Review: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

Seit Ende 2008 erfreuen sich auch europäische Nintendo-DS-Spieler an den Abenteuern von Professor Layton und seinem Gehilfe Luke Triton. Wir blicken zurück auf das erste der drei in Deutschland erschienen Abenteuern und lüften dabei mehr als 135 geniale Rätsel.

Im kleinen Dorf Saint-Mystère stirbt ein reicher Baron und hinterlässt nur jenem Mitglied der Familie seinen Nachlass, wer den so genannten Apfel findet. Das im Testament vermachte Rätsel kann dummerweise niemand innerhalb der Familie lösen, weshalb kurzerhand der weltberühmte Archäologe und Rätselliebhaber Professor Hershel Layton engagiert wird, um Licht ins Dunkle zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Professor Layton samt Assistent Luke noch nicht, was ihm in Saint-Mystère erwartet, denn nicht nur das Testament wirft ein Rätsel auf, sondern auch viele andere mysteriöse Geschehnisse, die geheimnisvoller nicht sein könnten. Anstatt einfache Detektivarbeit zu leisten, müssen unsere beiden Protagonisten viele weitere Rätsel lösen, welche ihnen von den vielschichtigen Dorfbewohnern gestellt werden.

Auf der Jagd nach dem goldenen Apfel

Sobald wir in gepflegter Click-&-Point-Adventure-Manier mit einer Person interagieren, setzt uns diese kurze Zeit später in der Regel darauf an, ein Rätsel zu lösen. Dieses läuft im Prinzip so ab, dass uns zu erst die Ausgangssituation in der Rätselbeschreibung erläutert wird, damit wir uns ein Bild von der Denkaufgabe machen können. Oft gilt es einfache Rechenaufgaben zu lösen, Schachfiguren auf einem Spielbrett so aufzustellen, dass sie sich gegenseitig nicht bedrohen oder aus vier verschiedenen Gebilden die richtige Version zu entziffern. Während die ersten Rätsel noch einfach sind und uns kaum Grips abverlangen, werden die Aufgaben mit der Zeit anspruchsvoller. Gegen Ende des Spiels gibt es sogar einige Kopfnüsse, wo wir unsere Köpfe wirklich anstrengen müssen, um auf eine logische Lösung zu kommen. Spieler, die ungeduldig sind und wahllos nach Lösungen suchen, werden nur milde bestraft. Für das Lösen der Rätsel erhalten wir jedes Mal eine gewisse Anzahl der so genannte Pikarat. Geben wir für ein Rätsel also eine falsche Lösung an, erhalten wir beim zweiten Versuch weniger Pikarat als üblich. Pikarat spiegeln unsere Leistungen wieder und sind für Bonus-Materialien, die wir nach dem Durchspielen erhalten, essentieller Bestandteil des Spiels.

Das geheimnisvolle Dorf – voller Rätsel!

Da es einige Rätsel wirklich in sich haben, dürfen wir auf der Straße oder in Räumlichkeiten nach Hinweismünzen suchen. Von diesen Münzen gibt es nur eine limitierte Anzahl im Spiel zu finden, welche mit Bedacht eingesetzt werden möchten. Kommen wir bei einem Rätsel partout nicht weiter, dürfen wir uns bis zu drei Hinweise anzeigen lassen. Während der erste Hinweis nur ein netter Ansporn ist, regt uns der zweite Hinweis vermehrt zum Denken an und der letzte Hinweis vereinfacht die Lösung des Rätsels in vielerlei Fällen stark. Für das Lösen von Rätseln, erhalten wir neben den bereits angesprochenen Pikarat auch viele Belohnungen, wie Gemäldestücke, Bauteile eines Roboterhundes und Einrichtungsgegenstände für unsere Räume in der Dorfpension. Während uns der Roboterhund die Arbeit die Suche nach den Hinweismünzen etwas erleichtern und Laut gibt, sobald er etwas denkt, schalten die beiden anderen parallel zur Handlung ablaufenden Rätsel weitere Rätsel im Bonus-Bereich frei. Dort befindet sich neben dem Rätselindex, wo sich alle gelösten Rätsel nochmals lösen lassen (aber ohne die Möglichkeit, verpasste Pikarat nachzuholen) auch noch die Möglichkeit (sofern noch verfügbar) bis zu 27 Rätsel herunterzuladen, die wir abseits der Handlung frei lösen dürfen.

