Review: Gamers! (Vol. 2)

Während der hiesige Publisher Kazé Anime die erste Volume von Gamers! im August 2020 veröffentlicht hat, folgte die zweite Ausgabe nach zwei Monaten Pause im Oktober. Diese führt die turbulente Geschichte rund um die titelgebenden Videospieler in den nächsten Level.

Inhaltlich knüpft die zweite Volume der Anime-Serie Gamers! nahtlos an die Ereignisse des ersten Episodenpakets an. Im Finale der vierten Folge haben sich Protagonist Amano Keita und Sakurano Aguri miteinander verabredet, um über das eine oder andere zu sprechen. Während ihres Treffens müssen die beiden allerdings schmerzlich beobachten, dass sich Aguris langjähriger Freund Uehara Tasuku heimlich mit Hoshinomori Chiaki trifft. Das erfüllt sie gleichermaßen mit Wut, wobei Chiaki Tasuku eigentlich nur nach seinem Rat bezüglich eines Videospiels fragen will, das sie gerade entwickelt. Mit der Zeit erkennt Tasuku, dass Chiaki und Keita wie gemacht füreinander sind – und ist mit der Situation überfordert, zumal er selbst auch nicht begreifen kann, dass Aguri seit der Mittelschule in ihn verliebt ist. Dennoch ist er der Auffassung, dass nur Keita ihr helfen kann. Tasuku gründet kurzerhand einen Verein, der sich nur um Videospiele dreht. Da dies zu dritt aber kaum möglich ist, holt er auch noch die Schulschönheit Tendō Karen ins Boot, die auch in Keita verliebt ist. Allerdings führt sich Keita in der Gegenwart von Chiaki sehr arrogant auf. Außerdem kann er nicht auf Augenhöhe mit Karen sprechen, weshalb er mit Aguri aus der Szene flieht, um von ihr darin unterrichtet zu werden, wie er ordentlich mit Mädchen sprechen kann. Hier dreht Gamers! völlig auf.

Beziehungsfünfeck

Wie es schon bei den ersten vier Episoden der Fall ist, dreht sich auch in der zweiten Volume von Gamers! alles um das Liebesleben von fanatischen Videospielern. Soll heißen, dass im Mittelpunkt der Anime-Serie nicht die Videospiele, sondern die romantischen Beziehungen zwischen den Charakteren stehen. Videospiele werden eigentlich nur als Mittel zum Zweck gebraucht, um die Geschichte voranzutreiben und den Figuren einen gemeinsamen Nenner zu geben. So ist Karen die Vorsitzende des Games Club, Tasuku hängt ständig im Game Center herum und Hauptcharakter Keita kriegt von Dating-Simulationen einfach nicht genug. Bei all ihren Tätigkeiten denken sie jedoch nur an die Personen aus ihren Herzen. Beispielsweise hat Tasuku Angst, dass sich eine Beziehung zwischen Aguri und Keita anbahnt, und denkt beim Zocken in der Arcade-Halle deshalb sehr viel mehr über Aguri nach. Keita wiederum möchte Karen näher sein und stellt aus keinem anderen Grund sein Leben und das seiner Freunde mit den Protagonisten der Dating-Simulation gleich, die er gerade spielt. Aguri, die mit Videospielen wiederum kaum bis gar nichts zu tun hat, bewertet die Situation, wie zum Beispiel in der sechsten Episode von Gamers! zu sehen ist, immer wieder neu, indem sie die Beziehungen zwischen allen Beteiligten im Unterricht auf einem Blatt Papier verewigt. Verrückt!

Anspielungen auf Videospiele

Anhand dieser Ausführungen dürfte jedem klar sein, dass Gamers! nicht ohne Humor auskommt. Auf der einen Seite werden diese Stellen vor allem mit überzeichneten Animationen ausgeschmückt, um die Nähe zum Manga auszudrücken. Auf der anderen Seite nutzt die Anime-Serie erneut Anspielungen auf Videospiele. In einem Cliffhanger würde Keita am liebsten „einen alten Speicherstand“ laden – in der darauffolgenden Episode taucht dann auch tatsächlich ein Ladebildschirm auf, wie ihn der Zuschauer womöglich aus japanischen Rollenspielen wie Final Fantasy VII kennt. Um die vorhandenen Anspielungen in Gamers! zu verstehen, ist also teilweise fundiertes Wissen über Videospiele erforderlich. Das fängt schon im Intro mit Szenen an, die an Arcade-Klassiker wie Gradius oder Allzeit-Hits wie Super Smash Bros. for Wii U erinnert. Genauso wie beim Inhalt ändert sich auch bei der Technik der Anime-Serie nichts: Das heißt, dass Gamers! in puncto Präsentation ein zwiespältiges Bild abliefert. Während die Charaktere und Hintergründe manchmal wirklich gut zusammenpassen, sind sie in anderen Szenen wiederum ein Unterschied zwischen Tag und Nacht. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird leider ebenso enttäuscht. Dieses gibt es weder in digitaler und laut dem Publisher auch nicht in physischer Form. Eine vertane Chance, die Defizite aufzuwiegen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gamers! hat auch in der zweiten Volume aufgrund des Settings sehr viel Potenzial, das die Anime-Serie aber auch in ihrem Mittelstück nur selten ausspielen kann. Positiv fallen hier die zahlreichen Anspielungen auf Videospiele auf, die mittlerweile deutlich besser in den Kontext der Anime-Serie passen. Weniger geglückt ist Animationsstudio Pine Jam die Ausgestaltung der Charaktere, denn hierbei handelt es sich nach wie vor um spätpubertäre Stereotypen, die sich nicht sonderlich stark weiterentwickeln und in ihrem Leben eher auf der Stelle treten. Humorvoll bleibt Gamers! aber dennoch, denn die Jokes auf Kosten der Populärkultur funktionieren genauso gut wie beim Seriendebüt. Nur die Gags, die auf die romantischen Gefühle der Charaktere anspielen, wirken mit ihren vielen Überzeichnungen ein wenig übertrieben. Wer mit der ersten Ausgabe von Gamers! seinen Spaß hatte, wird auch mit der zweiten Volume wieder viel oder sogar noch mehr Freude haben. Alle anderen sehen sich auch mit der zweiten Ausgabe wieder nach Alternativen um.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Gamers! (Vol. 2)!

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