Review: Die Unbesiegbaren der Shaolin

Die Unbesiegbaren der Shaolin (1)Die Unbesiegbaren der Shaolin ist endlich mal wieder ein Filmtitel, der den Inhalt des Films auch sehr gut verkörpert. Auch wenn wir uns mit dem englischen Titel Snake and Crane Arts of Shaolin eher identifizieren können, tut das dem spaßigen Filmvergnügen keinen Abbruch.

Die Unbesiegbaren der Shaolin (2)Alljährlich treffen sich die acht Großmeister der Shàolín beim Herbst-Festival, um über ihre Kampftechniken zu philosophieren und sie weiterzuentwickeln. Mit geeintem Wissen machen es sich die Shàolín zur Aufgabe, eine gemeinsame Kampftechnik zu entwickeln, in dem sie die Technik der Schlange und die Technik des Adlers einfließen lassen. Jene Technik taufen sie auf den Namen Technik der neun Drachenschwänze, mit welcher man gegen jeden Gegner bestehen kann. Mit dem Wissen dieser Technik möchten die acht Großmeister der Shàolín in China den Frieden für alle Zeit aufrechterhalten. Allerdings kommt es, wie man vortrefflich in der Einleitung des Films berichtet, ganz anders. Plötzlich verschwinden die acht Großmeister von der Bildfläche und das Wissen über die Technik geht somit vermeintlich verloren. Mit einem Donnerschlag wechselt das Geschehen zum Kampfkünstler Yin-Fung, dem nur durch einen bloßen Zufall jenes Buch in die Hände fällt, welches das Wissen über die Technik der neun Drachenschwänze beinhaltet. Es machen sich Gerüchte breit und schnell sind Yin-Fung jede Menge gefährlicher Raufbolde und Halsabschneider auf den Fersen. Nachdem er sich in der Wildnis beim Angeln entspannen wollte und die Attacke von gleich drei Angreifern abwehren musste, begibt er sich flugs in die nächste Stadt, wo schon der nächste Ärger wartet.

Ehrenvolles Handeln

Die Unbesiegbaren der Shaolin (3)Mit zunehmender Laufzeit des Films erfahren wir immer mehr über die Beweggründe von Yin-Fung, der als Vagabund durchs Land reist, um einen ganz bestimmten Mann zu treffen. Auf diesem Weg lernt er Personen der unterschiedlichsten Fraktionen kennen, die sich dem Buch bemächtigen wollen. Während sich manche als Freunde zu erkennen geben, muss er wegen der Gier seiner Feinde auch um sein Leben fürchten. Jackie Chan verkörpert mit Yin-Fung abermals einen Gutmenschen, der für die gerechte Sache eintritt und sich nicht von Fleischeslust oder gigantischen Geldbeträgen verleiten lässt. Mehrmals bieten Frauen ihm ihren Körper an. Das wirkt nicht so peinlich wie in früheren Wei-Lo-Produktionen, aber in ständigen Wiederholungen kann es den einen oder anderen Zuschauer dennoch verprellen. Uns soll es recht sein, da der Film weniger Wert auf humorvolle Einlagen legt und eher eine ernste Geschichte über Ehre und Verrat erzählen möchte. Humor ist in Die Unbesiegbaren der Shaolin tatsächlich unterpräsent. Nur in wenigen Dialogen werden freudig Metaphern oder flotte Sprüche verwendet. Vor allem in den Kämpfen, die besonders in der zweiten Filmhälfte dominant sind, kommt man ohne allzu starke Umschreibungen für Objekte nicht aus. Wenn dann mal eine Sänfte als Mandarinenkiste bezeichnet wird, bleibt bei uns kein Auge trocken.

Glanzvolle Choreographien

Die Unbesiegbaren der Shaolin (4)Die Struktur der Handlung gefällt uns sehr gut, da die verschiedenen Charaktere jeweils zur richtigen Zeit eingeführt werden. So wird die Story passend um weitere Aspekte ergänzt, die sie sehr vielschichtig macht. Der Hintergrund über das Verschwinden der acht Großmeister der Shàolín wird ebenfalls behutsam zum besten Zeitpunkt gelüftet, um die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Die große und obligatorische Auseinandersetzung mit dem Feind am Ende des 102-minütigen Films wird somit gut angeheizt. Choreographisch erwartet Fans von Martial-Arts-Filmen nämlich wahre Glanzleistungen. Weder wurde hier mit Drahtseilen getrickst, noch wirken die Kämpfe zu übertrieben. Sie sind natürlich und geben einen guten Einblick auf eine reibungslose Produktion. Über die erfahren wir im Bonusmaterial allerdings nichts, da hier nur auf den deutschen Trailer und den Original-Trailer in Mandarin gesetzt wird. Dafür können wir euch sowohl die deutsche Synchronisation, als auch den Originalton ans Herz legen. Man hat sich die Mühe gemacht, die Texte verständlich und wenig albern ins Deutsche zu übertragen. Da der Film hierzulande damals geschnitten war, sind fehlende Szenen in Mandarin deutsch untertitelt. Zusätzlich liegt auf der Blu-ray-Disc die deutsche Kinofassung bei, wenn man auf den Wechsel zwischen beiden Sprachen keine Lust hat. Gut!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Unbesiegbaren der Shaolin ist einer der besten frühen Martial-Arts-Filme mit Jackie Chan in der Hauptrolle. Er verkörpert seine Rolle glaubhaft und stellt sein Können als Kampfkünstler mit wunderbaren Choreographien zur Schau. Die dutzenden Nebendarsteller tun ihr übriges, um den Film zu einem wahren Genuss zu machen. In den restlichen Disziplinen kann der Titel ebenfalls bei mir punkten. Die Story ist von vorne bis hinten stringent erzählt und wird jeweils im richtigen Zeitpunkt mit neuen Charakteren ergänzt, die weitere Aspekte in die Handlung bringen, um diese zur nächsten wichtigen Etappe zu leiten. Zwischendurch gibt es zwar auch Wiederholungen, wenn sich Yin-Fung Frauen an den Hals werfen, nur damit er ihnen Zugriff zum Buch mit der Kampftechnik gibt, doch das stört mich nur wenig. Unterlegt werden die Szenen mit einem charmanten Soundtrack, der zwar nicht in Erinnerung bleiben wird, aber definitiv passend ist. So manch einem Zuschauer könnte allerhöchstens durch massenhaft viel zu stark eingesetzte Soundeffekte bei Schlägen und Tritten schwindelig werden. Ein notwendiges Übel, welches man eben eingehen muss. Schade ist nur, dass das Bild an einigen Stellen mangelhaft ist. Das kann auf eine schlechte Lagerung des Rohmaterials zurückzuführen sein, doch eine saubere digitale Bearbeitung erfolgte beim Film aus dem Jahr 1978 nicht. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt einen tollen Martial-Arts-Film, der in keiner Sammlung fehlen darf.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Unbesiegbaren der Shaolin!

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