Das Rätselprogramm für die Hosentasche

Auch der komplette Soundtrack, ein umfassendes Charakterarchiv und alle Videosequenzen können im Bonus-Bereich angeschaut werden – allerdings erst nach dem Durchspielen und auch nur, wenn wir genügend Pikarat gesammelt haben, welche wir nur beim erstmaligen Lösen der Rätsel erhalten können. Nebenbei sei erwähnt, dass die Rätsel unter anderem auch auf die Denkaufgaben von Professor Akira Tago zurückzuführen sind. In Japan wurde Tago durch seine Bücherreihe Atama no Taisou (zu Deutsch: Gymnastik für den Kopf) bekannt. Er zählt zu den meisten seines Fachs. Dank ihm wurden die Rätsel in Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf zu einem wahren Genuss. Doch auch in anderen Bereichen kann das Nintendo-DS-Spiel punkten. Die schön gezeichneten Hintergründe wirken zwar leblos, lenken dafür die Aufmerksamkeit auf die wichtigen Punkte des Spiels – den Rätseln. Umso mehr freuen wir uns jedes Mal, wenn eine Videosequenz eingeleitet wird und diese sogar mit englischen Synchronsprechern vertont wird. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen. In Saint-Mystère erklingen wunderschöne Dorfmelodien. Auch die Rätselmelodie fasziniert uns immer wieder aufs Neue, doch spätestens nach mehr als einhundert gelösten Rätseln fällt sie dann doch hin und wieder störend auf. Wir können Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf im Grunde jedem Spielertypen empfehlen – nur ungeduldige Naturen sollten sich eher nach Alternativen umsehen. Wer alle 135 (+27 herunterladbare) Rätsel lösen möchte, ist für gut fünfzehn (bis fünfundzwanzig) Spielstunden beschäftigt und wird gut unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Bevor ich Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf bis in den letzten Winkel erkundet habe, hatte ich nur zwei Berührungen mit der Professor-Layton-Reihe. Da wäre zum Einen das kurze Anspielen des dritten Nintendo-DS-Ablegers auf der Gamescom 2011 zu nennen und zum Anderen die Erfahrung mit dem Kinofilm, den ich letzten Herbst auf DVD genießen durfte. Das entsprechende Review findet ihr übrigens hier. Anfangs kam mir das Spiel ziemlich träge vor, doch schon nach ein bis zwei Spielstunden hatte mich die Atmosphäre des Spiels dermaßen fasziniert, dass ich gar nicht aufhören konnte. Nächtelang habe ich mich in meinem warmen Bett eingehüllt und löste ein Rätsel nach dem anderen. Die wirklich schweren Brocken haben sich meiner Meinung aber bis zum Ende des Spiels vor mir versteckt, denn erst bei Rätsel Nr. 134 kam ich wirklich ins Schwitzen und suchte stundenlang nach einer Lösung. Seit wirklich langer Zeit konnte mich kein Videospiel dieser Gattung so in den Bann ziehen wie Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf. Beim besten Willen kann ich derzeit keine negativen Kritikpunkte ausmachen, außer vielleicht die geringe Anzahl an Melodien und dem sparsamen Einsatz an Videosequenzen. Das ist aber Nörgeln auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen ist Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf ein Spiel, welches ich bestimmt nie wieder vergessen werde – und die beiden Nachfolger liegen schon auf meinem Schreibtisch und freuen sich darauf, endlich gespielt zu werden.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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