Review: Samurai Flamenco (Vol. 1)

Samurai Flamenco (Vol. 1) (1)Wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, wird an allen Ecken und Enden kleine Ungerechtigkeiten entdecken, über die selbst die Polizei hinwegsieht. Hazama Masayoshi kann das nicht mehr länger tatenlos mit ansehen und beschließt, die Welt vor der Haustür zu verbessern.

Samurai Flamenco (Vol. 1) (2)Der zum Beginn des Anime 19-jährige Masayoshi verdient seinen Lebensunterhalt als Model und lebt auf Kosten seiner Agentur in einer für Tōkyōter Verhältnisse sehr großen Wohnung. Die Abende verbringt er jedoch alleine und schaut sich alte japanische Superheldenfilme an. Seit Kindheitstagen hat er den Wunsch, selbst einmal ein großer Held, der für die Gerechtigkeit eintritt, zu sein. Er schneidert sich einen Kampfanzug zusammen, doch genau in jenem Moment, als er ihn sich in einer Seitengasse anziehen will, kommt zufällig Polizist Gotō Hidenori um die Ecke. Plötzlich geht der Anzug in Flammen auf, weshalb Gotō ihm sein Hemd leihen muss. Durch die Verkettung der Umstände werden aus dem Model und dem Polizisten gute Freunde, die sich gegenseitig Einblicke in ihr Privatleben erlauben. Während Gotō eine Fernbeziehung führt und seine Freundin entsprechend selten sieht, hat Masayoshi Angst vor seiner Agentin, da diese sein Superheldenhobby abgeneigt ist. Als sie sich eines Abends eine Episode der alten Superheldenserie Harakiri Sunshine anschauen, offenbart sich Masayoshi seinem neuen und einzigen Freund. Er verabscheut körperliche Gewalt, weshalb er die Leute auf der Straße, die sich kleinerer Vergehen strafbar machen, auch nur ermahnt. Dass die meisten Menschen ihren ungenierten Lebensstil beibehalten wollen, ist ihm ein Dorn im Auge.

Harmloser Held

Samurai Flamenco (Vol. 1) (3)Masayoshi meint es dabei gar nicht böse, denn wenn jemand bei einer roten Ampel die Straße überquert, bei strömenden Regen einfach den Schirm einer anderen Person entwendet oder gar den Müll trotz streunender Katzen nicht morgens, sondern abends rausstellt, führt das unweigerlich zu Problemen. Masayoshi ist der titelgebende Samurai Furamenko, der in den Straßen Tōkyōs für Recht und Ordnung einsteht. Mit der Zeit häufen sich bei der Polizei die Berichte über den vermeintlichen Helden, wodurch auch sein Freund Gotō in die Handlung immer öfters mit einbezogen wird. Da es für Masayoshi auch immer gefährlicher wird, will Gotō natürlich, dass er seinen Kampfanzug an den Nagel hängt und die wahren Probleme der Polizei überlässt. Als Samurai Furamenko immer öfters gefilmt und somit rasch ein Internetphänomen wird, verdichtet sich der Verdacht, wer hinter der Maske steckt und Masayoshi somit seine Identität wahrhaftig verheimlichen muss. Die Ereignisse überschlagen sich jedoch so schnell, dass bald noch mehr Personen in den Alltag von Masayoshi hineingezogen werden. So gibt ihm der populäre Action-Schauspieler Kaname Jōji Tipps, wie er noch effektiver sein Dasein als Superheld fristen kann. Schließlich hat dieser in der Fernsehserie Red Axe schon genügend Erfahrung gesammelt, die er nun als Lehrer an seinen neuen Schüler weitergibt.

Japanische Vorbilder

Samurai Flamenco (Vol. 1) (4)Als dann auf einmal auch noch eine Belohung ausgesetzt wird und somit ganz Tōkyō Masayoshis Identität lüften will, tauchen weitere Superhelden in der Stadt auf. Darunter befindet sich auch Furamenko Gāru, welche eine andere Auffassung von Gerechtigkeit hat, durch welche Samurai Furamenko zum Sidekick degradiert wird. Daran lässt sich auch der Humor des Anime erkennen, der teilweise wirklich überdreht ist und uns mindestens einmal pro Episode einen richtigen Lachanfall beschert. Inhaltlich orientiert sich der Anime vor allem an seinen japanischen Vorbildern. Dazu zählen Himitsu Sentai Gorenjā, Sailor Moon und Kamen Rider, welches sogar namentlich zu Beginn der Serie erwähnt wird. Obwohl die Themen in der ersten Volume der 22-teiligen Serie nur abgeschwächt präsentiert werden, gelingt es Samurai Flamenco bereits in den ersten sechs Folgen einen spannenden Handlungsstrang aufzubauen, in dem auch immer mehr bedrohlichere Sachverhalte vorkommen. Auf der technischen Ebene bietet der Anime sehr schöne Zeichnungen, bei dem die Charaktere oft hervorgehoben und die Hintergründe vor allem in Innenräumen etwas abgestumpft werden. Dazu gesellen sich zwei fantastische Synchronfassungen. Sowohl die deutsche Variante, als auch das japanische Original bieten glaubhafte Emotionen und Betonungen. So sieht eine gute Veröffentlichung aus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Samurai Flamenco ist ein Anime, den ich schon viel zu lange aufgeschoben habe. Die ersten sechs Folgen habe ich fast direkt am Stück verschlungen und bin schon sehr von der Grundlage angetan. Diese wirkt zunächst harmlos, doch bietet sie dank des unterschwelligen Nerd-Charakters gleich so viel Potenzial, dass die Serie hier noch einige verrückte Ideen entfalten kann. Wie es die Story schafft, neue Charaktere auf beiden Seiten einzuführen und dabei nicht in den Trott verfällt, abgeschlossene Episoden zu bieten, ist wirklich großartig. Sicherlich kupfert die Serie inhaltliche Merkmale von älteren japanischen Anime und Fernsehserien ab, doch verleihen diese Elemente Samurai Flamenco einen ganz besonderen Charme vor der Kulisse der japanischen Hauptstadt. Das passt in Kombination mit dem Trubel auf den Straßen auch sehr gut zum Humor, denn schon lange musste ich nicht mehr bei einem Anime lauthals drauflos lachen. Wer Fan alter japanischer Fernsehserien oder Anime ist und eine Hommage im frischen Gewand erleben möchte, sollte Samurai Flamenco unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Flamenco (Vol. 1)!

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