Review: The Dragons of Camelot

The Dragons of Camelot (1)Wenn man sich heutzutage über Fantasy-Filme unterhält, redet man wohl zuerst über die drei Teile der Der-Herr-der-Ringe-Trilogie oder dessen drei Prequels, die Regisseur Peter Jackson aus dem Roman Der Hobbit gezaubert hat. Tatsächlich existieren noch mehr Fantasy-Filme.

The Dragons of Camelot (2)Einer dieser Fantasy-Filme ist The Dragons of Camelot, welcher sich durchgehend mit der britischen Mythologie beschäftigt. Im Mittelalter angesiedelt, erzählt The Dragons of Camelot nicht die bekannte Sage um König Arthur, wie er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht und auch die Ritter der Tafelrunde sind längst passé. König Arthur liegt zu Beginn des Films im Sterben und bittet Galahad, den er bis zu diesem Zeitpunkt als seinen Sohn ansieht, darum, seinen leiblichen Vater Lancelot aufzusuchen. Wo sich dieser in Großbritannien aufhält, ist allerdings ungewiss. Mit seinen letzten Worten, bevor Merlin ihm seine Augen schließt, bittet er Galahad eindringlich darum, denn Lancelot sei der einzig wahre Herrscher für Camelot und dieser soll verhindern, dass seine durchtriebene Schwester Morgan die Macht am Königshof übernimmt. Dummerweise ist genau Morgan für den Tod des Königs verantwortlich und ihre Pläne sind bereits tiefgehender, als die Königstreuen vermuten. Morgan reist zu einem See am Fuße eines hohen Felsvorsprungs, wo sie einen der letzten Drachen konsultiert. Sie fleht ihn um ihre Hilfe an, damit sie dazu im Stande ist, Camelot zu übernehmen. Der Drache sichert ihr einen seiner Söhne zu, um die Burg angreifen zu können. Der Putsch gelingt und Galahad mitsamt seiner Mutter Guinevere werden von den abtrünnigen Soldaten gefangengenommen.

Kurzes Abenteuer

The Dragons of Camelot (3)Während des Gerangels zerbricht das Schwert Excalibur, welches die Hoffnung für Camelot darstellt. In letzter Sekunde gelingt es Galahad, die Scherben des Schwerts einzusammeln und die Flucht zu ergreifen. In der Freiheit angekommen, reist Galahad quer durch die walisischen Lande, um seinen wahren Vater Lancelot aufzustöbern. Unterwegs trifft er auf Sir Perceval und Sir Bors, mit denen er sich verbündet, um gemeinsam gegen Morgan und ihren Drachen zu kämpfen, zu denen sich im Verlauf der Handlung noch zwei weitere Lindwürmer gesellen. Auch Sir Lancelot, der sich mittlerweile in allen Tavernen des Landes betrinkt, willigt nach kurzem Zögern ein, sich der gerechten Sache anzuschließen. Verfolgt werden die Ritter der Tafelrunde von Morgans Soldaten, denn die magiebegabte Schwester Arthurs kann mit ihrer Kristallkugel jeden Schritt ihrer Widersacher beobachten. Bis alle Anhänger gesammelt, das Schwert repariert, Merlin und Guinevere befreit und Morgan besiegt ist, ist es ein langer Weg. Langweilig wird uns dabei zwar nicht, doch kann man dem Film anmerken, dass er nur mit einem kleinen Budget für den Heimkinomarkt produziert worden ist. Zu kurz fällt die Story aus und zu wenig werden die verschiedenen Charaktere beleuchtet, um ihre Beweggründe glaubhaft nachvollziehen zu können. Hier verschenkt The Dragons of Camelot viel Potential.

Britische Fantasy

The Dragons of Camelot (4)Wer sich nicht mit der britischen Fernseh- und Populärlandschaft auskennt, der wird keinen der Darsteller kennen. Viele Schauspieler haben hier sogar ihren ersten Auftritt in einem Film und das merkt man den schauspielerischen Leistungen auch an, die einfach albern wirken. Die Leistungen, die uns am ehesten überzeugen, werden von Selina Giles, Alexandra Evans und Mark Griffin eingefangen. Auch Sandra Darnell kann in ihrer Rolle als Morgan begeistern. Die restliche Darstellerriege wirkt austauschbar. Auf der technischen Seite kann The Dragons of Camelot schon eher überzeugen. Das Bild in Full-HD wirkt meist gestochen scharf und mit den Bildern, die vor Ort in Wales eingefangen worden sind, bietet man eine natürliche Kulisse, die man nicht mehr missen möchte. Die Spezialeffekte können uns dagegen nicht vom Hocker hauen. Vor allem die Drachen wirken zu gewollt, doch das ist bei einem dünnen Budget auch nicht anders umsetzbar und sollte von jedem akzeptiert werden, der sich auf The Dragons of Camelot einlässt. Die Soundkulisse ist passend, reißt aber ebenfalls keine Bäume aus. Wer dem Englischen mächtig ist, sollte sich den Film im Originalton anhören. Die Synchronisation geht zwar in Ordnung, aber dank britischer Dialekte wirkt der Titel sehr viel authentischer. Fantasy-Fans dürfen ruhig einen Blick riskieren, den Heiligen Gral finden sie hier aber nicht!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Dragons of Camelot ist eine typische Mogelpackung für Menschen, die sich nicht mit Filmen auskennen. Auf dem Cover werden gleich fünf Drachen abgebildet, die mit Feuer um sich speien, durch die Lüfte gleiten und sich an Türmen der Burgmauer von Camelot festkrallen. Feuerspeiende Drachen gibt es im Film tatsächlich, doch taucht höchstens ein Drache auf einmal im Bild auf, da es von der Handlung sonst eh keinen Sinn ergibt. Dann sind auf dem Cover auch noch hunderte Ritter abgebildet, die sich gegenseitig mit Schwertern und Lanzen aufspießen wollen. Das ist schön und nett, doch im Film wirkt diese hitzig suggerierte Schlacht alles andere als spannend – in The Dragons of Camelot kämpfen vielleicht zwanzig bis dreißig Ritter im Burghof. Zudem wurden auch nur wenige Darsteller mit hochwertigen Kleidungsstücken oder Rüstungen ausgestattet, die auf dem Cover zu sehen sind. Worum es tatsächlich im Film geht, ist für einen Laien einfach nicht ersichtlich und selbst der Aufdruck, dass Mark L. Lester, der damals Das Phantom Kommando auf die Welt losgelassen hat, für den Film verantwortlich ist, kann The Dragons of Camelot nicht mehr helfen. Wer den Regisseur kennt, weiß, dass er in den letzten Jahren nur trashige Filme wie Sand Sharks produziert hat. Wenn einem das aber alles egal ist und man sich einen Film für einen sehr gemütlichen oder verregneten Sonntagnachmittag sucht, wird mit The Dragons of Camelot sicherlich einen 81-minütigen Zeitvertreib finden. Trotz aller Makel, die der Film sicherlich hat, wurde mir während der ganzen Zeit einfach nicht langweilig. In Erinnerung bleibt mir der Film deswegen aber trotzdem nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Dragons of Camelot!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s