Review: Professor Layton und die verlorene Zukunft

untitledZeitreisen, riesige Kulissen, finstere Machenschaften, ein Hochstapler, rätselwütige Passanten und ein tiefgründiger, sowie verletzbarer Professor Layton machen den dritten und letzten Teil der ersten Trilogie um den Zylinderträger 2010 zum bisher besten Teil der Reihe.

Professor Layton und die verlorene Zukunft (2)Nach ihren letzten Abenteuern im geheimnisvollen Dorf und im Molentary-Express, in dem sie unter anderem das Rätsel der Schatulle der Pandora gelöst haben, haben sich Professor Layton und sein selbsternannter Lehrling Luke Triton eine wohlige Auszeit verdient. Daraus wird jedoch nichts, denn der Professor erhält schon bald einen Brief, der ihn zum nächsten großen Mysterium führen wird. Dieser Brief stammt von Luke, doch nicht von dem Luke der Gegenwart. Obwohl es der Professor nicht glauben kann und erst für einen Scherz von Luke hält, stammt der Brief anscheinend von einem Luke Triton, der im London der Zukunft lebt. Die Ereignisse überschlagen sich. Auf einer kleinen Veranstaltung stellt Dr. Alain Stolypin seine Zeitreisemaschine vor, doch das Experiment schlägt fehl und sowohl Stolypin, als auch der Premierminister Bill Hawks und einige weitere Assistentinnen verschwinden vom Ort des Geschehens spurlos. Ist das nicht schon mysteriös genug, machen sich Professor und Lehrling auf den Weg in einen Uhrenladen in der Midland Road, wo sie Antworten finden werden. Im Uhrenladen befindet sich nämlich angeblich eine Zeitmaschine, die funktionieren soll. Als sie die Maschine erblicken, begeben sich unsere beiden Helden mit Krach und Gepolter scheinbar auf eine Reise durch Zeit und Raum in ein London, welches vom Chaos regiert wird.

Zurück in die Zukunft

Professor Layton und die verlorene Zukunft (3)Um das London, welches zehn Jahre in der Zukunft angesiedelt sein soll, dreht sich die Story in den nächsten Spielstunden. Die Geheimnisse der Stadt zu enträtseln, ist einmal mehr die Aufgabe des Professors, seines Lehrlings und ein paar weiteren bekannten Gesichtern, die im Verlauf der Handlung zur Truppe stoßen. Mehr möchten wir darauf nicht eingehen, doch wir können euch sagen, dass die Geschichte des Spiels diesmal weitaus tiefgründiger als noch in den beiden vorherigen Ablegern der Serie ist. Durch mehrere Rückblenden und Zeitreisen ist es insbesondere der Charakter Hershel Layton, der tiefgründig und sogar verletzbar erscheint. Selbst die wahre Bedeutung seines Zylinders wird in Professor Layton und die verlorene Zukunft thematisiert. Die Beweggründe der anderen Figuren bleiben dabei verständlich, wenn die Handlung sich serientypisch natürlich die Zeit für viel übertriebene Dramaturgie nimmt. Uns stört es nicht, haben wir doch die illustren Protagonisten und die rätselwütigen Passanten in den vorherigen Ablegern gut gefallen. Warum so gut wie jede Nebenfigur im Spiel derart verrückt nach Rätseln ist, schadet zwar der eigentlich tiefgründigen Handlung etwas, doch die Intention des Spiels, uns generell mit Rätseln, Geschicklichkeitsübungen und Logikaufgaben zu versorgen, bleibt davon unberührt. Für ausreichend viele graue Haare ist bestens gesorgt!

