Review: Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 2)

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 2 (Re-Cut) (1)Nachdem der erste Film primär die einleitenden Funktionen übernommen hat, kann Hellsing Ultimate sich im zweiten schon direkt auf das Hauptaugenmerk der Reihe konzentrieren – auf die gnadenlose Action!

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 2 (Re-Cut) (2)Für die Anti-Monster-Organisation Hellsing geht das vielleicht sogar ein wenig zu schnell. Die Kämpfe gegen die Vampire und Untoten ziehen sich diesmal bis in ihr eigenes Hauptquartier. Das beweist wohl, dass diese Geschöpfe doch koordiniert handeln. Die Drahtzieher dahinter bleiben vorerst verborgen; deren Entlarvung hat noch Zeit. Zunächst muss Oberhaupt Integra erst einmal dafür sorgen, dass dem Angriff und den einhergehenden Verlusten ein Ende bereitet wird. Vampir Alucard hilft dabei nur zu gern, seine gemütliche Gruft zu verteidigen. Handlungsort und Handlungsraum sind diesmal klar definiert. Also besteht genug Zeit, jede Figur im Eifer des Gefechts etwas näher zu beleuchten. So unterschiedlich Alucard, Seras, Integra oder ihr treuer Butler Walter schon vom Äußeren sind, desto einzigartig ist auch ihre jeweilige Art und Weise, sich ihre Gegner vorzuknöpfen. Eines bleibt dabei aber immer gleich: Die Menge an fließendem Blut und coolen Sprüchen hält sich selten in Grenzen. Die brutal ernste Thematik wird durch ihre coole und lockere Bildsprache aber etwas entkräftet, sodass der eine oder andere Zuschauer manche Gewaltdarstellungen vielleicht doch leichter erträgt, als bei einer kühlen und realitätstreuen Präsentation.

Blutrausch

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 2 (Re-Cut) (4)Das Blut selbst als Lebenssaft nimmt in Hellsing Ultimate eine genauso wichtige Rolle ein, wie in anderen Horrorgeschichten dieser Art. Egal ob es vergossen oder getrunken wird, wenn die Farbe Rot ins Spiel kommt, sollte eigentlich jedem bewusst sein, dass sich die Grenzen zwischen Leben und Tod verwischen. Fragt sich natürlich nur, von welcher Seite ausgehend. Auch die Filme spielen mit dieser ursprünglichen Vampirthematik und verarbeiten diese im modernen sowie japanischen und abgedrehten Setting. Seras zum Beispiel muss sich immer noch an ihr Vampirdasein gewöhnen und hat auch noch nicht den ikonischen Schritt gewagt, selbst Blut zu trinken. Dieser Schritt würde sie als vampirisches Wesen vervollständigen und von ihrem Verantwortlichen Alucard lösen. Dabei befürchtet sie aber auch ihre letzten Reste an Menschlichkeit zu verlieren. Diese bekannten Elemente griff Manga-Autor Hirano Kōta schon in seiner Vorlage auf und verwendete sie zur Charakterisierung seiner Figuren. Genug eigenes Profil besitzen die Helden von Hellsing dennoch auf jeden Fall. Darum kommen sie gar nicht erst herum, sobald sie sich den absurden Inhalten stellen müssen. Der einzige, der dagegen immun erscheint, ist der immer-coole Alucard, den wohl nichts mehr aus den Socken ziehen kann.

Die Stimme eines Monsters

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 2 (Re-Cut) (3)Im Deutschen wird Alucard dabei von Torsten Münchow vertont, der mit einer ruhigen und weisen Stimme – die dennoch ihre emotionalen Höhepunkte erreicht – den süffisanten Vampir perfekt trifft. Schon in der in die Jahre gekommenen Fernsehserie verlieh er Alucard seine Stimme und der größte Teil der restlichen Besetzung ist auch hier wieder zu hören. Die Japaner liefern natürlich eine mindestens ebenso gute Synchronisation ab, sodass sich ein Wechsel zur originalen Tonspur zum Spaß durchaus lohnen kann. Höchstens bei Figuren, die nicht allzu viel Zeit auf dem Bildschirm bekommen – und damit auch nicht allzu viel sagen – merken wir, dass sich hier wohl auch aus der zweiten Schublade der Synchronsprecher bedient wurde. Der Score mit Ohrwurmgarantie lässt diese Bedenken zum Glück schnell wieder verfliegen. Die sogenannten Extras, die sich neben dem knapp 45 Minuten langen Film auf der Blu-ray Disc befinden, bleiben mit Trailer-Material genauso belanglos wie sonst, sind aber wie auch in anderen Fällen nicht wirklich relevant und dienen höchstens als Vergleichswert. Momentan dürfen wir uns sowieso hauptsächlich darüber freuen, wenn wir auch weiterhin regelmäßig mit noch ausstehenden Anime-Klassikern versorgt werden; die äußere Aufmachung ist da regelrecht zweitrangig.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die besten Elemente des ersten Films – nämlich die glorreichen Actionszenen – werden Grundlage für die Fortsetzung und füllen ihn diesmal sogar größtenteils aus. Dabei gefiel mir besonderes der zentrierte Handlungsrahmen in Form des Hellsing-Hauptquartiers, womit sich auch alle wichtigen Figuren auf einem Fleck befanden und es gezwungenermaßen zur gegenseitigen Interaktion kam. So vielseitig wie sie sind, war es nicht überraschend, dass dabei auch die eine oder andere witzige Szene heraussprang. Daneben streut der Film schon hier und da gekonnt kleinere Infohappen ein, die gespannte Zuschauer für die Zukunft auf folgende Handlungsstränge heiß machen.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 2)!

© Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / Hellsing K.G. (Abbildungen)

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