Review: Parasyte 2

Oft werden mehrere Teile einer Filmreihe wie bei Zurück in die Zukunft direkt hintereinander gedreht, um Produktionskosten einzusparen. Parasyte 2 aus dem Jahr 2015 wurde zusammen mit dem ersten Film gedreht und führt die Story mit einem Zeitsprung von mehreren Monaten konsequent fort.

Parasyte 2 beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse des ersten Teils. Allerdings reichen diese unserem Erachten nach nicht aus, um die Handlung völlig verstehen zu können, da sie viel zu knapp geschildert werden und manche Stellen für Nichtkenner zusammenhanglos wirken. Wer Parasyte also noch nicht gesehen haben sollte, wird bei Parasyte 2 – zumindest ohne Hintergrundwissen über die Manga-Vorlage von Iwaaki Hitoshi beziehungsweise die von Regisseur Shimizu Ken’ichi gedrehte Anime-Serie – Probleme haben, um in die Story einzusteigen. Deshalb empfehlen wir an dieser Stelle (alleine schon aus Spoiler-Gründen) mit dem ersten Film anzufangen und an dieser Stelle lieber unsere Rezension zum ersten Teil zu lesen. Nach den Geschehnissen des ersten Teils spult die Story die Geschichte um ein paar Monate vor. Protagonist Izumi Shin’ichi hat es sich nach dem Tod seiner Mutter und der Nahtoderfahrung seiner Freundin Murano Satomi nun endgültig zur Aufgabe gemacht, die von Parasiten befallenen Menschen aufzuspüren und umzubringen. Am Ende des ersten Films haben aufmerksame Zuschauer allerdings gemerkt, dass Shin’ichis auffälliges Verhalten von einer unbekannten Person auf Fotos festgehalten wurde. Diese Person entpuppt sich zu Beginn des zweiten Films als Kuramori Shirō, einem übereifrigen Reporter.

Nervenkitzel bis zum Schluss

Beauftragt wurde Kuramori von Tamiya Ryōko, Shin’ichis ehemaliger Naturwissenschaftslehrerin, die durch ihre Schwangerschaft beziehungsweise ihrem dadurch gezwungenen Austritt aus dem Lehrerkollegium, den Oberschüler nicht weiter selbst beobachten kann. Kuramori ist allerdings der Auffassung, dass die Öffentlichkeit über die Parasiten Bescheid wissen sollte und droht damit, seine Fotos an die Medien weiterzuleiten. Shin’ichi bemerkt natürlich ebenso, dass Kuramori ihn verfolgt und erklärt ihm, dass seine Lehrerin ebenfalls von einem Parasiten befallen ist und dass die Parasiten es schon bis in die Politik geschafft haben. Als Kuramori daraufhin eigenhändig den Bürgermeister von Higashi-Fukuyama bespitzeln will, führt diese Entscheidung dazu, dass während seiner Abwesenheit seine Tochter ermordet wird und er die Schuld zu allem Übel in Tamiya sieht. Die Kettenreaktion sorgt dafür, dass auf der einen Seite die Ordnungshüter über die Parasiten informiert werden und auf der anderen Seite, dass Kuramori Tamiya stellen will, indem er ihren Sohn entführt und töten will. Shin’ichi findet sich zwischen diesen Fronten wieder, muss seine Identität beziehungsweise die von Migī geheim halten und zu guter Letzt auch noch verhindern, dass ihn der übermächtige Gotō, der gleich fünf Parasiten in seinem Körper beheimatet, aufspürt, um Satomi zu beschützen. Spannend!

Konsequente Fortsetzung

Es bleibt aber nicht nur die Handlung aufgrund einiger Wendungen und Überraschungen bis zur letzten der insgesamt 118 Minuten spannend, sondern auch die Charaktere. Diese entwickeln sich im Gegensatz zum ersten Film nämlich deutlich schneller und für die Story wesentlich effektiver weiter. Das kristallisiert sich vor allem in der Beziehung zwischen Shin’ichi und Satomi heraus, aber auch Tamiya kommt mit ihren Muttergefühlen dem Menschlichsein einen Schritt weiter. Durchaus lässt sich an dieser Stelle behaupten, dass der zweite Film eine konsequente Fortsetzung des ersten Teils ist. Das heißt zugleich allerdings auch, dass sich an der technischen Gestaltung des Films nichts verändert hat, was aber nicht sonderlich schlimm ist. Parasyte 2 kann mit einem klaren Bild in der Auflösung von 1080p punkten. Alle Charaktere werden kontraststark vor den urbanen Hintergründen eingefangen. Allerdings können wir uns mit dem einen oder anderen Spezialeffekt nicht anfreunden. In der Regel fallen diese zwar ansprechend aus, doch die Nahaufnahmen von Migī reißen uns gerne mal aus der sonst sehr dichten Präsentation und Atmosphäre heraus. Akustisch wird der Film passend mit Musikstücken unterlegt, die zum Teil auch schon aus dem ersten Teil bekannt sind. Sowohl der japanische Originalton, als auch die deutsche Synchronisation können uns zufriedenstellen. Bonusmaterial liegt bei Parasyte 2 jedoch wie beim ersten Teil weder digital noch physisch vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Parasyte 2 führt die Geschichte des ersten Teils konsequent fort. Das heißt, dass sämtliche Handlungsbögen im zweiten Teil zu einem runden Erlebnis zusammengeführt und die Story beendet wird. Obwohl man an der einen oder anderen Stelle des Endes interpretieren kann, dass es immer noch Schlupflöcher gibt, um die Handlung noch einmal fortzuführen, fühlt sich das Erlebnis mit dem Film mehr als bloß zufriedenstellend an. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich eine durchdachte Handlung ohne viel Schnickschnack erlebt habe, die ich auch gerne noch einmal erleben will. Da verzeihe ich dem Film auch mal das eine oder andere technische Defizit, das ich mir mit meiner Fantasie schön reden muss und auch von der Musik, die in einigen Situationen zu ähnlich, wenn auch passend, klingt, hätte ich mir mehr erhofft. Dennoch bleibt Parasyte 2 mit seiner tollen Story inklusive vieler Wendungen und Überraschungen, den interessanten Charakteren und cleveren Ideen die Fortsetzung, die sich Fans des ersten Teils erwarten und ebenso verdienen.

Vielen Dank an Eye See Movies für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Parasyte!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s