Review: Lego City Undercover: The Chase Begins

Lego City Undercover - The Chase Begins (1)Lego City Undercover für die Wii U ist zwar kein herausragendes Spiel, aber dennoch einer der besten Wii-U-Exlusivtitel. Das 3DS-Prequel erreicht nicht annährend diese Qualität des Vorgängers, wie wir in unserem Review schmerzlich feststellen müssen.

Lego City Undercover - The Chase Begins (2)In Lego City Undercover: The Chase Begins schlüpfen wir wie schon im chronologisch zwei Jahre später angesiedelten Wii-U-Spiel in die Haut vom Polizisten Chase McCain und somit erleben wir entsprechend die Vorgeschichte, die auf der Wii U ebenso knapp angeschnitten wurde. Das Spiel fängt sehr unscheinbar an, denn Aufgaben wie der Transport von Doughnuts oder die Befreiung eines eingesperrten Hundes sind sicherlich nicht die primären Aufgaben, die unser Freund und Helfer eigentlich zu bestreiten hätte. So leben wir mehr und mehr in den Tag hinein – bis die Reporterin Natalia Kowalski vom Ganoven Rex Fury entführt wird. Während es im Sequel für die Wii U ständig irgendwelche Höhepunkte gibt, fehlen diese in der 3DS-Fassung bis zum Finale fast völlig. Die Handlung ist durchgehend flach. Das liegt vor allem daran, dass The Chase Begins seinen Humor nicht völlig ausspielen kann. Waren in der Wii-U-Fassung von Flachwitzen bis zu intelligenten Anspielungen auf die Pop-Kultur nahezu alles enthalten, gibt es davon auf dem 3DS fast nichts zu hören beziehungsweise zu sehen. Durch die fast vollständig fehlende Sprachausgabe, die nur in den viel zu seltenen Zwischensequenzen zum Einsatz kommt, könnte der Humor höchstens durch Slapstick in Erscheinung treten, doch auch hier wurde The Chase Begins nur spärlich bestückt.

Diverse Einsatzgebiete

Lego City Undercover - The Chase Begins (3)Was der Humor nicht leisten kann, machen die verschiedenen Kleidungsstile von Chase wieder wett. So kommen wir haargenau in denselben Genuss wie in der Wii-U-Fassung. Das heißt, dass wir erneut die Rolle eines Bauarbeiters, eines Astronauten oder eines Farmers zusätzlich zum Beruf des Polizisten übernehmen, um im Spiel voranzukommen. Jede Verkleidung bietet spezielle Fähigkeiten, wie das Teleportieren von einer Plattform zur nächsten oder das Bewässern einer Ranke, die daraufhin an einer Wand in den Himmel sprießt und wir an ihr hinaufklettern, um so das Dach eines Gebäudes zu erreichen. Weitere Neuerungen oder Veränderungen suchen wir in diesem Aspekt leider vergebens. Einen Unterschied bietet das Prequel auf Nintendos Handheld im Gegensatz zum großen Vorbild auf der Wii U. Anstatt uns ständig in abgetrennte Levels zu schicken, um dort das nächste Missionsziel zu erfüllen, erledigen wir nun fast alle Aufgaben jeweils im entsprechenden Stadtgebiet. Das erinnert verstärkt an Grand Theft Auto IV und unterstützt den Spielfluss. Lego City hängt jetzt jedoch leider nicht mehr wie im Vorgänger zusammen. So warten auf uns während des Wechselns der verschiedenen Stadtteile lange Ladezeiten, die wir auf einer auf Cartridges basierenden Handheld-Konsole definitiv nicht wohlwollend hinnehmen.

Technisches Desaster

Lego City Undercover - The Chase Begins (4)Man kann dem Spiel zwar zugutehalten, dass es die gesamte Spielwelt der großen Version für die Wii U nahezu eins zu eins einfängt, doch Ladezeiten von bis zu sechzig Sekunden gehen bei der technischen Infrastruktur beim Zusammenspiel von Soft- und Hardware einfach nicht. In Lego City scheint durchgehend Smog-Alarm zu herrschen, denn keine zwanzig Meter vor unserer Spielfigur poppen Vehikel, Fußgänger und noch seltener sammelbare Legosteine, die so genannten Studs, auf. Cartridges bieten genau den Vorteil, Ladezeiten auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren und dafür trotzdem viele Daten zu laden. Dazu kommt noch, dass bei eingeschaltetem Tiefeneffekt die Bildwiederholungsrate um gefühlt dreißig Prozent sinkt. Ein erträgliches Dauerruckeln müssen wir jedoch auch ohne Tiefeneffekt nahezu permanent in Kauf nehmen. Dabei haben Spiele wie C.O.P.: The Recruit bereits vor mehr als drei Jahren gezeigt, wie man Open-World-Spiele auf dem Nintendo DS richtig und grafisch aufwendig simulieren kann. Hinzu kommt noch, dass die Sprachausgabe – wie eingangs bereits erwähnt – fast durchweg nicht präsent ist. Eine durchgehende Vertonung ist bei den Speichergrößen der heutigen 3DS-Cartridges durchaus möglich und bei heutigen Spielen Standard. Zumindest einen optionalen Download in einer Sprache unserer Wahl hätte The Chase Begins gutgetan.

