Review: Prometheus: Dunkle Zeichen

Wenige Jahre nachdem Alien: Die Wiedergeburt die Alien-Reihe zu einem neuen Abschluss gebracht hatte, ging die Planung um eine Fortsetzung los. Diese entwickelte sich im Verlauf der Produktion aber zu einem Prequel des ersten Films, das fast schon wie ein Reboot wirkt.

Um das Alien-Phänomen auszubauen, das Science-Fiction-Fans seit 1979 begleitet, gibt es beim Wiederbelebungsversuch der Reihe nur eine Antwort. So kommen die Filmschaffenden Damon Laurence Lindelof, Ridley Scott und Jon Spaihts bei ihren ersten Überlegungen in den 2000er-Jahren nicht herum, zu den Anfängen zurückzukehren und eine Vorlage für die Story zu liefern, welche den Handlungsbogen der ersten vier Alien-Filme überhaupt ins Rollen bringt. Bei Prometheus, der in der deutschen Fassung um den unsinnigen Untertitel Dunkle Zeichen ergänzt wurde, handelt es sich jedoch nicht um ein einfaches Prequel. Zwar weist der Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2012 markante Merkmale auf, die für die Geschichte von Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt maßgeblich von Bedeutung sind, doch hat sich die Filmhandlung im Entstehungsprozess gewissermaßen verselbstständigt. Der Weg war damit frei für weitere Fortsetzungen, die noch vor den Geschehnissen von Alien spielen – und mit Alien: Covenant ging es 2017 sogar schon weiter. Nun weist Prometheus: Dunkle Zeichen selbst im deutschen Titel keinerlei semantischen Bezug zur Alien-Reihe auf. Tatsächlich müssen Fans weitestgehend auf das von Hans Rudolf Giger entworfene Monsterdesign verzichten. Außerirdische Kreaturen, die in Angst und Schrecken versetzen, gibt es dennoch.

Auf der Suche nach dem Ursprung

Ausgangspunkt des Films ist jedoch die Frage, woher die Menschheit kommt. Entsprechend prallen in Prometheus religiöse und wissenschaftliche Ansichten aufeinander. Die beiden Wissenschaftler Charlie Holloway und Elizabeth Shaw entdecken im späten 21. Jahrhundert auf der Erde Hinweise auf die Existenz von außerirdischem Leben in einer weit entfernten Galaxis. Holloway und Shaw nehmen an, dass es sich hierbei um die Konstrukteure der Menschheit handelt. Es gelingt ihnen, den Großindustriellen Peter Weyland davon zu überzeugen, eine intergalaktische Expedition zu finanzieren. Unter der Leitung von Meredith Vickers reist eine Crew, bestehend aus verschiedenen Wissenschaftlern und Militärs sowie dem Androiden David zu besagtem Mond. Dort stolpern sie tatsächlich über die Überreste der menschenähnlichen Konstrukteure und kommen bei ihrer Untersuchung der Wahrheit ein gutes Stück näher. Durch eine unglückliche Verkettung der Umstände infizieren sich jedoch ein paar Crewmitglieder durch eine gefährliche außerirdische Lebensform, welche den bekannten Aliens zumindest in ihrer Vorgehensweise frappierend ähneln. Abermals entwickelt sich ein fieser Wettlauf ums Überleben, der kompromissloser als in den bisherigen Alien-Filmen dargestellt wird. Science-Fiction und eine gute Portion Body-Horror ergänzen sich echt hervorragend!

Grandiose Science-Fiction-Mischung

Es war eine hervorragende Entscheidung, Ridley Scott auf den Regiestuhl zurückzuholen. So entpuppt sich Prometheus als einer der besten Filme der Reihe. Die Handlung ist gerade für Fans der ersten Filme mitreißend, da die Bedrohungslage jederzeit nachvollziehbar ist. Ebenso kommt mit dem Mond als Schauplatz erneut eine spürbare Ausweglosigkeit zum Tragen, wodurch sich der Zuschauer in den Weiten des Alls isoliert fühlen dürfte. Mit den philosophischen Fragen treibt es der Film möglicherweise aber ein wenig zu weit, denn anstatt es beim Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft zu belassen, bedient sich die Filmhandlung kreationistischer Tendenzen, indem auch noch die griechische Mythologie zitiert und die Evolutionstheorie von Charles Robert Darwin zertrümmert wird. Selbst die pseudowissenschaftlichen Vorstellungen der Prä-Astronautik aus den Augen von Erich Anton Paul von Däniken wurden mit in den Kochtopf geworfen. So funktioniert Science-Fiction! Nicht unschuldig am Erfolg des Films dürften auch die Darsteller sein. Michael Fassbender spielt den Androiden David kalkulierbar, Noomi Rapace die vom Glaubensweg nicht abkommende Elizabeth Shaw, Charlize Theron die kühle Expeditionsleiterin und Idrissa Akuna „Idris“ Elba Captain Janek, der gegen Ende des Films eine folgenschwere Entscheidung treffen muss. Grandios!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem Alien: Die Wiedergeburt das Haltbarkeitsdatum des Franchises erfolgreich verlängert hat, wurde es kurioserweise still um die Marke. Anderthalb Jahrzehnte mussten Kinogänger auf die Fortsetzung beziehungsweise das Prequel respektive den Reboot warten. Meines Erachtens hat sich die Wartezeit gelohnt, denn der 2012 veröffentlichte Science-Fiction-Streifen Prometheus: Dunkle Zeichen zieht an den richtigen Stellen die Daumenschrauben an, um sowohl die Science-Fiction-Story als auch die Action-Sequenzen und den Horror-Anteil auszutarieren. An keiner Stelle fühlt sich der Film langweilig an, auch wenn die meisten Szenen so oder so ähnlich aus der Filmreihe bereits bekannt sein dürften. Es ist jedoch toll, all diese Ansätze in fortgeschrittener Filmtechnik zu bestaunen. Schade finde ich nur, dass von dem Prequel-Plan schnell abgewichen wurde, denn obwohl die wichtigsten Ansatzpunkte für Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt vorhanden sind, geht die Vorgeschichte erst einmal in einem weiteren Film weiter. Abgesehen von diesem Umstand gefällt mir der Streifen jedoch ziemlich gut, weshalb ich ihn jedem Alien-Fan ans Herz legen möchte. Ich empfehle jedoch eindrücklich, die ersten vier Filme der Reihe nachzuholen, solltet ihr mit dem Alien-Franchise noch keine Berührungspunkte haben, da sonst einige Anspielungen und Szenen vermutlich nur bedingt funktionieren.

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