Review: Dimension W (Vol. 3)

Zwischen der Veröffentlichung der ersten und zweiten Volume der Anime-Serie Dimension W vergingen vier Monate. So lange mussten Fans auf das dritte Episodenpaket nicht warten –  im Mai 2019 erlöste Kazé Anime die Fans, die seither in den Genuss des Serienfinales kommen.

Ähnlich wie beim Übergang von der ersten zur zweiten Volume ist auch dieses Mal wieder ein Cliffhanger Mittel zum Zweck, um in den immer noch anhaltenden Erzählstrang einzusteigen. Am Ende der achten Episode traf Collector Mabuchi Kyōma auf einen alten Bekannten. Was es mit dem Maskierten auf sich hat, soll an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen allerdings nicht verraten werden. Hinzu kommt, dass die neunte und somit erste Folge der dritten Volume Protagonist Kyōma abermals in die Vergangenheit versetzt. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch Mitglied der Grendel genannten Spezialeinheit und wird mit einem neuen Feind konfrontiert. Haruka Seameyer betreibt nicht nur illegale Forschung mit den Coils, er versetzt die Welt mit terroristischen Motiven außerdem in Angst und Schrecken. Diese Vergangenheitsbewältigung ist für Kyōma kritisch, da zur gleichen Zeit seine Verlobte Azumaya Miyabi im Sterben lag. So zeichnet die neunte Episode der Anime-Serie für den Zuschauer ein verständliches Bild des Helden, dessen Motive und Gefühle auf diese Art und Weise nachvollziehbarer werden. Hier verknüpft die Anime-Serie die Geschichte außerdem mit dem Androidenkörper von Kyōmas Partnerin Yurizaki Mira, was ein durchaus intelligenter Schachzug ist, da für den Zuschauer so klar wird, dass alle Handlungsstränge und Figuren zusammenhängen.

Aufs Finale gerichtete Erzählstruktur

In der neunten Episode erhält der Zuschauer außerdem einen Eindruck von Lwai-Aura-Tibesti und Salva-Enna-Tibesti beziehungsweise wie sich die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Adoptivbrüder entwickelt hat. Diese Thematik respektive ihre Auswirkungen werden in der zehnten Folge ebenso aufgegriffen und teilweise mit der Handlung rund um Kyōma und Mira verzahnt. Beachtenswert ist hierbei auch erneut die technische Darstellung der Welt, die vor futuristischen Ansätzen nur so strotzt. Beispielsweise erfährt der Zuschauer, dass Lwais Bewusstsein in seiner afrikanischen Heimat Isla gelagert wird und ihm deshalb nicht nur ein Körper zur Verfügung steht. Das wurde so oder so ähnlich zwar auch schon in ganz anderen Werken des Science-Fiction-Genres umgesetzt, passt aber auch in Dimension W wunderbar hinzu. Schade ist in diesem Zusammenhang nur, dass sich neue Elemente in diesem Bereich in der dritten und letzten Volume auf ein nötiges Minimum reduzieren. Hier wäre auf der einen Seite mehr möglich gewesen, auf der anderen Seite ist diese Entscheidung aber bewusst getroffen, um die Geschichte zu Ende zu erzählen. Vor allem die elfte Episode ist hierfür entscheidend, da hier viele Hintergründe gelüftet und ein zentrales Story-Element vorgestellt werden. Letzteres entpuppt sich als Motiv, das die Helden schon länger begleitet.

Zufriedenstellendes Ende

Was in der zwölften Episode passiert, sollte der Zuschauer lieber selbst herausfinden. Es sei jedoch gesagt, dass die Story von Dimension W im Gegensatz zu vielen anderen kurzlebigen Anime-Serien stringent und konsequent zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht wird. Unter technischen Gesichtspunkten hat sich bei der Anime-Serie seit den ersten beiden Volumes nichts verändert. Schön animierte Charaktere bewegen sich durch meist recht sterile Umgebungen, die mit kleinen Details im bildschirmfüllenden 16:9-Format bei einer Auflösung von 1080p aufgebohrt werden. Hinzu kommen schöne Lichteffekte, die im Anblick des Finales für gelungene Schattierungen sorgen. Akustisch wird das Geschehen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 mit meist bedrohlichen Klängen unterlegt. Dimension W wartet zudem mit passenden Stimmen im japanischen Originalton als auch in der deutschen Synchronisation auf. Physisches Bonusmaterial liegt laut Herstellerangaben zwar nicht in der Box der dritten Volume bei, doch dafür gibt es eine kurze Original Video Animation und drei tolle Produktionstagebücher zu bestaunen, die zusammen eine Laufzeit von circa vierzig Minuten einnehmen. So wird die Serie nicht nur im Inhalt, sondern auch in puncto Ausstattung hervorragend abgeschlossen. Potenzial wurde hier definitiv kaum bis gar nicht verschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Seit der ersten Volume hat es Dimension W geschafft, durchgehend den eigenen Qualitätsanspruch zu halten. Zwar verliert sich die Story zum Ende hin ein wenig in kryptischen Darstellungen der Ereignisse, doch ist das alles nicht wirklich schlimm, da die Auflösung trotzdem sehr befriedigend und dazu gefühlsbetont ist. Es gibt nur wenige Anime-Serie, die zum richtigen Zeitpunkt die Kurve bekommen und die Handlung auch wirklich abschließen wollen. Dimension W fühlt sich mit seinen Charakteren und der Darstellung der Welt im bewusst kurz gehaltenen Rahmen wie aus einem Guss an. Wer die Episoden der ersten beiden Volumes bereits gesehen hat, kommt auch um die vier abschließenden Folgen des dritten Episodenpakets alleine aufgrund der Erzählweise und ein paar letzter interessanter Ideen in puncto Setting definitiv nicht herum. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dimension W (Vol. 3)!

 

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