Baseball ist zwar eine der bekanntesten Sportarten der Welt, wird im deutschsprachigen Raum aber vergleichsweise selten praktiziert. Wer nicht die Chance hat, die berühmte Sportart in einem Verein auszuüben, freut sich hingegen über Videospiele wie MLB The Show 25.
Auf dem Cover prangern Elly Antonio De La Cruz, Gunnar Randal Henderson und Paul David Skenes. Für das deutschsprachige Publikum dürften diese Namen fremd klingen, sind die Anfang der 2000er-Jahre geborenen Sportler in der Major League Baseball jedoch Legenden ihres Fachs. Bis dahin ist es jedoch ein langer und steiniger Weg, den wir in MLB The Show 25 selbst gehen dürfen. Soll heißen, dass wir im Story-Modus in die Rolle eines Amateurs an der Highschool schlüpfen, Erfolge am College feiern und zum Ende dieser Karriere in der Minor League Baseball spielen. Hierbei lernen wir den Sport von der Pike auf kennen und werden mit der Zeit immer besser. Wer Baseball noch nie gespielt, gesehen oder sich zumindest mit den Regeln vertraut gemacht hat, dürfte anfangs ein wenig verwirrt sein. Wir können euch aber vergewissern, dass Baseball im Grunde leicht verständlich ist. Es hilft hierbei enorm, in der Schule einmal Brennball gespielt zu haben. Baseball funktioniert in unseren Augen nämlich nicht viel anders. Die Sportart setzt auf das Konzept von Verteidigung und Angriff. Während die Verteidiger mittels des werfenden Pitchers den Ball ins Spiel bringen, muss der angreifende Batter das Spielmittel zurückschleudern. Die Verteidiger müssen den Ball hingegen fangen und zur Base werfen, bevor es der Runner bis dorthin geschafft hat.
Gemächliche, aber intensive Sportart
Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Fußball oder Eishockey spielt sich MLB The Show 25 wesentlich gemächlicher. Entweder werfen wir den Ball – oder wir schlagen ihn zurück. In der Rolle des Läufers kommt es auch darauf an, schnell mit dem Körper die Base zu berühren. Auf dem Feld ist es wiederum unsere Aufgabe, die Bälle zu fangen und zum Laufmal zu werfen. All dies geschieht weitgehend über Quick Time Events oder zumindest selbst zeitlich gut abgestimmte Eingaben über Knöpfchen und Analog-Sticks. Das Spiel bietet hierbei unterschiedliche Steuerungseingaben, die wir stellenweise sogar individualisieren können. Somit dürfte sich der Titel am Ende für jeden unterschiedlich, aber vor allem eingängig spielen. Wir kommen mit der Bedienung gut zurecht, zumal wir zu Beginn des Spiels auch ein paar nützliche Tutorial-Texte vorgesetzt bekommen. Diese Texte liegen allerdings nur auf Englisch vor, weshalb davon auszugehen ist, dass Herausgeber Sony Interactive Entertainment nicht allzu sehr auf große Verkaufszahlen im nicht-englischsprachigen Raum hofft. Wir finden das sehr schade, da die Sportart durchaus Potenzial hat, größeren Anklang zu finden. Mit derlei Entscheidungen seitens des verunsicherten Publishers werden nur wieder Stimmen interessierter Spieler laut, die sich den Titel aufgrund genau dieser „Sprachbarriere“ nicht zulegen wollen.
Umfangreiches Baseballpaket
Ihr solltet euch davon aber nicht abschrecken lassen. Etwaige Fachbegriffe sind zwar ähnlich wie in PGA Tour 2K25 nicht immer gut beschrieben, doch ist MLB The Show 25 um einiges einsteigerfreundlicher als das Golfvideospiel. Außerdem ist das vom San Diego Studio entwickelte Baseballvideospiel reich an Umfang, der euch über Wochen oder Monate an den Bildschirm fesseln kann. Neben besagtem Story-Modus könnt ihr natürlich auch normale Spiele austragen, bei denen weltbekannten Teams wie die New York Yankees oder die San Francisco Giants gegeneinander über neun Innings antreten. Dies klappt sowohl lokal als auch online. Wollen wir keine vorgefertigten Teams spielen, können wir hingegen unser eigenes zusammenstellen. Erwähnenswert ist ebenfalls die Companion App, durch die wir unseren Fortschritt mobil nachverfolgen. Zu guter Letzt gibt es noch Storylines, bei denen wir nicht nur historische Momente der Baseballgeschichte nachspielen, sondern zudem in Videoform etwas darüber lernen. Grafisch wirkt das Spiel für das Genre schick. Insbesondere die Stadien gefallen uns. Für gute Laune sorgt zudem die Musik des Spiels, die aber nicht wirklich die Atmosphäre des Baseballs einfängt. Wer den Vorgänger besitzt, erhält mit MLB The Show 25 zwar kein großes Update, doch gibt es keinen besseren Einstiegspunkt für alle neuen Interessenten.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-5-Fassung): Durch die US-amerikanische Populärkultur geprägt, hatte ich schon immer großes Interesse daran, Baseball auszuprobieren. Die Sportart ist im deutschsprachigen Raum zwar bekannt, aber nicht so populär, wie sie eigentlich sein sollte. Selbst im Videospielbereich gibt es nur wenige Möglichkeiten, sich auszutoben. MLB The Show 25 ist in meinen Augen jedoch ein verdammt guter Einstiegspunkt, um sich mit der Sportart bestens vertraut zu machen. Die Regeln sind schnell erlernt, auch wenn die rein auf Englisch verfügbaren Texte hier und da ein Hindernis sein können. Dafür kann ich mich in einer motivierenden Karriere bemühen, mein eigenes Team aufbauen oder ganz einfach große Teams gegeneinander antreten lassen. Möchte ich hingegen etwas über Baseball dazu lernen, klappere ich die Storylines ab. All das überzeugt mich so sehr, dass ich noch monatelang dabei bleiben werde. Ihr solltet euch aber darauf einstellen, dass Baseball in Videospielform aber etwas gemächlicher abläuft als andere Sportarten. Habt ihr damit kein Problem, dürftet ihr aber wie ich durchaus Gefallen an MLB The Show 25 finden.
Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von MLB The Show 25!