Review: Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre (Deluxe)

Nachdem der letzte Teil der Professor-Layton-Reihe 2013 veröffentlicht wurde, dauerte es vier Jahre, bis die Serie 2017 in Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre fortgesetzt wurde. Im November 2019 wurde das Spiel für die Switch portiert.

Ungefähr im Jahrestakt besuchte uns zwischen 2007 und 2013 Professor Hershel Layton mit seinem Assistenten Luke Triton zunächst auf dem Nintendo DS und später dem Nintendo 3DS. In insgesamt sechs Spielen erleben wir mit beiden Charakteren fantastische Abenteuer. Nach zwei Trilogien war jedoch vorerst Schluss. Spin-offs und Crossovers existieren zwar, doch erst Layton’s Mystery Journey führt die Reihe in halbwegs gewohnter Form fort. Dieses Mal schlüpfen wir in die Rolle der jungen Detektivin Katrielle Layton, die zu Beginn des in Episoden aufgeteilten Abenteuers in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters schlüpft. In einem Traum erfahren wir, dass der englische Gentleman Katrielle aus unbekannten Gründen verlassen hat. Warum das so ist, erfahren wir im Spiel nicht. Ebenfalls schade ist, dass sich die einzelnen Episoden am Ende zwar recht angenehm wie ein Mosaik zusammensetzen, doch lassen sie das allseits gewohnte Gefühl vermissen, ein großes Geheimnis zu lüften, dem wir Schritt für Schritt näherkommen. Dabei fängt die Geschichte nach dem Verschwinden des Professors und dem Auftauchen des sprechenden Hundes Sherl noch vielversprechend an. Ebenso interessant sind die einzelnen und durchschnittlich etwa drei- bis vierstündigen Kriminalfälle, die Katrielle und ihr Assistent Ernest Drowrig in London und um die englische Hauptstadt herum lösen müssen. Dazu gesellt sich eine kräftige Portion Humor, die das Geschehen gut begleitet.

Spurensuche per Cursor-Navigation

Unter anderem kümmern wir uns in den Straßen von London um das mysteriöse Verschwinden eines der vier Stundenzeiger des weltberühmten Elizabeth Towers oder ermitteln in einem Kino und auf einem Schiff. Somit deckt Layton’s Mystery Journey im Gegensatz zu den vorherigen Teilen eine wesentlich größere Bandbreite an Szenarien ab. Wie in einem Point-and-Click-Adventure untersuchen wir die facettenreichen Umgebungen mittels eines lupenförmigen Cursors ab. Entdecken wir einen interessanten Bereich, färbt sich die Lupe orange. Klicken wir dann auch noch auf die zu untersuchende Stelle, erhalten wir in den meisten Fällen Informationen zum jeweiligen Handlungsort, wodurch sich die Atmosphäre arg verdichtet. So können wir jedoch auch optionale Sammelgegenstände aufdecken und spezielle Münzen finden. Gerne versteckt sich aber auch mal ein Rätsel zwischen dem Gestrüpp. Diese werden uns in regelmäßigen Abständen auch von den Nicht-Spieler-Charakteren gestellt und stellen die Highlights des Abenteuers dar. Oft wird uns hierbei eine Frage gestellt, die wir richtig beantworten sollen. Manchmal müssen wir auch Objekte korrekt anordnen oder kleinere Knobeleien lösen. Die Mechanik funktioniert – bis auf das umständliche Kritzeln von Notizen – gut, manche Rätsel geizen aber mit Informationen, sodass der Lösungsweg manchmal nervig ist. Negativ anzumerken ist, dass die wenigsten Rätsel logisch in die Story implementiert sind.

