Review: One Piece Box 15 (Episoden 457-489)

In der vierzehnten Serienbox der Anime-Serie One Piece setzte eine Entwicklung ein, die sich im Handlungsverlauf hauptsächlich auf Monkey D. Ruffy konzentriert hat. Dieser Erzählkniff setzt sich im fünfzehnten Episodenpaket fort und vergisst dabei alle anderen Strohhut-Piraten.

Mit dem Fischmenschen Jinbee, seinem alten Rivalen Mister Three, dem überaus gefürchteten Sir Crocodile, Großmaul Buggy, dem Clown, und über zweihundert anderen Sträflingen ist es Ruffy nach einigen nervenaufreibenden Strapazen endlich gelungen, aus dem Unterwassergefängnis Impel Down zu fliehen. Seinen geliebten Bruder Puma D. Ace konnte er in der Strafanstalt allerdings nicht befreien, dieser wurde inzwischen von der Marine nach Marineford gebracht, wo auch das Hauptquartier der Seeflotte liegt. Dort soll er um 15 Uhr unter allen Umständen hingerichtet werden, was Ruffy selbstverständlich nicht zulassen kann. Es bleiben ihm gerade einmal drei Stunden, Marineford zu erreichen und seinen Bruder vor dem Schafott zu retten. Aces Tod wollen allerdings nicht nur Ruffy und seine neue „Crew“ verhindern: Im Angesicht der aussichtlosen Situation hat sich auch Kapitän Whitebeard mit all seinen Kommandanten nach Marineford aufgemacht. Kaum ist Whitebeard mitsamt seinen Männern angekommen, eskaliert die Situation: Admiral Aokiji startet einen ersten Angriff auf den älteren Kapitän, wird dabei jedoch ins Meer geschleudert, wodurch dieses vereist wird und den Weg zur mondsichelförmigen Insel freilegt. Whitebeards Piraten stürmen auf das Schlachtfeld und verwickeln ebenso viele Marine-Soldaten in zahlreiche und sehr chaotische Kämpfe.

Bekannte Fehde und neue Hintergründe

Hauptsächlich drehen sich die 33 enthaltenen Episoden der mittlerweile fünfzehnten Serienbox um genau diese Schlacht, die als Wendepunkt in die Geschichte des großen Piratenzeitalters eingeht. Wer jetzt denkt, dass dermaßen viele auf einen Haufen kumulierte Kämpfe langweilig seien, irrt sich gewaltig. Mit jeder einzelnen Folge steigert sich nicht nur der Gewaltgrad, der die Sinnlosigkeit des Krieges zwischen den Piraten und der Marine ausdrückt, sondern auch die unvorhersehbaren Wendungen, die mit einigen Überraschungen gespickt sind. Ständig erreichen neue Figuren das Schlachtfeld, die im Kampfgetümmel mitmischen wollen – und offenbaren dabei ihre ganz besonderen Absichten. Hierbei bedient sich die Erzählweise ebenso gelegentlichen Rückblenden. Auch hier entstehen kaum Ermüdungserscheinungen, denn in der Tat beziehen sich nur sehr wenige Flashbacks auf Ereignisse, die im Verlauf der auf über 450 Episoden angewachsenen Serie geschehen sind. Dementsprechend kommen immer mehr Details ans Tageslicht, von denen besonders Ruffys und Aces familiären Verhältnisse wichtig für die Handlung sind und dabei erklären, warum Aces Hinrichtung unbedingt vollzogen werden soll. Ebenfalls spielt auch das legendäre One Piece, dessen Existenz in diesem Episodenpaket sogar angezweifelt wird, eine keinesfalls zu unterschätzende Rolle in der Storyline.

Überraschend tiefgründig erzählte Geschichte

Da sowohl Whitebeards als auch die Admiralität der Marine ihre stärksten Männer und Frauen in die Schlacht führen und das Machtverhältnis sich dabei stets verschiebt, bleibt es in jeder Folge durchweg spannend, da der Ausgang ungewiss ist. Ob Aces Hinrichtung vollzogen werden oder Ruffy seinen Bruder diesmal retten kann, soll jetzt nicht verraten werden. Fakt ist jedoch, dass One Piece spätestens mit dieser Serienbox eine emotionale Tiefe erreicht, bei der auch hartgesottene Kerle eine Träne vergießen dürfen: Nicht nur unzählige kleine Nebenfiguren lassen als Kanonenfutter ihr Leben, auch wichtige Charaktere segnen in den Episoden 457 bis 489 das Zeitliche. Da der einige Stunden anhaltende Krieg zwischen den Piraten und der Marine überraschenderweise mit einem stringenten Handlungsstrang und keinen lästigen Filler-Episoden erzählt wird, kommen Fans von Lorenor Zorro, Nami und Co dieses Mal leider nicht auf ihre Kosten, da für die parallelen Geschichten einfach keine Zeit bleibt. Was im ersten Moment etwas schade klingt, entpuppt sich beim Anschauen der vorliegenden Folgen jedoch als absolut richtige Entscheidung, denn selten hat One Piece mit so tiefgründigen und so facettenreichen Charakteren innerhalb einer spannenden und aufregenden Story begeistern können. Hier wird kein einziger One-Piece-Fan auch nur eine Kleinigkeit zu maulen finden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 457 bis 489 der Serie): Ruffys Ausflug in das Unterwassergefängnis Impel Down gehörte nicht unbedingt zu den besten, aber definitiv auch nicht zu den schlechtesten Handlungssträngen von One Piece. Ganz anders sieht es bei den Episoden der fünfzehnten Serienbox aus, die sich allesamt um den Krieg zwischen den Piraten und der Marine drehen und mit ihrer stringenten und spannenden Erzählweise absolut punkten können. Als Dreh- und Angelpunkt der Schlacht wurde Marineford ausgesucht, da dort der Charakter Ace hingerichtet werden soll, was nicht nur dessen Bruder Ruffy, sondern auch Whitebeards Piratenbande unbedingt verhindern möchten. Der Schwerpunkt wird diesmal auf die Kämpfe gelegt, die jedoch niemals langweilig sind. Sie gehen Hand in Hand mit Rückblenden, die die Absichten der einzelnen Kampfteilnehmer verdeutlichen und häufig neue Details aufwerfen, die den Zuschauer stets anspornen, sich eine Episode nach der anderen anzuschauen. Obwohl es in One Piece nur selten Tote gibt, muss sich der Zuschauer in dieser Serienbox auf mehrere Verluste wichtiger Figuren einstellen, die jedoch dafür sorgen, dass die Anime-Serie eine ungeahnte emotionale Tiefe erreicht, die ohne sie so nicht zu erwarten wäre. Um die fünfzehnte Serienbox kommt definitiv kein einziger One-Piece-Fan herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 15 (Episoden 457-489)!

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