Review: Punch Line (Vol. 1)

punch-line-vol-1-1Wenn man sich die ersten Minuten der zwölfteiligen Anime-Serie Punch Line anschaut, kann man schnell auf die Idee kommen, die Serie mit dem Anime Samurai Flamenco zu vergleichen. Dass das aber im wahrsten Sinne des Wortes absoluter Stuss ist, wird jedem schnell klar.

punch-line-vol-1-2Silvester rückt unaufhaltsam näher; es ist bereits der 21. Dezember des Jahres. Hauptfigur der Serie Iridatsu Yūta und seine Nachbarin Chichibu Rabura ahnen nichts Schlimmes und schon wird die Busfahrt zur Tortur. Ihr Bus wird von ein paar Bösewichten überfallen, die bei den Anwesenden für Angst und Schrecken sorgen. Superheldin Strange Juice ist natürlich schnell zur Stelle, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, den Übeltätern das Handwerk zu legen und die Menschen im Bus zu retten. Im Gedränge wird Rabura jedoch niedergeschlagen – und Yūta nutzt die Gelegenheit, um ein Blick auf ihr Höschen zu werfen. Dieser verbotene Blick setzt in Yūta allerdings mächtige Kräfte frei, die er nicht im Zaum halten kann. So unterstützt er Strange Juice bei der Verbrechensbekämpfung, wird aber aus dem Bus katapultiert, sodass er wenige Augenblicke später neben Strange Juice am Strand aufwacht. Dort verliert er abermals das Bewusstsein und wacht am Abend neben der sprechenden Katze Chiranosuke auf, die ihm ein wenig – und absolut nicht schonend – über seine neue Existenz aufklären will. So bemerkt Yūta schnell, dass ihm seine Beine fehlen und er jetzt als Geist sein Dasein fristen muss. Zudem hat ein anderes und noch nicht definiertes Individuum die Kontrolle über seinen ehemals menschlichen Körper übernommen und führt jetzt das Leben von Yūta normal weiter.

Indische Bücher und apokalyptische Kometen

punch-line-vol-1-3Während Chiranosuke ein Schläfchen hält und sich aus der Angelegenheit heraushalten möchte, soll sich Yūta auf die Suche nach dem indischen Buch Nandala Gandala machen. Mit dem alten Wälzer soll es ihm nämlich überhaupt erst möglich sein, wieder in seinen menschlichen Körper zu schlüpfen. Da er als Geist durch Wände gehen kann, ist es für ihn ein Leichtes, die Suche im Gebäudekomplex seines Zuhauses zu beginnen. Ob er das Nandala Gandala in seine Hände bekommt, verraten wir euch an dieser Stelle aber nicht. Verraten möchten wir euch an dieser Stelle aber unbedingt den Hintergrund über Yūtas magische Kräfte. Wenn er von einem Mädchen erregt wird, indem er dieses beispielsweise in ihren Höschen sieht, steigt seine Kraft auf ein halbwegs gesundes Niveau. Allerdings darf er diesen Wert nicht überschreiten, denn in dem Falle würde prompt ein Komet auf die Erde stürzen und die Menschheit gänzlich auslöschen. Mit diesem Fakt gewinnt Punch Line rasch unsere Aufmerksamkeit. Dieses Konzept ist – so wirr es für den einen oder anderen Interessenten in der Theorie auch klingen mag –unverbraucht und trotz des definitiv vorhandenen Stumpfsinns sehr unterhaltsam. Außerdem macht die Anime-Serie keinen Halt vor dem System und lässt während der ersten drei Episoden nicht nur einmal einen Kometen auf die Erde und unsere Kinnläden zu Boden stürzen.

Gewollter Humor mit übertriebenen Missverständnissen

punch-line-vol-1-4Obwohl das Konzept lustig klingt, schafft es die Handlung diesen Humor nur bruchstückhaft beizubehalten. Vor allem in der deutschen Synchronisation gehen einige Betonungen verloren, die maßgeblich zu den witzigen Stellen im Anime beitragen. Vor allem Yūtas Nachbarinnen Narugino Mikatan, Hikiotani Ito und Daihatsu Meika, die allesamt über ihre eigene Hintergrundgeschichte verfügen, verlieren dadurch in der DTS-HD-Master-Audio-2.0-Tonspur ein wenig an Authentizität. Trotzdem schaffen es gerade diese drei Figuren uns mit recht überdrehten Situationen und sehr übertriebenen Missverständnissen zum Lachen zu bringen. Die meiste Komik kennt man zwar bereits aus anderen Serien und Filmen, haben hier aber grundsätzlich nichts an ihrem Klang verloren, sofern man von gewolltem Humor noch nicht gesättigt ist. Auf der technischen Seite ist Punch Line ebenfalls zufriedenstellend. Beim 16:9-Bildformat in der Auflösung von 1080p fehlen manchmal an der einen oder anderen Stelle ein paar Details und ein paar Animationen wirken etwas abgehakt, doch können wir fast immer über diese kleinen Defizite hinwegsehen. Die Erstauflage von Punch Line, die uns zum Testen leider nicht vorlag, soll neben dem Schuber auch Taschentücher beinhalten – und genau die werden einige Zuschauer trotz der Mittelmäßigkeit des Animes auch bitter benötigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich weiß nicht, was ich da genau gesehen habe und wenn ich darüber nachdenke, weiß ich auch ehrlich gesagt nicht, ob ich das überhaupt wissen möchte! Punch Line ist in erster Linie ein überdrehter Anime, der sehr stark mit sehr gewolltem Humor arbeitet und so gut wie jede Situation so weit wie nur möglich ins Lächerliche ziehen will. Das gelingt der Anime-Serie in den ersten drei Episoden auch durchaus gut und in jeder Episode durchgehend. Wenn man sich auf den Humor von Punch Line einlässt und von der gewollten Situationskomik, die genau in dieser Form schon von vielen anderen Filmen und Serien aufgebraucht wurde, noch nicht übersättigt ist, kann dieser wankelmütige Spagat auch durchaus gelingen. Man sollte sich den Anime in diesem Zusammenhang aber unbedingt im japanischen Original anschauen, da bei der zweckmäßigen deutschen Synchronisation ein wenig an Authentizität verloren geht. Nach dem Ansehen der drei Episoden kann ich unmöglich abschätzen, wohin die Reise mit Yūta und seinen Nachbarinnen hingehen wird – aber trotz der Mittelmäßigkeit des Animes möchte ich das unbedingt herausfinden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Punch Line (Vol. 1)!

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