Review: Hard to Die

Hard to Die (1)1993 entschließt sich Regisseur Kirk Wong, anstatt Fantasy-Filme lieber einmal einen Action-Streifen auf die Leinwand zu bringen. Die Handlung für den Film schwirrt ihm schon länger durch den Kopf. Die Idee zu seinem Film legt er der Produktionsfirma Golden Harvest vor.

Hard to Die (2)Golden Harvest scheint beeindruckt und finanziert den Film daraufhin. Nun muss nur noch ein geeigneter Schauspieler für Hard to Die gefunden werden. Die Wahl fällt zunächst auf Jet Li, doch der möchte lieber in Tai Chi Master mitwirken. Glück für Jackie Chan, der die Rolle des Inspektor Chan prompt annimmt. Zu Beginn des Films geht es dem Inspektor alles andere als gut und das ändert sich im Verlauf der Story nicht großartig. Der Grund dafür ist denkbar einfach, denn als Polizist wird man Tag für Tag aufs Neue mit Verbrechen konfrontiert und in einigen Fällen gerät man auch ins Fadenkreuz der miesesten Verbrecher. Eines Tages gerät Chan in eine Schießerei auf offener Straße. Um die Bürger von Hongkong zu beschützen, ist ihm jedes Mittel Recht und verwickelt sich in das Verbrechen. Kurz darauf muss Chan im britischen Militärkrankenhaus an den Sitzungen bei einer Psychologin teilnehmen, die ihm dringend rät, sich beurlauben zu lassen. Chan hingegen denkt nicht daran und weigert sich. Er will unter allen Umständen im Dienst bleiben. Sein nächster Fall dreht sich um den gierigen Bauunternehmer Wong. Dieser steht im Streit mit seinen Arbeitnehmern und hat Angst davor, dass er Opfer einer Entführung wird. Chan versichert ihm, dass es nicht dazu kommen wird und er sich nicht sorgen muss. Kurz darauf wird Wong von unbekannten Tätern entführt.

Fallakten als Erzählstil

Hard to Die (3)In Hard to Die erhalten wir jedoch nicht nur Einblicke in die Polizeiarbeit. Auch das Werk der Entführer wird immer mal wieder ins Licht gerückt. Mit einem Blutschwur verbrüdern sich die Ganoven und planen die Entführung solange durch, bis sie diese tatsächlich umsetzen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Kriminellen und Chan. Inspektor Chan muss bald jedoch eingestehen, dass die Gegenseite intelligenter vorgeht, als gedacht. So erpressen sie von Wongs Frau sechzig Millionen Hongkong-Dollar, welche sie auf mehrere Konten in Taiwan überweisen soll. Um den Fall aufzuklären, erhält Chan von Beginn an Unterstützung von Detective Hung. Gemeinsam erkunden sie nicht nur die Hongkonger Unterwelt, sondern geraten auch in eine Hetzjagd in Taiwan. Ein Ausflug nach Kowloon ist ebenfalls inbegriffen. Immer wieder werden deutsche Untertitel eingeblendet, welche auf die Uhrzeit und den Tag hinweisen. So möchte der Film quasi die Fallakte suggerieren, auf welcher die Story basiert. Regisseur Wong bezieht sich in seinem Werk auf reale Tatsachen, die er zur Unterhaltung der Zuschauer mit reichlich Action und Dramatik unterlegt. Uns gefällt dieser Erzählstil definitiv, doch fehlt es dem Film vor allem in den ersten Minuten an Verknüpfungen. Spätestens nach einer halben Stunde ist davon aber nichts mehr zu spüren; die Story funktioniert dann flüssig.

Ungewöhnlich ernste Story

Hard to Die (4)Die Spannung des Films steigt mit jeder Minute an. Als Zuschauer wissen wir schon längst, wie das Spiel zwischen Chan und Hung läuft, doch bis die Charaktere sich ebenfalls auf das Spiel einlassen, bleibt der Film spannend und temporeich. Einzig allein die Dialoge (in der deutschen Synchronisation) wirken für einen ernsten Film gelegentlich etwas hölzern. Witzig ist hier nämlich so gut wie nichts, was sehr ungewöhnlich für einen Film mit Altmeister Chan in der Hauptrolle ist. Am Martial-Arts-Anteil des Films können wir dafür aber wieder nichts bemängeln. Die Kampfszenen sind intelligent in die restliche Action eingestrickt. Diese legt zudem Wert auf Schießereien und Verfolgungsjagden. Langweilig wird es also nie. Negativ fällt uns auf, dass vor allem in der ersten Filmhälfte Synchronisation und Hintergrundmusik nicht gut abgemischt sind. Hier sind die Stimmen meist ein Stückchen zu leise. Ansonsten können wir an der deutschen Synchronisation und am kantonesischen Originalton, welche jeweils in 5.1 DTS-HD und 2.0 (Mono) DTS-HD vorliegen, nichts bemängeln. Wer den Film in der Originalfassung sehen möchte, freut sich über deutsche Untertitel. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht mehr als zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung eine sehr gute Figur. Bonusmaterial liegt in Form von Interviews und entfallenen Szenen vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist doch recht seltsam, dass Jackie Chan die ganzen 108 Minuten so gut wie keinen (wirklichen) Witz reißt und die Handlung durchweg ernst bleibt. Mir hat das trotzdem ganz gut gefallen, da man hier einmal mehr sehen kann, dass Chan auch ernste Rollen verkörpern und spielen kann. Schießereien und Action-Sequenzen sind in Hard to Die von Bruce Law wirklich gut eingefangen, da dieser einen natürlichen Stil verfolgt. Im Interview ist er sichtlich froh darüber, dass es 1993 in Hongkong kaum Experten gab, die mit Computereffekten arbeiten konnten. So sind auch die Explosionen in so manch brenzliger Szene alle echt; dem Film tut das wirklich richtig gut. Natürlich wird im Gegensatz zum realen Fall, auf dem Crime Story, so der englische Titel des Films, basiert, an vielen Stellen überzogen, doch Fans des Action-Hongkong-Kinos kommen um Hard to Die definitiv nicht herum, sofern sie denn nicht darauf bestehen, unbedingt auch mit Humor unterhalten werden zu wollen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hard to Die!

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