Review: Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence – Ascension

nobunagas-ambition-sphere-of-influence-ascension-1Selten gelingt der Nobunaga’s-Ambition-Reihe der Sprung nach Europa. 2015 haben wir das komplexe Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence getestet. Mit dem Zusatztitel Ascension erschien im Jahr 2016 der Nachfolger, der sich allerdings viel eher wie ein Add-on anfühlt.

nobunagas-ambition-sphere-of-influence-ascension-2In Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence – Ascension kehren wir zwar ein weiteres Mal ins Japan des 16. Jahrhunderts zurück, doch schlüpfen wir nicht zwangsweise in die Haut des titelgebenden Daimyō und ersten von drei Reichseinigern. Angesiedelt in der Sengoku-Zeit lernen wir ein Japan kennen, das in viele kleine Staaten zersplittert ist und von den Daimyō, also lokalen Herrschern, verwaltet wird. Da diese Krieg untereinander führen, schließen wir uns einer von dutzenden Persönlichkeiten an und beginnen unsere politische, wirtschaftliche und militärische Karriere an einem von vielen Startpunkten auf den vier Inseln Kyūshū, Shikoku, Honshū und dem Südzipfel von Hokkaidō. Je nachdem an welcher Stelle wir beginnen, dürfen wir einen anderen Daimyō kontrollieren und über eine andere Provinz herrschen. Der historische Hintergrund des jeweiligen Szenarios variiert selbstverständlich nach Jahr. So erleben wir die schon aus den Vorgängern bekannten Schlachten zum historisch korrekten Zeitpunkt ebenso wie wenige neue Ereignisse, wie den Angriff auf die Burg Ōsaka unter Tokugawa Ieyasu, um die oppositionellen Toyotomi zu bekämpfen. Durch die verschiedenen Szenarien mit ihren ganz eigenen Zielen und vor allem abwechslungsreichen Startpunkten mit zugrundeliegenden Startbedingungen bleibt der Titel stets interessant und sehr spannend.

Aufgaben eines Herrschers

nobunagas-ambition-sphere-of-influence-ascension-3Der Spielverlauf wird immer mal wieder durch Dialoge von den historischen Figuren aufgelockert, auch wenn der Gesprächsinhalt gelegentlich semi-interessant wirkt. Das macht aber nichts, denn schließlich bestimmen wir das Mächte-Verhältnis in Japan ohnehin durch unsere eigenen Entscheidungen, Bündnisse zu schmieden und Krieg zu führen. Bevor wir den Einflussbereich anderer Herrscherfamilien stören, sollten wir zunächst unsere Städte verbessern. Rundenweise erhöhen wir unser Goldeinkommen, die Stärke und die Ausbildung von Samurai und ernten Reis – einen Faktor, den wir keinesfalls unterschätzen sollten. Nahrung ist besonders wichtig, da wir sie zu festgelegten Punkten im Jahr erhalten und es kann tödlich sein, wenn wir unsere Armee auf dem Weg zu einem weit entfernten Schlachtfeld schicken und wir sie plötzlich nicht mehr versorgen können. Ebenso können wir in den verschiedenen Stadtvierteln Gebäude errichten, die dann Auswirkungen auf diese hat. Beispielsweise lässt sich auf diesem Weg die Population vergrößern. Durch das rundenbasierte System sollten wir zudem besonders darauf achten, auf welche Bereiche wir uns konzentrieren wollen, denn ohne Goldreserven haben wir bei vielen Optionen das Nachsehen. Ascension können wir an allen Ecken und Enden anmerken, dass es ein Strategie-Schwergewicht sein will: Mission erfüllt!

