Review: Patlabor: Der Film 3 (WXIII)

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (1)Während der erste Patlabor-Film bereits 1989 erschien und 1993 der zweite Teil folgte, wurde die Trilogie erst 2002 komplettiert. Mehr als zehn Jahre später kommen wir in Deutschland ebenfalls in den Genuss des Films – jedoch nur im japanischen Originalton.

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (2)Angesiedelt im Jahr 2000, also unmittelbar nach dem ersten Film und chronologisch noch vor dem zweiten Streifen, dreht sich wieder einmal alles um die titelgebenden Patlabors. Diese spielen wie bereits im zweiten Film der Reihe jedoch nur eine untergeordnete Rolle, weshalb der Film in den ersten sechzig Minuten nahezu ohne diese Maschinen auskommen kann. Zum Verständnis der Handlung sind sie dennoch wichtig. In der Bucht von Tōkyō beginnt plötzlich und unerwartet eine Angriffsreihe auf die Patlabors. Diese arbeiten ausschließlich in der Bucht der japanischen Hauptstadt und wurden kurioserweise auch noch alle von derselben Firma hergestellt. Um die mysteriösen Vorfälle aufzuklären, werden die beiden Polizisten Takeshi Kusumi und Shin’ichirō Hata eingesetzt, die schon bald auf noch seltsamere Beweise stoßen. Während sie zunächst noch einen Sabotage-Akt in Betracht ziehen, ändert sich ihre Meinung, als Hinweise auf eine unbekannte Lebensform schließen lassen. Diese soll nach einem Flugzeugabsturz ins Meer gelangt sein, doch so wirklich schenken sie dem noch keinen Glauben. Erst als auch noch das Gebäude des Babylon-Projekts nachts in völlige Dunkelheit gehüllt wird, kommen sie langsam der Wahrheit auf die Spur. An Ort und Stelle machen sie eine grauenvolle Entdeckung – es handelt sich tatsächlich um ein gefährliches Monster.

Warten bis zum Schluss

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (3)Die ersten sechzig Minuten stehen somit voll und ganz im Rampenlicht der Polizei-Arbeit. Hata und Kusumi werden, oftmals nur mit purer Musik begleitet, von einem Ort zum nächsten gehetzt und treffen dabei auf unterschiedliche Charaktere, die ihnen wohl gesonnen sind und ebenso kooperieren. Kriminalfans, die von Serien wie Columbo oder CSI: Den Tätern auf der Spur geprägt sind, werden aber wissen, dass jeder potentielle Verbrecher seine Vergangenheit nicht offen auf den Tisch legt. Wie dann auch noch die hübsche und noch relativ junge Witwe Saeko Misaki in das Bild der Handlung passt, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Sie lässt sich jedoch ebenfalls einem der typischen Stereotypen der Kriminalwelt zuordnen. Nach der ersten Stunde kommt jedoch zunehmend Action auf und dann hat sich das Warten auf diese auch gelohnt. Wir sehen, wie die beiden Polizisten im Babylon-Gebäude um ihr Leben kämpfen müssen und wie man schlussendlich das Monster aus dem Weg räumt, ist ebenfalls wieder eine intelligente Verstrickung in die Story. Zu diesem Zeitpunkt kommen dann auch endlich die Patlabors zum Einsatz. Wir finden diesen späten Einsatz sehr schade, denn schließlich erwarten die Fans des Franchises, die Maschinen in Aktion zu sehen und so spannend wie noch im zweiten Film ist die Handlung nämlich nicht mehr.

Charakterisierung einer Jahrtausendwende

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (4)Man merkt der Story an, dass sie nur auf den Konflikt zwischen der Bestie und den Patlabors hinzielt. Das erinnert an die japanischen Godzilla-Filme, in denen es um nichts geringeres geht. Immerhin fallen die Charaktere unterschiedlich aus, so dass auch viele verschiedene Elemente sich zu einem Mosaik zusammenfinden und den Film recht facettenreich gestalten. Beispielsweise gehört klassische Musik zu einem der Charaktere und für den finalen Kampf ist sie ebenfalls nicht unwichtig. Der sonstige Soundtrack reiht sich in den der Filmreihe ein, kommt aber nicht an den Zeitgeist der Achtziger und Neunziger Jahre heran. Da der dritte Film in einer anderen Dekade entstanden ist, fließen wieder andere Bilder in den Film ein, um das Jahr 2000 zu beschreiben. 1993 hat wohl kaum einer an das Internet gedacht, doch so gibt es in Patlabor: Der Film 3, der auch als WXIII bekannt ist, eine Szene, in der ein Charakter sich eine aus dem Netz herunterlädt. Aus heutiger Sicht verständlich, doch passt das nicht so ganz in die im ersten Teil charakterisierte Jahrtausendwende. Wer sich den Film anschauen will, der sollte damit leben können, dass er auf der Disc nur in Japanisch und Französisch vorliegt. Deutsche Untertitel helfen selbstverständlich zum Verständnis. Neben dem hundert Minuten langen Film liegen drei Minipato-Episoden (je zwölf Minuten) bei, die Hintergründe über das Franchise leicht und humorvoll erklären.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während ich den ersten Teil der Trilogie sehr gerne konsumiert habe, hat sich das beim zweiten Film bereits relativiert. Zwar war der spannend und intelligent aufgebaut, doch fehlten mir dort zu sehr die Patlabors. Diese sind im dritten Teil zwar auch wieder mit von der Partie, kommen aber für meinen Geschmack immer noch zu kurz. Das fällt mir vor allem deswegen auf, da die Handlung nicht mehr ganz so spannend und vor allem sehr vorhersehbar ist. Während die Hauptcharaktere mit ihren Einstellungen und Interessen noch ganz gut charakterisiert werden, fehlt es mir bei den vielen Nebencharakteren ein wenig an Glaubhaftigkeit, da sie viel zu sehr in das typischen Schema der Stereotypen eines Kriminalfilms passen. Da nützt es auch nichts, wenn man bekannte Figuren aus den ersten beiden Teilen beiläufig vorstellt. Das Wiedersehen ist zwar nett, aber zum Mehrwert tragen sie nur wenig bis gar nicht bei. Immerhin hat man versucht, auch im dritten Film den Zeitgeist der Achtziger beziehungsweise Neunziger Jahre einzufangen. Das gelingt den Köpfen hinter dem Projekt ganz gut, hebt sich aber doch merklich von den ersten beiden Filmen ab. Immerhin hat man weitgehend auf digitale Effekte verzichtet, was dem Zeitgeist dann natürlich wieder gut tut. Patlabor: Der Film 3 ist zwar unterhaltsam, aber man sollte meiner Meinung nach hier nur zugreifen, wenn man die ersten beiden Teile kennt und ganz dringend Nachschub benötigt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Patlabor: Der Film 3!

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