Zusätzliche Inhalte der Deluxe-Ausgabe

In puncto Schwierigkeitsgrad ist der Titel seinen Vorgängern ebenbürtig, doch aufgrund der Formulierung der Rätsel – zumindest in der deutschen Version – ist er nicht ganz so gelungen wie die Abenteuer mit Professor Layton in der Hauptrolle. Wer in einem Rätsel wirklich nicht weiterkommt, darf gesammelte Hinweismünzen einsetzen, um ein paar Tipps auf dem Weg zur Lösung zu bekommen. Hin und wieder sind diese Tipps äußerst hilfreich, doch wenn das Rätsel an sich schon nicht sonderlich gut erklärt ist, helfen einem auch die besten Hinweise nicht sehr viel weiter. Je nachdem wie gut wir uns bei einem Rätsel anstellen, erhalten wir in Layton’s Mystery Journey eine bestimmte Menge Pikarat, die grundsätzlich mit jedem gescheiterten Versuch, das Rätsel zu lösen, sinken. Je mehr Pikarat wir am Ende des Spiels besitzen, desto umfangreicher fällt das Bonusmaterial aus. Apropos Bonusmaterial: Im Gegensatz zur 3DS-Fassung aus dem Jahr 2017 wurde die Switch-Fassung mit dem Zusatz Deluxe ausgestattet. Der Deluxe-Anteil bietet unterm Strich vierzig neue ins Abenteuer integrierte Rätsel und sämtliche kostenpflichtigen Kostüme für Katrielle, die wir bei der Detektivarbeit oder täglich als Belohung einkassierten Modemünzen freischalten. Des Weiteren kommt für die Dauer von einem Jahr nach Release jeden Tag ein weiteres Rätsel hinzu. Diese sind aber nicht sonderlich abwechslungsreich und schon bestens vom 3DS bekannt.

Steuerungsvielfalt mit kleinen Makeln

Uns freut es, dass Level-5 nicht auf unverhältnismäßige Mikrotransaktionen und stattdessen ein rundes Erlebnis setzt. Vor allem in technischer Hinsicht ist das den Entwicklern gelungen, denn sämtliche Umgebungen sehen auf der Switch gestochen scharf aus und überflügeln damit die 3DS- und die Mobile-Fassung. Insbesondere die von A-1 Pictures entworfenen Zwischensequenzen im Anime-Stil beeindrucken. Hinzu kommt eine gute deutsche Synchronisation. Unter anderem ist hier Corinna Dorenkamp als Katrielle zu hören, die in der Anime-Serie Dragon Ball Son Gokū ihre Stimme lieh. Eine Vollvertonung fehlt aber nach wie vor. Dafür punktet einmal mehr der Soundtrack von Nishiura Tomohito, der sich für die Reihe und Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney verantwortlich zeigt. In puncto Steuerung bietet der Titel drei verschiedene Möglichkeiten. So können wir neben der Knöpfchensteuerung auch mit Bewegungen per Joy-Con oder über den Touchscreen der Switch spielen. Alle Optionen funktionieren zwar gut, aber keine davon makellos. So bewegt sich der Cursor für zu schnell. Seine Sensitivität lässt sich nicht kalibrieren. Da die Switch ohne Touchpen auskommt, verdecken Hand und Daumen auf dem Touchscreen zu viele Informationen. Wer die Wahl hat, ist nicht auf die Inhalte der Switch-Fassung angewiesen und kann auch bei der 3DS-Fassung zugreifen. Layton’s Mystery Journey kommt nicht an die Vorgänger heran, ist aber ein unterhaltsames Abenteuerspiel, das jedoch gut und gerne dreißig Stunden unterhält.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-3DS- und der Nintendo-Switch-Fassung): Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre fängt inhaltlich vielversprechend an: Der Professor ist verschwunden und auf einmal steht ein sprechender Hund vor den Türen der Detektei Layton. Warum der Professor Katrielle verlassen hat und woher Sherl überhaupt kommt, sind zwei Fragen, die mir dreißig Stunden lang auf der Zunge liegen. Leider werden diese beiden Fragen nicht beantwortet. Stattdessen muss ich episodenhaft verschiedene Fälle lösen, die sich am Ende halbwegs gut zusammensetzen. Da die vorherigen Abenteuer mit dem Professor die Messlatte ziemlich weit hochgelegt haben, werde ich so nur enttäuscht. Das macht aus Layton’s Mystery Journey aber noch lange kein schlechtes Spiel, denn das Gameplay funktioniert nach wie vor gut, die Charaktere sind allesamt interessant und der positiv herausstechende Humor ein nicht zu unterschätzender Faktor der Erzählweise. Leider krankt es hier und da an den Rätselbeschreibungen und auch die Abwechslung bei den Rätseln des Tages könnte wesentlich besser sein. Als Kenner der 3DS-Version verliere ich so schnell die Lust am erneuten Durchspielen, weshalb sich der Titel eher an Neulinge richtet. Diese dürfen aber auch gerne bei der Switch-Fassung zugreifen, müssen sich über die leichten Defiziten bei der Steuerung von Layton’s Mystery Journey aber im Klaren sein.

Vielen Dank an Level-5 für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre (Deluxe)!

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