Review: Triage X (Vol. 2)

Die im Jahr 2015 produzierte Anime-Serie Triage X erzählt die Geschichte einer Spezialeinheit, die außerhalb des Gesetzes agiert und Jagd auf Verbrecher macht. In der zweiten Volume der dreiteiligen Veröffentlichung geht es weiteren Kriminellen an den Kragen.

Aufgeteilt ist das zweite Episodenpaket der Anime-Serie Triage X in drei weitgehend voneinander unabhängigen Geschichten, die hauptsächlich durch die Charaktere und nebensächlich durch die Ereignisse innerhalb der Serienhandlung miteinander verwoben sind. Die erste große Erzählung findet in der fünften und sechsten Episode von Triage X statt, die als Doppelfolge ausgelegt sind. Protagonistin und Mittelschülerin Nashida Oriha hat es endlich geschafft – sie ist seit Kurzem in einer Fernsehproduktion auf dem fiktiven Sender Neo TV in der Rolle der Detektivkönigin zu sehen. Während sie ihren Erfolg feiert und sich die einzig uns bekannte Szene aus der Produktion, in der sie auftritt, wiederholt auf ihrem Bildschirm in ihrer Umkleidekabine anschaut, ist ihr Agent alles andere als mit ihrer Leistung zufrieden – schließlich möchte er sie noch mehr ins Rampenlicht drängen, damit sie noch größere Rollen erhält. Als Dreh- und Angelpunkt der fünften Episode wird die Einweihung des neuen Firmengebäudes von Neo TV genutzt, welche von einem Konzert der Mikazuki-Schwestern Haron und Sumire begleitet wird. Da ist es nur verständlich, dass sich die quirlige Oriha den Popstars anschließt und auf der Bühne mitmischen will. Zur selben Zeit wird das Gebäude von einer unberechenbaren terroristischen Gruppe infiltriert, die vor Toten und Verletzten keinen Halt macht.

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Wachmännern wird die Kehle aufgeschlitzt, Assistenten ins Bein geschossen oder aus dem 18. Stockwerk geschmissen und Sängerinnen vor laufender Kamera hingerichtet. Diese Gewaltdarstellung wird in Triage X in den meisten Fällen zwar nicht explizit gezeigt, doch geht die Anime-Serie viel zu wenig mit dem Tod der Personen um. Vor allem da nur eine überschaubare Anzahl an Figuren ihr Leben lassen muss, ist es unverständlich, warum die Willkürlich- und Kaltblütigkeit der Antagonisten kaum bis gar nicht kritisiert wird. Diese verfolgen vermeintlich nur den Plan, die Organisation Black Label, zu der auch Oriha gehört, aus der Reserve zu locken. Sowohl die fünfte, als auch die sechste Folge gehören aufgrund vieler intensiver Momente zu den spannendsten Episoden, die Triage X zu bieten hat. Wie und vor allem ob die neuen Gegner von Black Label für ihr Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, lassen wir an dieser Stelle offen. Schade ist jedoch, dass der stringente Handlungsstrang mit der siebten Episode jäh unterbrochen wird. In dieser wird vorwiegend der Handel mit Drogen thematisiert. Viel wichtiger ist jedoch, dass in dieser Folge Mikami Arashis persönliche Entwicklung durch das Aufgreifen eines in der Vergangenheit spielenden Handlungsstrangs aus der Sicht von Dr. Mochizuki Masamune durchleuchtet und verständlich gemacht wird.

Charakterentwicklung und Vergangenheitsbewältigung

In der achten Episode rückt Krankenschwester Hitsugi Sayo in den Mittelpunkt der Handlung. Ähnlich wie eine Episode zuvor bei Arashi, werden auch ihre Hintergründe durch einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit verdeutlicht. Weitere Worte wollen wir aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle gar nicht über sie verlieren. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Charakterentwicklung von Arashi und Sayo trotz des kaum spürbaren roten Fadens gut funktionieren und die Serienhandlung abseits des Kerns bereichern. Ob Triage X in der nächsten Volume der Spagat hin zu einer abschließenden Story gelingen wird, darf an dieser Stelle ein wenig bezweifelt werden. An der optischen Gestaltung der Serie hat und wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern – die Szenarien sind hübsch gestaltet und wirken ähnlich wie in der Anime-Serie Hamatora: The Animation realitätsnah. Einzig und allein die Charaktere setzen sich manchmal ein wenig unschön von den Hintergründen ab und sind meistens nur mit recht zweckmäßigen Animationen ausgestattet. Aufgrund überproportional großer Brüste bei den weiblichen Figuren kann der Anime einen Running Gag aufbauen, der darauf abzielt, dass in so gut wie jeder Folge das Gesicht einer Figur auf sie gedrückt wird. Der Soundtrack unterlegt die Serie passend dazu. Bonusmaterial liegt weder in physischer noch digitaler Form vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mich die erste Volume von der Anime-Serie Triage X noch nicht so ganz überzeugen konnte, sieht das bei der zweiten Ausgabe schon ein wenig anders aus. Besonders die fünfte und sechste Episode gefallen mir gut, da das Produktionsteam hier eine zusammenhängende Geschichte erzählt, die einfach mehr Zeit hat, sich zu entfalten. Anders sieht es bei der siebten und achten Folge aus. Hier werden wieder einzelne Geschichten erzählt, die nur vage mit den vorherigen Ereignissen zusammenhängen. Für neue Charaktere bleibt da kaum Platz, aber immerhin können so zwei der wichtigsten Protagonisten etwas näher beleuchtet werden. Trotzdem frage ich mich immer noch, auf welches Ziel die Serie hinarbeitet. Wie so oft befürchte ich nun, dass sich Triage X als lose Umsetzung einer Manga-Vorlage entpuppt. Interessiert bin ich am Serienfinale nach wie vor, doch wer jetzt immer noch skeptisch ist, sollte auf Reviews zur finalen Ausgabe warten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Triage X (Vol. 2)!

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