Lange Einarbeitungszeit

nobunagas-ambition-sphere-of-influence-ascension-4In puncto Steuerung kann die PC-Fassung von Ascension weitgehend überzeugen. Mit der Maus ist es wirklich sehr komfortabel, die verschiedenen Befehle auszuführen. Wie sich die PlayStation-4-Fassung in dieser Disziplin unterscheidet, können wir euch an dieser Stelle aber nicht verraten. Sie stand uns zum Testen leider nicht zur Verfügung. Trotzdem fragen wir uns auch bei der PC-Fassung, warum man an den Macken des Vorgängers nicht gearbeitet hat. Es ist immer noch sehr nervig, aus der Karte hinaus- und dann wieder in sie hineinzuzoomen, um durch die aufs Nötigste reduzierte Kartengröße an einer anderen Stelle wieder ins Geschehen einzutauchen statt zum eigentlichen Ausgangspunkt zurückzukehren. Je nachdem an welcher Stelle Japans man sich gerade befunden hat, kann dies besonders für Ortsunkundige zu einer kleinen Tortur ausarten. Wer sich mit der Reihe, insbesondere dem letzten Teil, zuvor noch niemals beschäftigt hat, wird wohl zahlreiche Stunden für die Einarbeitung ins Spiel benötigen. Das liegt vor allem daran, dass die aus Sphere of Influence bekannte Einführung bereits komplex genug ist und die veralteten Hilfstexte in der Kampagne zeitraubend sein können. Entsprechend heißt es, dass wir wie wild herumexperimentieren müssen, um die vielen kleinen (aber wichtigen) Eigenheiten zu verinnerlichen und so das Spiel beherrschen zu lernen.

Unerfüllte Erwartungen

nobunagas-ambition-sphere-of-influence-ascension-5Die Mühe für eine deutsche Übersetzung hat man sich nicht gemacht. Das mag vor allem daran liegen, dass es sich hierbei um einen extremen Nischentitel handelt, der selbst unter Strategie-Spielern nicht jeden ansprechen dürfte. So können wir alle Texte entweder auf Englisch, Japanisch oder im Traditionellen Chinesisch lesen. Während sich Kenner des Vorgängers an vielen Stellen vielleicht bereits auskennen, werden durch die Sprachbarriere Neulinge einmal mehr vom faszinierenden Konzept abgeschreckt. Schade finden wir auch, dass die Sprachausgabe auf Japanisch oder Englisch nur sehr selten zu hören ist. Wir merken deutlich, dass der Publisher in puncto Präsentation einsparen wollte. Atmosphärisch hingegen ist Ascension ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite können uns die schönen Charakterporträts und diverse Zeichnungen überzeugen, doch auf der anderen Seite erinnert so manche Textur auf der Weltkarte an die PlayStation-3-Ära. Grafisch hat sich seit dem letzten Ableger also nur sehr wenig getan. Selbiges betrifft auch den Soundtrack. Zwar untermauert dieser jederzeit wunderbar das Geschehen, aber nicht immer fühlen wir uns dabei tatsächlich ins Japan des 16. Jahrhunderts versetzt. Egal wie wir es drehen und wenden: Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence – Ascension ist zwar ein gutes Spiel, erreicht aber leider nicht unsere Erwartungen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Obwohl ich erst vor ungefähr einem Jahr Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence gespielt habe, kann ich nicht leugnen, dass ich auch mit Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence – Ascension meine Startschwierigkeiten hatte. Es hat wieder einige Stunden gekostet, bis mich das Spiel gefangen und gepackt hat. Selbst dann habe ich aber noch meine Probleme mit der verschachtelten Menüführung und der teils recht hartnäckigen Kamerasteuerung gehabt. Trotzdem kann das Strategie-Schwergewicht Ascension mit seinen Inhalten punkten, da die historischen Schlachten beziehungsweise deren lange Vorbereitung durchaus unterhalten. Schade ist aber, dass sich seit dem letzten Serienteil nicht sehr viel getan hat. So fühlt sich der Titel eher wie ein Add-on und weniger wie ein richtiger Nachfolger an. In puncto Atmosphäre und Präsentation sollten die Entwickler für die nächsten Serienableger ebenfalls nachlegen. Ich kann zwar verstehen, dass es sich hierbei um ein Extrembeispiel eines Nischentitels handelt, aber selbst wenn der Titel nur auf Englisch und Japanisch erscheint, wären eine durchgängige Synchronisation, mehr Videosequenzen und vor allem spannendere Dialoge neben einer dringend zu überarbeitenden Menüführung wünschenswert. Wer den Vorgänger noch nicht besitzt und sich nicht scheut, sich stundenlang in ein Spiel einzuarbeiten, darf ruhigen Gewissens zuschlagen – alle anderen sollten lieber auf eine Preisreduzierung warten, da der Titel im Endeffekt nur wenige neue Inhalte bietet.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence – Ascension!

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