Abwechslungsreicher Rätselspaß

Professor Layton und die verlorene Zukunft (4)Die Qualität der Rätsel ist grundsätzlich sehr hoch angesetzt, wobei der Schwierigkeitsgrad je nach Rätselverständnis des Spielers schwanken kann. Typische Rätselaufgaben sind zum Beispiel das Herausfinden eines Wochentags (ausgehend von einem bestimmten Datum), das Entdecken einer schnellen Route für ein Zimmermädchen oder das Bestimmen des Stempels, mit dem gerade auf einem Blatt Papier ein Abdruck hinterlassen wurde. Manchmal bietet das Spiel uns auch eine mehr oder weniger einfache Mathematikaufgabe an, die den Gesetzen der Logik entsprechend gelöst werden will. Die eine oder andere Geschicklichkeitsprüfung kann aus dem Zusammensetzen einer Figur oder das Bugsieren von Kugeln und Blöcken in einem bestimmten Rahmen sein. Diese Rätsel sind jedoch noch nicht genug, denn auch Professor Layton und die verlorene Zukunft bietet natürlich ein paar Nebenaufgaben. Haben wir ein spezielles Rätsel im Spiel gelöst, erhalten wir unter Umständen eine Karte für ein Modellauto, auf der wir Richtungspfeile und Sprungfedern verteilen müssen, um den Wagen zu bugsieren. Dann gibt es noch einen Papagei, den wir benannt nach einem Film liebevoll den Namen Pauli geben, der Lieferungen abholen und dabei auf von uns verteilte Seile hüpfen muss. Zu guter Letzt verteilen wir in einem Bilderbuch Sticker, um drei kleine Geschichten zu kreieren.

Prächtiger Abschluss einer Trilogie

Professor Layton und die verlorene Zukunft (5)Wie schon angedeutet, ist die Überzahl an Rätseln lose in den Spielverlauf eingewoben. An der einen oder anderen Stelle erwartet der Titel von uns zwar, dass wir eine bestimmte Anzahl Rätsel bereits gelöst haben, doch ist dieses Ziel meistens schon erreicht, wenn wir an diesem Punkt angekommen sind. Der Spielverlauf selbst fühlt sich abermals wie ein Point-and-Click-Adventure an. Entweder klicken wir wild auf das Bild und erfahren so etwas Bestimmtes oder finden gar eine Hinweismünzen, mit welcher sich mal mehr oder mal weniger hilfreiche Tipps bei den Rätseln kaufen lassen. Für jedes Rätsel erhalten wir übrigens nach wie vor Pikarat in der Höhe, wie gut wir uns beim Lösen angestellt haben. Belohnt werden wir dafür mit ein paar wenigen Bonusinhalten. Das ist jedoch nicht alles, was der Titel (noch) bietet. Haben wir alle 168 Rätsel des Spiels gelöst, können wir weitere 33 Rätsel herunterladen. Der Service wird am 20. Mai 2014 jedoch eingestellt. Wer tatsächlich jedes Rätsel gerne selbst einmal spielen möchte, sollte sich entsprechend beeilen und nicht mit dem Kauf warten. Wer sich für den dritten Teil der ersten Trilogie entscheidet, bekommt nicht nur eine intelligente Handlung, viele schöne Szenerien, den typischen Professor-Layton-Soundtrack und liebevolle Anime-Sequenzen geboten, sondern Rätselspaß, der mindestens für dreißig Spielstunden unterhält. Dreißig Spielstunden, die wir nach der Endsequenz so schnell nicht mehr vergessen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mit den Professor-Layton-Titeln hinke ich leider immer noch etwas hinterher. Das liegt vermutlich am chronischen Zeitmangel, doch da Nintendo die Wi-Fi Connection bald abstellen wird und ich ein Spiel sehr gerne in seiner Gänze erleben will, komme ich um den dritten Serienteil nicht umher. Dass die Handlung dabei stellenweise so tiefgründig wird, habe ich dabei jedoch nicht gedacht. Der Titel zeigt mir einen Professor Layton, der nicht nur ein Rätsel nach dem anderen lösen will, sondern auch tatsächlich verletzbar und mitfühlend ist. Schade, dass die anderen Charaktere nicht solche Züge annehmen, doch hat mir dieser vielversprechende Ansatz sehr gut gefallen. Hauptsächlich geht es neben der intelligenten und in Kapiteln erzählten Handlung natürlich um die Rätsel. Diese haben in meinen Augen wieder mehr an Qualität gewonnen, wenn sie stellenweise jedoch auch an die Rätsel der vorherigen Ableger frappierend erinnern. Da diesmal ein paar Kopfnüsse mehr als bei beiden Vorgängern dabei sind, stört mich das jedoch – wenn überhaupt – nur sehr geringfügig. Das liegt vielleicht an der deutlich höheren Anzahl an mitgelieferten Rätsel. Gefallen tut es mir trotzdem! Unterm Strich macht der Titel also noch mehr richtig als die Vorgänger. Selbst Anime-Szenen und die deutsche Sprachausgabe kommen mehr zur Geltung, was Professor Layton und die verlorene Zukunft auch zu einem optischen und ebenso akustischen Genuss macht.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Professor Layton und die verlorene Zukunft!

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