Review: Coppelion – Vol. 4

Coppelion (Vol. 4) (1)Nachdem die Spannung am Ende der dritten Volume einen neuen Höhepunkt erreicht hat, ist das Schlimmste aber noch nicht überstanden. In der vierten und somit letzten Volume des Anime Coppelion geht es abschließend vor allem um die inneren Werte sämtlicher Charaktere.

Coppelion (Vol. 4) (2)Der Handlungsort hat sich auch in der vierten Volume von Coppelion nicht geändert. Immer noch sind unsere drei Protagonistinnen Ibara, Aoi und Taeko im kontaminierten Tōkyō, ergo der in Coppelion ehemaligen Hauptstadt, unterwegs. Ursprünglich waren die drei genannten Coppelion nur dazu gezüchtet, um als überlegene Menschen in Tōkyō Überlebende zu finden und aus der Hölle zu befreien. Obwohl sie dort einige Freunde getroffen haben, haben sie sich zugleich auch neue Feinde gemacht. Ihr größter Konkurrent ist wohl die Erste Division. Diese Einheit wurde damals von der Regierung bei der Evakuierung der Stadt zurückgelassen und seitdem fristen sie ihr Dasein in der nahezu menschenleeren Riesenmetropole. Da sie sich im Stich gelassen fühlen und sich durch die Strahlenkrankheit langsam verändern, planen sie, die Menschheit zu vernichten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie sich mit Ozu Shion und Ozu Kanon zusammengetan. Die Ozu-Schwestern sind ebenfalls Coppelion und können daher den Strahlen in den kontaminierten Zonen trotzen. Gemeinsam planen sie, das Kraftwerk in der Mitte von Tōkyō mit atomaren Material zu füllen und schließlich in die Luft zu sprengen. Dadurch würde nicht nur der Rest Japans, sondern gleich die ganze Welt einem nuklearen Winter anheimfallen. Ibaras, Aois und Taekos Aufgabe ist es, sie davon abzuhalten.

Flucht aus der Hölle

Coppelion (Vol. 4) (3)Zum Glück lassen sich die beiden Ozu-Schwestern schnell von ihrem Plan abbringen und so ist ihnen die Vernichtung ihrer ehemaligen Kolleginnen wichtiger, als das Ausradieren der restlichen Welt. Mit ihren übernatürlichen Kräften stellen sie sich Ibara, Aoi, Taeko und gar ihrem Ex-Kollegen Haruto in den Weg. Zugleich präsentiert die Erste Division den Helden ihre Geheimwaffe – eine riesige Stahlspinne. Während dem Kampf gegen das Stahlmonster eilt Haruto zum Umspannwerk, um seinen Verbündeten zu helfen, damit Züge wieder fahren können. Schließlich planen die restlichen Überlebenden immer noch aus dem kontaminierten Tōkyō zu fliehen. Am Umspannwerk kommt es schließlich zu einer tragischen Wendung, auf die wir hier aber nicht eingehen möchten. Trotzdem gelingt es allen Beteiligten, den Strom für das Schienennetzwerk und somit den Zug wieder in Gang zu setzen. Außerdem können sie die Erste Division und die Ozu-Schwestern fürs Erste in Schach halten. Die anschließende Flucht nimmt die letzten beiden Episoden in Anspruch, denn obwohl man alle Widersacher erstmal besiegt hat, geben diese natürlich nicht so einfach auf. So liefern sich die Coppelion mehrere Gefechte bei laufender Fahrt und beziehen sogar die Umgebung mit ein, um sich gegenseitig zu bekämpfen. Es bleibt durch und durch spannend und endet mit einem kleinen Lichtblick.

Himmlisches Ende

Coppelion (Vol. 4) (4)Obwohl Atomenergie immer noch das prägnante Thema des Animes ist, verliert dieses in den letzten Episoden ein wenig an Stellenwert. Dadurch, dass die Charaktere von einer atomaren Wolke fliehen und mit dem Zug einen ganzen Wolkengürtel durchdringen müssen, wird aber zumindest sekundär darauf hingewiesen, dass die Menschheit vor Atomenergie fliehen will. Viel wichtiger sind in den letzten Folgen die inneren Werte der Protagonisten. Obwohl sie sich stellenweise bis aufs Äußerste bekämpfen, siegt am Ende die Humanität. Es werden viele moralische Entscheidungen getroffen, die Coppelion zu einem runden Abschluss führen. Der Anime wird im Verlauf der Storyline vielleicht nicht gänzlich abgeschlossen, doch werden alle wichtigen Fragen geklärt und dadurch, dass am Ende genügend Figuren überleben, gibt es auch Hoffnung auf weitere Episoden. Schließlich wird der Manga heutzutage immer noch fortgesetzt. Wir wünschen uns auf jeden Fall eine Fortsetzung von Coppelion, denn nachdem man die Charaktere (sowohl innerhalb als auch außerhalb Tōkyōs) etabliert und das Szenario tiefgründig gestaltet hat, wäre es schade, wenn man hier nicht ansetzen würde. So oder so – am Ende ist und bleibt Coppelion ein Anime, den man sich unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man sich für das Setting und einen tiefgründigen Umgang mit den Themen interessiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach nur dreizehn Episoden endet der Anime Coppelion auf eine wirklich angenehme Art und Weise. Die Handlung wird nahezu abgeschlossen und bietet sogar noch ein paar lose Fäden, an denen man noch ein weiteres Mal anknüpfen könnte. Ob es zu einer weiteren Staffel kommt, steht derzeit aber noch in den Sternen. Ich wünsche es mir jedoch sehr oder zumindest eine Veröffentlichung des Mangas in Deutschland, denn das Szenario und die Charaktere finde ich persönlich einfach zu interessant, als dass ich mich jetzt nicht mehr damit beschäftigen möchte. Obwohl mich der Anime auch optisch an vielen Stellen anspricht, gibt es ein paar Punkte, die ich bei einer weiteren Staffel nicht mehr sehen möchte. Zu starke Konturen und teils zu knappe Animationen machen hin und wieder nicht gerade qualitativ auf den Anime aufmerksam. Wer die Oberflächlichkeiten allerdings außer Acht lässt und sich mit den Fragen, welche Coppelion aufwirft, tatsächlich beschäftigt, wird den Anime mehr als nur gerne konsumieren. Er ist inhaltlich sehr intelligent und zudem recht spannend geschrieben. Schade nur, dass das Bonusmaterial bei der vierten Volume noch dünner als bei den vorherigen drei Ausgaben ausfällt. Das Booklet bietet kaum Inhalt und weitreichende digitale Inhalte liegen auf der Blu-ray Disc nicht vor. Wer die ersten drei Volumes mochte, kommt um die vierte nicht herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 4!

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