Review: Shi Ki (Band 6)

Shi Ki (Band 6)

Nun gesellen sich immer mehr Charaktere in die Riege der Untoten. Nachdem Ozaki auch an seiner Frau jene Symptome nachweisen konnte, die darauf hinweisen, dass sie regelmäßig von einem Okiagari heimgesucht wird, fasst er einen kühnen Entschluss. Dass seine Geliebte nicht mehr zu retten ist, damit kann er sich momentan abfinden, viel mehr pocht er darauf, ein frisches Exemplar eines dieser Wiedergänger in seiner Gewalt zu wissen. Dazu müsse sie aber erst einmal wiederauferstehen, was ja nicht bei allen Opfern selbstverständlich ist. Nachdem er seine Ehefrau abgeschrieben hat, dokumentiert er nun regelmäßig die Zustandsveränderungen dieser für die Nachwelt – gleichzeitig bemüht, den Tod vor dem restlichen Klinikpersonal geheimzuhalten. Während seiner Experimente macht er dabei einige faszinierende Entdeckungen, die nun endlich Hinweise darauf liefern, wo der Schwachpunkt dieser Kreaturen liegt. Wie noch nie zuvor sind die Handlungsweisen der Figuren unverkennbar prägnant für die Charaktereigenschaften. Das sehen wir im Besonderen an Ozaki, der seine medizinische Arbeit über seine eigenen Bedürfnisse, nicht zuletzt über seine Familie, hebt.

Im Namen der Wissenschaft

Den abrupten Tot seiner Ehefrau nimmt er relativ gelassen hin und sieht es als eine Möglichkeit, den Geheimnissen der Okiagari einen Schritt näher zu kommen. Diese doch sehr harsche und konsequenzreiche Tat verdeutlicht auch noch einmal in welcher verzweifelten und prekären Lage sich alle Dorfbewohner befinden. Nach dem einen oder anderen Tiefgang und Spannungsabbau in den vorherigen Bänden, zieht die Handlung nun wieder merklich an. Wie in keinem Band zuvor wird nun auch die Wechselwirkung zwischen dem wissenschaftlichen Ansatz diese Geheimnisse zu lösen – über die Medizin – und dem spirituellen sowie religiösen Einstellungen hervorgehoben. Dieser Kontrast wird direkt zwischen den beiden Figuren Ozaki und dem Priester Seishin ausgedrückt. Nun wird auch klar, dass die Thematiken, denen sich der Manga widmet, von Band zu Band wechseln und rhythmisch verschiedene Handlungsstränge aufgreifen. In diesem Band wird zum Beispiel die in der Villa ansässige Familie Kanemasa in keinem Ton erwähnt, obwohl sie sich schon längst als Kern des Übels enttarnt hat.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Wie eh und je brilliert diese Manga-Reihe durch ihre einzigartige stilistische Umsetzung des Genres Horrors in Verbindung mit dem abgeschlagenen ruhigen Setting. Dabei macht dieser Band keine Ausnahme, sondern kehrt zu alten Höhen zurück. Besonders gefällt mir die Gegenüberstellung von Wissenschaft und Religion. Dabei wird aber löblicherweise die religiöse Partei nicht direkt als gutgläubige Schwachköpfe dargestellt, wie ich anfangs vielleicht vermutet hätte. Denn auch ein Priester kann rational denken und vielseitige Ansichten sind in fast allen problematischen Situationen hilfreich. Ich bin gespannt darauf, in welche Richtung sich das Geschehen weiterentwickeln wird.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 6)!

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