Review: Wolf Girl & Black Prince (Vol. 2)

Die ersten vier Episoden von Wolf Girl & Black Prince haben gezeigt, wie man eine romantische Beziehung auf eine sehr ulkige Art und Weise präsentieren kann. In vier weiteren Folgen wird die Geschichte nun mit zwei neuen Charakteren und jeder Menge Zynismus ergänzt.

Das witzige Szenario von der zwölfteiligen Anime-Serie Wolf Girl & Black Prince hat sich in der zweiten Volume grundlegend nicht verändert. Nach wie vor dreht sich alles um Shinohara Erika und Sata Kyōya. Die beiden Oberschüler besuchen ein und dieselbe Schule und sind seit Neuestem ein Paar – wenn auch nur unter dem Deckmantel, dass Erika dringend einen Freund brauchte, um ihre Freundinnen Tachibana Marin und Tezuka Aki zu beeindrucken. Nach den Ereignissen der ersten Episoden nimmt die Geschichte in der zweiten Volume Fahrt auf. Die Handlung der fünften Episode beginnt damit, dass Weihnachten vor der Tür steht und die drei Freundinnen ihre Gedanken miteinander austauschen, was sie mit ihren Freunden an Heiligabend unternehmen werden. Zudem wollen sie miteinander konkurrieren, indem sie Pärchenfotos austauschen wollen. Da Erika und Kyōya selbstverständlich noch keine Idee haben, gibt sie einfach an, mit ihm Kuchen essen zu wollen und danach Geschenke auszutauschen. Nur wenig später machen sie vorsichtshalber noch ein romantisches Foto, damit Erika es ihren Freundinnen an Heiligabend schicken kann. Da wir aus den letzten Episoden allerdings bereits wissen, dass Erika sich mittlerweile tatsächlich in Kyōya verliebt hat, wünscht sie sich dennoch, dass sie Weihnachten gemeinsam verbringen, wodurch ein heftiger Streit entbrennt.

Starke Charakterentwicklung

Was es mit dem Disput zwischen den beiden auf sich hat, wollen wir an dieser Stelle gar nicht verraten. Er zieht aber Konsequenzen nach sich, die starke Auswirkungen auf den Verlauf der Handlung haben. So und nicht anders ist es möglich, dass Kusakabe Yū – ein unscheinbarer Schulkamerad von Erika – in die Serie eingeführt werden kann. Da er zwar nett, aber vor allem schüchtern ist, fällt es ihm schwer, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Er entwickelt romantische Gefühle für Erika, was natürlich dazu führt, dass sich die beiden über mehrere Wochen hinweg miteinander verabreden. Dass sie Zeit miteinander verbringen, stört den etwas dickköpfigen und vielleicht sogar egozentrischen Kyōya erheblich. Uns gefällt die Entwicklung der Handlung, da sie nicht nur nachvollziehbar, sondern in erster Linie glaubhaft umgesetzt ist. Die Story der betroffenen Episoden zeigt überzeugend, wie es ist, jemanden zu lieben und dann zu versuchen, diese Gefühle von einen Tag auf den anderen auszulöschen. Ebenso wird die Tatsache, jemanden hinzuhalten für Erika konträr dargestellt. Während die Persönlichkeitsentwicklung von Kyōya nur wenig spürbar ist, fällt sie für Erika und sogar für den schüchternen Yū dementsprechend umfangreicher aus. Die Randfigur Kamiya Nozomi ist in unseren Augen aber etwas zu eindimensional gestaltet; da erwarten wir künftig viel mehr.

Gestaltungsmaßnahmen

Unter optischen Gesichtspunkten knüpft Wolf Girl & Black Prince an der Qualität der vorherigen Volume an. So fallen die Hintergründe im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p nach wie vor blass aus, können aber zusammen mit den treffend eingefangenen Charakteren wunderbar punkten und das Geschehen gut einfangen. Der Fokus liegt in der Gestaltungsweise nach wie vor auf dem Humor, was sich auf der einen Seite in übertrieben dargestellten Emotionen äußert und auf der anderen Seite mittels Zynismus ausgedrückt wird. Das schaffen sowohl die japanischen, als auch die deutschen Synchronsprecher. Wer sich den japanischen Originalton hinzuschaltet, muss wie bei den meisten Produkten von Publisher Kazé Anime durchgehend deutsche Untertitel in Kauf nehmen. Auf der musikalischen Ebene lassen sich allerdings mittlerweile ein paar Stücke, die sich oft und gerne aus Klavierklängen zusammensetzen, identifizieren. Ganz so prägnant wie die Musik aus Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza ist der Soundtrack allerdings nicht geworden. Wer neben einer wiederzuerkennenden Musik auch Bonusmaterial sucht, wird abermals nicht fündig werden. Sowohl im digitalen, als auch im physischen Umfang der zweiten Volume von Wolf Girl & Black Prince liegt kein Bonusmaterial vor. Eine verschenkte Chance bei einem tollen Anime.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach den ersten vier Episoden von Wolf Girl & Black Prince wollte ich unbedingt wissen, wie die Handlung der Anime-Serie fortgeführt wird. Als die zweite Volume bei mir im Briefkasten lag, habe ich mich auch sehr darüber gefreut, die Fortsetzung der Handlung zu erleben. Diese ruht sich in der zweiten Volume zu meiner vollen Zufriedenheit nämlich nicht aus, sondern entwickelt sich nachvollziehbar und glaubhaft weiter. Besonders die starke Charakterentwicklung von Erika zeigt, wie gut man im Anime-Bereich mit dem Thema Liebe umgehen kann. Auch wenn es sicherlich so gewollt ist, dass Kyōyas Entwicklung langsamer voranschreitet, hoffe ich sehr, dass genau diese Designentscheidung der Serie in den nächsten und abschließenden Episoden nicht zum Verhängnis wird. Auch wenn sich die kreativen Köpfe hinter dem Anime auf dünnem Eis bewegen, bin ich schon sehr gespannt, wie ihnen der Spagat gelingen wird. Fans des Serienauftakts dürfen bei der zweiten Volume ohne zu zögern zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wolf Girl & Black Prince (Vol. 2)!

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