Review: Liar Game (Band 6)

Liar Game (Band 6)Eine ausweglose Situation nach der anderen, wie sie noch nie eingetreten sind, stellt Akiyama vor neue Herausforderungen. Als Anführer des Südlands muss er immer noch dafür sorgen, dass dem Nordland aufgrund seiner genialen Pläne der Geldhahn zugedreht wird. Nach seinen Anweisungen werden somit die Geldmengen über die symbolischen Grenzen transportiert und gegnerische Geldkoffer beschlagnahmt. Weite Methoden, wie sie beim Zoll wohl üblich sind, werden auch hier in den staatlichen Mikrokosmos übernommen. So wird geschmuggelt, hinterhältig getrickst und nicht zuletzt bestochen. Zudem versucht Akiyama gegnerische Spieler auf seine Seite zu ziehen, um von dem einen oder andern Verbündeten in den feindlichen Reihen zu profitieren. Das ist leichter gesagt als getan, denn Yokoya, das strategische Genie des gegnerischen Teams, hält seine Teammitglieder mit seinem eisernen Griff unter seiner despotischen Kontrolle und würde bei Verrat oder dem Verdacht, dass sein System unterwandert wird, auf gar keinen Fall Erbarmen zeigen. Da fragt man sich tatsächlich auch, ob er vielleicht sogar selbst schon Spione ins Team des Nordlandes eingeschleust hat.

Immer ein Schritt voraus

Mit einem großen Knall geht dieses Kapitel zu Ende, doch zunächst werden aber auch wirklich alle Fragen beantwortet. Im Nachhinein hören sich die Erklärungen immer logischer und verständlicher an, als während dem Rätseln. Dieses Gesetz gilt auch hier. Irgendwo war natürlich klar, dass Akiyama nicht wirklich verlieren kann, aber hier interessieren eher die Mittel und Wege – und vor allem die befriedigenden Reaktionen Yokoyas nach seiner Niederlage, da der sich selbst für unschlagbar hielt. Mit seinen Psycho-Spielchen werden vom Autor Shinobu Kaitani die verwerflichsten Teile der Menschlichkeit in Schwarzweiß präsentiert, die weit über normalen Verrat, Vertrauensbruch oder Egoismus hinausgehen. Dahinter sitzt noch die stille Liar-Game-Verwaltung, die dieses soziale Experiment interessiert verfolgt und anscheinend selbst mitfiebert, wie sich die Ereignisse überschlagen. Zum Schluss wird es wie immer noch einmal richtig knapp, aber immerhin endet dieser Band geschlossen, sodass keine offene Fragen, dafür aber ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit – welches eine gesunde Abwechslung bedeutet – zurückbleibt. Das wird aber sicherlich nicht lange so bleiben, denn der nächste Band erscheint bereits Anfang April 2014.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Die Dualität zwischen Akiyama und Yokoya unterhält auch im dritten Band dieses inhaltlichen Kapitels durchweg, besonders da nie ganz klar ist, wer momentan dem anderen wieder einen Schritt voraus ist. Was die genauen Hintergründe mit den ganzen Geldtransferaktionen angeht, da bin ich wegen der Komplexität schon längst ausgestiegen. Falls diese drei Bände allerdings am Stück gelesen werden, könnte sich dieser Eindruck natürlich ändern. Dennoch ist es toll, dass Shinobu Kaitani zuletzt für echte Knobler und Tüftler solche verworrenen Sachverhalte erläutert und in sein Werk einbringt. Letztendlich ging dieser Storystrang zu Ende, sodass wir wieder ohne viel Vorwissen, abgesehen von der grundlegenden übergreifenden Story natürlich, frisch ins neue Kapitel des Liar Games einsteigen können.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 6)!

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