Review: Comic Girls (Vol. 3)

Nachdem Kazé Anime im Mai und Juni 2019 die ersten beiden Ausgaben der Anime-Serie Comic Girls veröffentlicht hat, folgte nur einen Monat später die dritte und leider auch schon letzte Volume, die die Geschichte zu einem traurigen, aber zufriedenstellenden Ende führt.

Thematisch und inhaltlich hat sich auch im dritten Episodenpaket von Comic Girls nichts geändert. Nach wie vor dreht sich die Story um die angehende, aber noch erfolglose Manga-Zeichnerin Moeta Kaoruko. Was für den Zuschauer mit jeder weiteren Episode zum Running Gag verkommt, ist für Kaoruko bitterer Ernst: Ständig werden ihre Entwürfe von ihrer Redakteurin Amisawa Mayu abgelehnt. Da Kaoruko ihren Traum von einer beruflichen Karriere aber keinesfalls aufgeben will, beschließen die beiden, dass Kaoruko in einem Wohnheim für Manga-Zeichnerinnen unterkommen soll. Dort angekommen, schließt sie mit ihren vier neuen Mitbewohnerinnen Koizuka Koyume, Irokawa Ruki und Katsuki Tsubasa Freundschaft. Wenig später kommt auch noch die undurchsichtige Fūra Suzu hinzu, die aber ähnlich wie Tanaka in Black Butler eine Randfigur bleibt und kaum bis gar keine Bedeutung für die Handlung hat. In der Geschichte von Comic Girls geht es auch im dritten Episodenpaket um unterschiedliche Slice-of-Life-Aspekte, weshalb jede Folge im Grunde genommen für sich steht. Dennoch ist der Handlungsfaden fortlaufend und wichtige Inhalte bleiben auch in der neunten bis zwölften Episode der Anime-Serie von Bedeutung. Dabei dreht sich alles ums Zeichnen, auch wenn mit der Zeit immer mehr beiläufige Abenteuer in den Fokus gerückt werden.

Schwänke aus dem Leben

Zu Beginn der neunten Folge haben die Künstlerinnen große Probleme mit ihren Storyboards, die sie nicht zu Papier bringen können. Um neue Energie zu sammeln, machen die quirligen Freundinnen einen Ausflug in die Stadt. Im Restaurant und im Bekleidungsgeschäft stehen vor allem Koyume und Tsubasa im Mittelpunkt. So lässt Tsubasa diverse Kommentare fallen, die Koyumes Gefühle wieder einmal erwachen lassen. Das geht sogar soweit, dass Koyume Tsubasa einkleiden will, was für Tsubasa aber äußerst überraschend kommt. Dann verliert sie in der Schule auf einmal auch noch ihr Manuskript. Bei der Suche wird der Zusammenhalt der Charaktere ausgedrückt, die mittlerweile sehr enge Freundinnen geworden sind. Ulkigerweise tauchen bei der Suche auch längst vergessene beziehungsweise verlorene Unterlagen von ihrer Lehrerin Nijino Miharu auf. Hinzu kommt, dass Weihnachten immer näher rückt, was bei Ruki zu großen Stimmungsschwankungen führt. Sie wünscht sich so sehr einen Partner und will nicht mehr alleine sein. Als ihre Freundinnen sie mit einer Geburtstagsüberraschung ein wenig aufheitern wollen, wird auch für den Zuschauer klar, dass es mehr als nur Romantik im Leben gibt. In einer anderen Folge vergisst Kaoruko wiederum zuhause Bescheid zu geben, dass sie in den Winterferien nach Hause kommt, sodass sie bei Tsubasas Familie landet.

Zufriedenstellender Abschluss

In der elften und zwölften Episode von Comic Girls wird die Frage beantwortet, was mit dem Wohnheim passiert – schließlich steht dieses Rätsel seit dem Ende der zweiten Volume im Raum. Auch wenn das Ende für den einen oder anderen Zuschauer etwas melancholisch ist, wird der Humor nicht vergessen. Das Gag-Feuerwerk zündet oft in Sekundenbruchteilen, was so nur wenige andere Serien des Genres schaffen. Nahezu unverändert ist auch die Technik von Comic Girls. Das heißt, dass das Geschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p dargestellt wird. Im Gegensatz zu den vorherigen Folgen fallen die oft unscharfen Hintergründe aber nicht mehr ganz so negativ auf, zumal die Serie mit hübschen Licht- und Schatteneffekten punktet. Ein Charakteristikum von Comic Girls ist und bleibt das Einrücken von Figuren in kleine Panels wie im Manga, wodurch bestimmte Emotionen noch ein wenig besser als im Breitbild eingefangen werden. Akustisch trällert hingegen der bekannte Soundtrack in DTS-HD Master Audio 2.0 mit einprägsamen Stücken aus den Lautsprechern, der alle Szenen mit munteren und melancholischen Klängen unterlegt. Sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher unterstützen die Atmosphäre enorm, sie verleihen den ihnen zugeteilten Charakteren reichlich Leben. Boni gibt es bei der dritten und letzten Volume leider nicht, was abschließend trotz guter Qualität ein wenig bedauerlich ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach dem überaus gelungenen Einstand und einem leider eher mittelmäßigen Zwischenstück von Comic Girls, ist es Animationsstudio Nexus tatsächlich gelungen, die Anime-Serie zu einem äußerst befriedigenden Abschluss zu führen. Zwölf Episoden lang gelingt es Comic Girls, nicht nur lustige Abenteuer zu erzählen, sondern auch mit charmanten Charakteren zu verzaubern. Besonders beim Ende der Serie dürften Tränen nicht nur auf dem Fernsehbildschirm, sondern bei einigen Zuschauern auch davor fließen. Obwohl die Anime-Serie des Slice-of-Life-Genres sich hin und wieder, hier und da, in Nebensächlichkeiten verliert, erreicht sie vor allem in den letzten beiden Episoden eine unglaublich emotionale Tiefe. Am allerwichtigsten ist hierbei jedoch, dass die Geschichte von Comic Girls ohne wirklich offenes Ende auskommt. Alle jenen, denen die vorherigen Volumes schon gefallen haben, werden mit der dritten Volume nicht zufrieden, sondern glücklich sein!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Comic Girls (Vol. 3)!

 

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