS-Kamera interagieren. Auf den Silhouettenkarten sind nämlich – wie könnte es auch anders sein – Silhouetten abgebildet. Sieht die Silhouette also so aus wie eine Dose, dann sollten wir eine Dose suchen und sie fotografieren. Können wir in der Silhouette ein Buch ausmachen, sollten wir ein Buch suchen. Grundsätzlich sind diese Aufgaben eine spaßige Angelegenheit, da wir so auch Objekte suchen, die eigentlich gar nichts mit der Silhouette zu tun haben, aber recht gut auf diese zutreffen. Anstatt eines Buchs haben wir uns beispielsweise eine Blu-ray-Schachtel gesucht und dabei einhundertprozentige Übereinstimmung erreicht. Nachdem wir das Foto gemacht haben, müssen wir mit Chibi-Robo in die Vergangenheit reisen und das Objekt aus dem Foto ausreißen. Der Titel macht jedoch keinen Hehl daraus, mit lustigen Ideen zu spielen. Die genannte Dose spricht mit uns und wir können sie nur zum Schweigen bringen, wenn wir sie ins Schwindeln bringen.

Durchgeknalltes Gameplay

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (4)Sobald wir das Objekt aus der Vergangenheit in die Gegenwart (oder Zukunft) bringen, ist es nur noch ein Katzensprung zum Abgeben des Objekts, um die Ausstellungsfläche zu füllen. Wollen wir neue Silhouettenkarten erstellen, brauchen wir die bereits genannten Happy-Punkte. Die gibt es für Jobs, die wir für andere Roboter und Co. erfüllen dürfen. Dabei kann es sich um das Abmessen einer bestimmten Länge oder einer einfachen Shooter-Einlage handeln. Dennoch gibt es Aufträge wie das Suchen eines Schweinemagens unter mehreren Fleischartikeln, die man nur dann erfüllen kann, wenn man denn auch tatsächlich weiß, wie der Schweinemagen aussieht. Die Prozedur wiederholt sich zwar ständig, doch trotzdem sollten wir aufpassen, dass Chibi-Robo nicht die Energie ausgeht. Hat Chibi-Robo nämlich kaum mehr Watt gespeichert, sollten wir schleunigst die nächste Steckdose aufsuchen, wo wir den Titel derweil auch direkt abspeichern können. Apropos Steckdose: Bei der Erkennung von Gegenständen ist das Spiel leider nicht immer perfekt. Manchmal können einfach andere Objekte genommen werden und gelegentlich erkennt das Spiel Motive nicht, wenn sich die nicht explizit vom Hintergrund abweichen. Das langwierige Gameplay wird so durchaus zu einer Geduldsprobe, den sich vor allem die langjährigen Chibi-Robo-Fans stellen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Trotz weitverbreiteter günstiger Angebote habe ich Chibi-Robo! damals nicht in meine Sammlung aufgenommen. Ein wenig ärgere ich mich darüber, da das Spielkonzept aus dem Jahr 2005 sehr interessant ist. Weniger interessant finde ich das Konzept jedoch im Jahr 2014. Das Suchen nach den richtigen Motiven macht zwar durchaus Spaß, doch wenn man in seiner Wohnung nur ein mögliches Motiv für etwas steckdosenförmiges findet und sich dieses aufgrund der hellen Tapete nicht stark genug absetzt und dadurch das Motiv nicht erkannt wird, ärgert mich das sehr. Man kommt zum Teil also nicht umher, den 3DS mit zu Freunden zu nehmen und dort den einen oder anderen Schnappschuss zu knipsen. Zudem bietet es sich an, den Titel bei Tageslicht zu spielen, da die 3DS-Kamera sehr, sehr oft gebraucht wird. Im Kern macht Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! zwar eine Menge Spaß, da die verrückten Ideen bei mir punkten, doch auf Dauer werde ich sicherlich nicht so viel Spaß mit dem Titel haben. Hin und wieder ein Spielstart werde ich zwar wagen, aber auf Dauer ist das Gameplay mir dann doch etwas zu dröge. Ist man jedoch Fan des kleinen Roboters und möchte endlich mal einen lokalisierten Nachfolger spielen, kommt man um den Download des Titels nicht herum!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

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