Review: Bakuman (Vol. 1)

Zwischen 2008 und 2012 entstanden zwanzig Manga-Bände von Bakuman aus den Federn von Obata Takeshi und Ōba Tsugumi. Ab 2010 wurde das Werk der beiden Künstler auch als Anime-Serie umgesetzt. Im deutschsprachigen Raum erschien die erste Volume bei Kazé Anime.

Im Mittelpunkt der Handlung von Bakuman steht der junge Mittelschüler Mashiro Moritaka, dessen größter Traum es ist, eines Tages ein berühmter Manga-Zeichner zu werden. Diese Wunschvorstellung muss ihm jedoch erst einmal wieder in Erinnerung gerufen werden. Maßgeblich dafür ist Moritakas Mitschüler Takagi Akito verantwortlich, der die Qualität seiner Zeichnungen und seine Gefühle für ihre gemeinsame Mitschülerin Azuki Miho erkennt, die eine sehr bekannte Synchronsprecherin werden will. Wenige Szenen später kommt es zu einer ungewöhnlichen Begegnung der drei Mittelschüler. Da sowohl Moritaka als auch Miho Gefühle füreinander hegen, beschließen sie, zu heiraten, sobald sich ihre beiden Träume endlich erfüllt haben. So und nicht anders fällt der Startschuss für die 25 Episoden umfassende erste Season von Bakuman. Nun liegt dieses Ziel erst einmal in weiter Ferne, sodass es vermutlich lange dauert, bis die Story diesen Punkt erreichen wird. Viel mehr ist in Bakuman der Weg das Ziel, denn schon in der Exposition treten Figuren auf, die dem Zuschauer ein besseres Verständnis für das Gesamtwerk geben. Unter anderem erfährt der Zuschauer diverse Einzelheiten über Moritakas Onkel, dem er als Manga-Zeichner nacheifern will. Auch dessen zwischenmenschliche Beziehung zu Mihos Mutter ist Bestandteil von Bakuman.

Mittelmäßiges Design mit schöner Musik

Nebenher versteht sich die Serie auch als Sozialkritik, da unter anderem auf karōshi, den Tod durch Überarbeitung, hingewiesen wird. In die Tiefe geht das Konzept aber nicht. Tricks fürs Zeichnen gleichen den Inhalt aber ein wenig aus. Unter technischen Gesichtspunkten ist Bakuman nur mittelmäßig. Das Charakterdesign ist nicht ausgereift, sodass körperliche Merkmale manchmal etwas deformiert und die Figuren so nicht ganz in die Welt passen. Es fehlt ihnen oftmals auch an Details, was unschön auffällt. Dafür können die Hintergründe und die Umgebungsgrafiken mit ihrem stimmigen Design punkten. Wenn allerdings diffuses Licht als Stilmittel für Ereignisse in der Vergangenheit genutzt wird, fällt die Bildqualität gefühlt ab. Dann vermittelt Bakuman selbst in der Blu-ray-Fassung eher das Gefühl, dass eine DVD im Laufwerk des Abspielgeräts rotiert. Die wahren HD-Momente sind im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p jedoch rar gesät und fallen erst bei genauerem Hinsehen auf. Bei der akustischen Untermalung in DTS-HD Master Audio 2.0 sieht es zum Glück anders aus. So passt die Musik von Audio Highs mit ihren gemütlichen Melodien zu jeder Situation. Sie untermalen die heitere, manchmal aber auch melancholisch angehauchte Stimmung mit Klavier- und Harfenklängen sehr gut. Auch die Synchronsprecher punkten.

Wenig Platz für Bonusmaterial

Bakumans deutsche Synchronisation ist sehr charmant, erreicht aber nicht ganz die hohe Qualität des japanischen Originaltons. Dieser liegt im Übrigen, wie es für Kazé Anime üblich ist, nur mit nicht abschaltbaren deutschen Untertiteln vor. Wer des Japanischen mächtig ist, wird sich daran stören. Alle anderen freuen sich über die gelungene Verständnishilfe. Eine optionale Möglichkeit, diese Untertitel auszuschalten, wäre eine willkommene Funktion gewesen. Ausgeliefert wird die erste Volume in einer Plastikhülle, die von einer Papphülle ummantelt ist. In der Hülle selbst bleibt lediglich Platz für ein gefaltetes Poster, das die Charaktere aus Bakuman zeigt. Ein Booklet mit zusätzlichen Charakterinformationen oder Hintergründen zur Anime-Serie gibt es leider nicht. Beim digitalen Bonusmaterial sieht es leider sehr ähnlich aus. Es gibt lediglich ein Clean Opening und ein Clean Ending. Ein Interview mit Manga-Zeichner Obita, der sich auch für Death Note verantwortlich zeigt, hätte sich bei der in der Serie verwendeten Thematik absolut angeboten. Zusätzliche Details über Ōba würden dabei aber sicher nichts ans Licht kommen, da er oder sie anonym bleiben will. Der Auftakt von Bakuman ist trotz dieser Defizite beim Bonusmaterial gelungen. Er macht Lust auf mehr, die in den nächsten drei Serienboxen hoffentlich noch ein wenig mehr befriedigt werden kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bakuman erzählt womöglich gar keine sonderlich tiefgründige, aber in jedem Falle eine sehr charmante Geschichte. Die Story um den Mittelschüler Moritaka und seinem Mitschüler Akito, die gemeinsam einen Manga auf die Beine stellen wollen, ist interessant und motiviert zum Weiterschauen. Auch das Ziel, sprich Erfolg bei der Arbeit und Glück in der Liebe in genau dieser Reihenfolge, sind ein spannender Ansatz. Es bleibt jedoch fraglich, wie gut die Anime-Serie auf dieses Ziel in den nächsten Episoden hinarbeiten wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das kaum kalkulierbar. Ein wenig schade ist auch, dass das Charakterdesign nur mittelmäßig ausfällt. So passen die Figuren nicht immer hundertprozentig in die Umgebungsgrafiken und Hintergründe, was aber aufgrund der schönen akustischen Untermalung nicht ganz so schlimm ist, wie es vielleicht klingt. Der Einstand ist Bakuman definitiv geglückt. Jetzt kommt es ganz darauf an, wie die nächsten Volumes auf diesem Grundgerüst aufbauen werden. Ich bin jedenfalls gespannt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bakuman (Vol. 1)!

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