Vorzeitige Veröffentlichung

Lego City Undercover - The Chase Begins (5)Eine angenehme Steuerung, wie der Vorgänger auf der Wii U liefert, bietet das Spiel für den 3DS übrigens nicht. Anstatt dass Nintendo als Publisher fungiert und dem Entwicklerstudio vorschreibt, dass man das Circle Pad Pro als optionale Steuerungseinheit zulässt, schaut das japanische Traditionsunternehmen ruhelos zu und veröffentlicht lieber ein Spiel, bei dem man sich nur mit dem Touchpen in der Spielwelt umschauen kann. Erstens ist es nervig, den Touchpen in solchen Momenten rauszusuchen und zweitens funktioniert das Umsehen nicht in allen Momenten zu unserer Zufriedenheit. Unterm Stich hätte The Chase Begins einige Monate zusätzliche Entwicklungszeit gutgetan. Der Titel ist das Paradebeispiel dafür, wie ein gutes Spiel aussehen könnte, wenn man es nicht vorzeitig veröffentlichen würde. Die grauenvolle technische Umsetzung, das monotone Gameplay, die Abwesenheit des Humors und fehlende Höhepunkte in der Handlung machen das Spiel nur für beinharte Fans der Wii-U-Fassung vielleicht zum Genuss, zumal bereits nach nur sechs Stunden der Abspann über den kleinen Screen des Handhelds flimmert. StreetPass-Funktionen wie der Tausch erspielter Extra hilft da auch nicht mehr viel. Wer unbedingt in die Welt von Lego City Undercover eintauchen will, der sollte eher zum deutlich besseren Vorgänger auf der Wii U greifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Lego City Undercover war für mich zwar ein tolles Spiel, wenn man auch kein herausragender Titel für Nintendos aktuelles Flagschiff. Es ist schade, dass man heutzutage als Publisher fungiert und nicht mehr alles daransetzt, dass ein Spiel fehlerfrei und sauber programmiert wird. Das Prequel Lego City Undercover: The Chase Begins ist solch ein Spiel, denn es wirkt für mich an allen Ecken und Enden unfertig. Die gesamte Handlung bietet kaum Höhepunkte. Es gibt keinen Ritt auf einem Dinosaurierskelett und ein Besuch auf dem Mond ist ebenfalls nicht wieder mit von der Partie. Zudem ist der Humor in The Chase Begins nicht präsent. Zumindest gibt es kaum vertonte Dialogpassagen und Slapstick-Einlagen, welche den Humor zum Vorschein hätten bringen können, fehlen ebenfalls fast durchgehend. Zudem finde ich es schade, dass man exakt dieselben Verkleidungen wie auf der Wii U zum Repertoire hinzugefügt hat. Dies wäre zwar verträglich, wenn man das Gameplay etwas weniger monoton gestaltet hätte. Da hilft es auch nicht, dass der Spielfluss gefühlt besser als auf dem großen Vorbild vonstatten geht. Technisch ist das Spiel aber eine Katastrophe, denn wenn die (niedrige) Framerate bereits mit Nebel, aufpoppenden Elementen, getrennten Spielabschnitte und ewig langen Wartezeiten bei ausgeschaltetem Tiefeneffekt teilweise spürbar wird, dann kann etwas absolut nicht stimmen. Über das Fehlen einer Circle-Pad-Pro-Unterstützung rege ich mich schon gar nicht mehr auf, auch wenn die fehlende Unterstützung in gewisser Weise schon die Haltung Nintendos ausdrückt, dass man kein Vertrauen in die eigenen Peripherien steckt. In meinen Augen scheint es so, als ob man alle Augen auf die Wii-U-Fassung von Lego City Undercover gerichtet hätte und jetzt versucht mit dem Franchise noch einmal bei den Fans abzukassieren. Um Lego City Undercover: The Chase Begins sollte man zwar einen großen Bogen machen, doch Lego City Undercover auf der Wii U darf man ruhig eine Chance geben!

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