Review: JoJo’s Bizarre Adventure: Phantom Blood (Vol. 1)

Seit 1986 arbeitet Araki Hirohiko an seiner Manga-Reihe JoJo’s Bizarre Adventure. Obwohl es in den 1990er-Jahren erste Versuche gab, die Serie als Anime zu adoptieren, dauerte es bis zum Jahr 2012, bis Arakis Werk in einer deutlich längeren Fernsehfassung zu sehen war.

Fans aus dem deutschsprachigen Raum mussten auf diese Anime-Umsetzung von JoJo’s Bizarre Adventure mit dem Untertitel Phantom Blood sogar noch länger warten. Am ersten Juli 2021 begann der hiesige Publisher Kazé Anime mit der Veröffentlichung der Reihe. Die erste Volume der Anime-Serie setzt mit der Erzählung im Jahr 1868 an. Es kommt zu einem Kutschenunfall, bei dem die Hälfte aller Beteiligten ihr Leben lassen muss. Erst widerwillig hilft der Dieb Dario Brando dem verletzten Geschäftsmann George Joestar und seinem Sohn Jonathan, anstatt sie sterben zu lassen und auszurauben. Kurz darauf folgt ein Zeitsprung ins Jahr 1880. Der Zuschauer taucht in das Leben von Jonathan ein und sieht, wie sich das Leben von Vater und Sohn aus dessen Sicht gewandelt hat. Plötzlich taucht Dio Brando, der Sohn von Dario, auf der Türmatte der Joestars auf. Da George noch in der Schuld von Dario steht, adoptiert er Dio. Die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Jonathan und Dio ist von Beginn an vergiftet, denn Dio trachtet einzig und allein nach dem Vermögen der Joestars. Um dieses Ziel zu erreichen, torpediert er das Leben seines neuen Stiefbruders. Er nimmt ihm all seine Freunde, stiehlt Jonathans Freundin den ersten Kuss und macht vor Mord keinen Halt. Auch nach einem weiteren Zeitsprung ins Jahr 1888 ist die Fehde noch lange nicht abgeklungen.

Beginn eines bizarren Abenteuers

JoJo’s Bizarre Adventure könnte eine grundsolide und vor allem bodenständige Handlung erzählen. Wie es der Titel der Anime-Serie jedoch vermuten lässt, bleibt es nicht dabei. Die Familie Joestar befindet sich im Besitz einer Aztekenmaske, auf der ein böser Fluch liegt. Wird die Maske mit Blut bespritzt, fährt sie an den Rändern Krallen aus, die sich in den Kopf des Trägers bohren würden. Was die Maske bewirkt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Fakt ist, dass mit der Maske das Unheil seinen Lauf nimmt. Dios Neid entwickelt sich nach und nach zu blinder Wut und schlussendlich zu Hass. Peu à peu fällt die Geschichte aus dem Rahmen, sodass genug Platz für weitere bizarre Elemente bleibt. Im ausufernden Kampf gegen Dio wird Jonathan zum einen vom Straßenräuber Robert E. O. Speedwagon unterstützt, den er auf der Ogre Street in London nach anfänglichen Streitigkeiten aufgabelt. Zum anderen greift ihm auch Baron Will Anthonio Zeppeli unter die Arme. Dieser ist angeblich seit Jahrzehnten auf der Suche nach der Maske. Zeppeli übernimmt von der ersten Minute an die Mentorenrolle. Von ihm lernt Jonathan, was Hamon ist und wie er diese Macht durch die eigene Atmung auslösen und einsetzen kann. Hinzu kommen viele Hintergründe, die JoJo’s Bizarre Adventure wie ein Mosaik zu einem funktionierenden Gesamtbild zusammensetzen.

Stilisiert und abgedreht

In puncto Zeichenstil setzt die Serie von Animationsstudio David Production sehr stark auf harte Konturen und starke Kontraste. Vor allem die Gesichtszüge und die Charaktermodelle profitieren davon. Allerdings heben sich die einzelnen Figuren dadurch auch viel zu stark von den Umgebungsgrafiken ab, weshalb die gesamte visuelle Darstellung im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p unterm Strich etwas zu gewollt wirkt. Dennoch ist JoJo’s Bizarre Adventure von der ersten bis zur neunten Episode der ersten Volume stilecht, was unter anderem an der in jeder Folge eingeblendeten Lautmalerei in den Kämpfen liegt. Auditiv ist die Anime-Serie ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Der Soundtrack aus der Feder von Matsuo Hayato erklingt im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 und passt sich sowohl den wenigen fröhlichen Szenen als auch den weitgehend düsteren Situationen zu jeder Zeit an. In puncto Synchronisation können sowohl die japanischen Originalsprecher als auch ihre deutschen Pendants überzeugen. Jonathan Joestar wird beispielsweise von Okitsu Kazuyuki beziehungsweise Vincent Fallow gesprochen. Als digitale Boni gibt es insgesamt sechs marginal unterschiedliche Clean Endings und ein Clean Opening. In physischer Form gibt es immerhin noch eine Leseprobe und ein Poster obendrauf. Das geht definitiv besser.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder vernommen, wie großartig die Anime-Serie JoJo’s Bizarre Adventure sein soll. Umso mehr war ich verwundert, dass das Werk hierzulande noch nicht veröffentlicht wurde und nur bei eingefleischten Anime-Fans ein Begriff ist. Ich bin jedoch froh darüber, dass Kazé Anime mit der Veröffentlichung der Reihe begonnen hat. Die Handlung ist erwachsen und düster illustriert. Sie beschäftigt sich vor allem in den ersten Episoden mit den Abgründen des Menschseins, entwickelt sich dann aber immer mehr zu einem Rachefeldzug. Zusammen mit der Aztekenmaske, die mit für das ganze in der Serie dargestellte Unheil verantwortlich ist, ergibt sich so eine spannende Mischung. Hinzu kommt ein gelungener Zeichenstil, der zum Geschehen wie die Faust aufs Auge passt. Lediglich die Abtrennung zwischen den Figuren und den Umgebungen gefällt mir hierbei nicht so sehr. Dafür mag ich die tolle musikalische Untermalung, die das Geschehen wunderbar unterlegt. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte in der zweiten Volume entwickeln wird und kann diese kaum mehr erwarten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung von JoJo’s Bizarre Adventure: Phantom Blood (Vol. 1)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s