Review: Sword Art Online (Extra Edition)

Sword Art Online (Extra Edition) (1)Die erste Rahmenhandlung von Sword Art Online wurde mit der vierten Volume zwar bereits abgeschlossen, doch lässt das Universum des Kult-Animes genügen Raum für weitere Abenteuer. An dieser Tatsache versucht sich die Extra Edition – zum Teil allerdings vergeblich.

Sword Art Online (Extra Edition) (2)Die Handlung der Extra Edition von Sword Art Online beginnt im Juli 2025. Es ist nun schon ein halbes Jahr her, seit Kirigaya Kazuto beziehungsweise sein Charakter Kirito die hilflose Asuna aus ihrem Gefängnis im Online-Rollenspiel Alfheim Online befreit hat. Obwohl die meisten Spieler bereits im November 2024 aus dem Koma erwacht sind, ist der Sword-Art-Online-Zwischenfall immer noch nicht vollends geklärt. An einem Tag wird Kazuto zu einer Besprechung mit seiner Lehrerin gerufen, doch ist dies nur ein Vorwand, um ihn über Sword Art Online zu befragen. Neben seiner Lehrerin erwartet ihn in ihrem Büro auch der Beamte Kikuoka Seijirō, welcher Kazuto schon einmal über die Geschehnisse in Sword Art Online befragt und ihm den Namen des Krankenhauses genannt hat, in welchem die reale Asuna immer noch im Koma lag. Obwohl Kazuto das Thema inhaltlich schon abgeschlossen hat, hilft er Kikuoka bei der Ermittlung. Dabei muss Kazuto so weit ausholen, dass er am 6. November 2022, also dem Release des Spiels, mit seiner Erzählung beginnt. Nachfolgend schildert er dem Beamten sämtliche Ereignisse, an denen er aktiv oder passiv beteiligt war. Was für Kikuoka sicherlich eine spannende Geschichte ist, ist für den Zuschauer an dieser Stelle nur semi-interessant, da sämtliche Erlebnisse mit bereits bekannten Szenen untermauert werden.

Einblicke ins Gefühlsleben

Sword Art Online (Extra Edition) (3)Die neuen Szenen, die im wahrsten Sinne des Wortes extra für diese Edition angefertigt worden sind, belaufen sich vorläufig auf dem Gespräch zwischen Kazuto und Kikuoka. Es gibt allerdings noch nebenläufige Erzählungen über die Geschehnisse, die zwischen Kazutos Freundinnen fernab des kühlen Gesprächsklimas aufgearbeitet werden. Während Kazuto mit Kikuoka im Büro seiner Lehrerin notgedrungen eine Besprechung abhalten muss, amüsieren sich seine Freundinnen nämlich draußen im Schwimmbad der Schule. Dort tummeln sich neben seiner festen Freundin Yūki Asuna auch Ayano Keiko, die in Sword Art Online als Shirika in Erscheinung tritt. Ebenso mit von der Partie sind Shinozaki Rika, die wir als Schmiedin Rizubetto in Erinnerung halten und Kazutos Cousine Suguha. Letztere hat ihn als Rīfa in Alfheim Online bei Asunas Rettung unter die Arme gegriffen. Sie reden darüber, wie sie Kazuto beziehungsweise Kirito in den beiden Spielen kennengelernt haben und welche Gefühle sie mit Asunas festem Freund verbinden. All diese Geschichten kennen wir schon und je nachdem zu welchem Zeitpunkt man sich die Extra Edition anschaut, wird man so bis auf das Einblick ins Gefühlsleben der Mädchen nicht sehr viele neue Informationen sammeln können. Nach circa 65 Minuten kriegt die Zusammenfassung dann aber doch noch die Kurve.

Kleines Extra

Sword Art Online (Extra Edition) (4)Gemeinsam treffen sich die Freunde in der Welt von Alfheim Online. Da die kleine Yui noch nie einen Wal gesehen hat, beschließen Kirito und Asuna, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. So begeben sie sich im Süden der Spielwelt und schließen sich mit Kurain und Andoryū zusammen. Den Abend genießen sie zunächst mit Faulenzen am Strand, bevor sie einen Quest annehmen, in welchem sie eine vermeintliche Perle aus einem versunkenen Tempel borgen sollen. Die letzte halbe Stunde bietet also ungefähr den gleichen Umfang wie eine Episode des bis hierhin abgeschlossenen Anime. Genau hier hätte die Extra Edition ansetzen sollen, statt alte Geschichten in dermaßen großen Umfang aufzuwärmen. Die beiliegende Episode von Sword Art Offline im Bonusbereich der Blu-ray Disc kann zwar an die Erfolge vorheriger Episoden nicht ganz anknüpfen, bietet aber auch hier noch einige witzige Momente, die mit der bekannten fröhlichen Musik unterlegt werden. In der Extra Edition selbst wird vorwiegend auf die Musik aus der Serie zurückgegriffen. An der optischen Qualität hat sich ebenfalls nichts getan, doch das muss es auch nicht. Die technische Seite bietet nämlich ein stimmiges Gesamtbild. Ob man die Extra Edition deswegen aber benötigt, ist jedem selbst überlassen. Sie bietet im Verhältnis zu den vier Volumes der Serie leider nur sehr wenig neues Material.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Sword Art Online hat einige Höhen und nur sehr wenige Schwächen. Wer sich einmal auf die Serie eingelassen hat, kommt gedanklich so schnell nicht mehr von ihr los. Während ich in Windeseile die gesamte Staffel verschlungen habe, haben sich die einhundert Minuten der Extra Edition weitgehend gezogen. Das liegt aber vor allem daran, dass über eine Stunde im Grunde nur alte Geschichten aufgewärmt werden. Versteht mich bitte nicht falsch – ich halte es nach wie vor für wichtig, dass elementare Bestandteile der Story jederzeit deutlich gemacht werden, allerdings nur im wirklich notwendigen Maße. Die Handlung der Extra Edition hätte auch wunderbar auf nur 45 Minuten Platz gehabt, wenn man nicht ständig Erinnerungssequenzen eingespielt hätte. Die beinharten Fans des Animes werden sich daran vielleicht nicht unbedingt stören, doch bringt man hier tatsächlich eine ganze Stunde Zeit auf und weiß danach nicht viel mehr, als vorher. Der Quest, der am Ende der Extra Edition erfüllt wird, hat zudem höchstens Bedeutung für die Charakterentwicklung von Yui. Man sollte sich also gut überlegen, ob man sich die Extra Edition wirklich anschaffen möchte oder sich stattdessen noch einmal der Serie hingeben will.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Extra Edition)!

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