Review: Btooom! – Vol. 4 (Episoden 10 – 12)

Btooom! - Vol. 4 (1)Vergeben ist menschlich, heißt es. Vergebung ist auch eine Eigenschaft, welche die Spieler auf der Insel brauchen, wenn sie andere Menschen zum Guten erziehen wollen – auch wenn sie dabei selbst den Tod finden könnten. Ein schmaler Grad tut sich in Btooom! auf.

Btooom! - Vol. 4 (2)Nach neun Episoden voller Spannung, Dramatik und Action neigt sich die Geschichte um den jungen Ryōta Sakamoto dem Ende entgegen. Die Insel voller Gefahren, gefräßigen Waranen, hinterhältigen Gegenspielern und angeblichen Freunden kann Ryōta nicht verlassen. Ihm und seinen Verbündeten Himiko, Kiyoshi Taira und Masahito Date ist es noch nicht gelungen, die acht notwendigen Chips zu sammeln, um das Eiland zu verlassen. Dabei ist Ryōta kurz davor, seinem Gegenspieler Nobutaka Oda dessen erbeutete Chips abzunehmen und entgeht während des Unterfangens sogar dessen Hinterhalt. In der Schule waren Ryōta und Nobutaka zeitweise Freunde, die sich auf der Insel jedoch als erbitterte Kontrahenten gegenüberstehen. Da sich in das Getümmel auch Frauenmörder Kōsuke Kira, sowie ein unbekannter Teilnehmer, der mit seinen Bomben die Gegend in Brand setzt, mischen, geht es auf der Insel heiß her. Das Duell zwischen Ryōta und Nobutaka geht schlussendlich unentschieden aus, doch verliert er dabei einige seiner Bomben und der Koffer voller Essen ist ebenfalls futsch. Arzt Date kann die Fassade der Freundschaft nicht mehr lange aufrechterhalten, Himiko kommen erste Zweifel und als sie sich mit ihm und Ryōta in ein verlassenes Gebäude aufmachen, um dort nach den für Herrn Taira wichtigen Medikamente zu suchen, eskaliert umgehend die Situation.

Humanität

Btooom! - Vol. 4 (3)Date stellt sich als jener Arzt heraus, der mit Shiki Murasaki bereits auf der Insel war und für ihren fehlenden Unterarm verantwortlich ist. Date dreht durch und versucht seine angeblich Verbündeten zu töten. Wir möchten hier zwar nicht zu viel verraten, doch in den vorliegenden drei Episoden nehmen wir unweigerlich Abschied von einem liebgewonnenen Charakter. Das Leitthema der letzten drei Episoden von Btooom! ist definitiv Vergebung. Obwohl der Verrat durch eine freundliche Person erst sehr schmerzhaft ist, ist es die Humanität der Individuen, die selbst dem unliebsamsten Menschen Vergebung schenken kann. Weitere Themen, die in der dritten Volume behandelt werden, sind einmal mehr Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Oft sieht es so aus, dass ein Charakter unweigerlich verloren scheint, doch wer einer Person in Btooom! wie im echten Leben vertraut und wem das Vertrauen effektiv erwidert wird, schafft es ebenfalls auf der Insel zu überleben. Zum Ende des Anime wird Btooom! sogar ein wenig metaphysisch, da Dialoge und Taten darauf ausgelegt sind, den Tod als einen möglichen Ausweg zu betrachten. Am Schluss bleibt Btooom! jedoch offen. Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet und alleine in der letzten Minute wird eine weitere große Frage aufgeworfen, wie das Leben auf der Insel weitergehen wird. Das ist unterm Strich sehr unbefriedigend.

Spannung bis zum Schluss

Btooom! - Vol. 4 (4)Wirklich kritisieren darf man das aber nicht, da die Manga-Vorlage umfangreicher ist und bis heute fortgesetzt wird. Außerdem werden wir in keiner der zwölf Episoden gelangweilt. Fast jede Episode besitzt einen Cliffhanger, der uns tiefer in das Btooom!-Universum ziehen will. Nach dem Ende einer jeden Episode, welche jeweils eine Laufzeit von circa 23 Minuten aufweisen, ertappen wir uns schnell dabei, die nächste Folge direkt im Anschluss anzusteuern. Das digitale Menü der Blu-ray Disc fällt dabei sehr spartanisch aus. Keine Animationen und Standbilder wie zu DVD-Zeiten sind hier an der Tagesordnung. Ärgerlich ist vor allem, dass sich im Menü kein Bonusmaterial findet. Ein Vergleich zwischen Anime und Manga wäre in unseren Augen nicht verkehrt gewesen. Das eigentliche Bild in Full HD kann sich selbst in der vierten und letzten Volume sehen lassen. Alle Zeichnungen wirken sehr scharf und der Einsatz von Filtern in bestimmten Szenen macht Sinn, um das Bild einmal wärmer und dann einmal kühler ausfallen zu lassen. Gepaart mit den hintergründigen Melodien und der guten japanischen Synchronisation, wird Btooom! zu einem Genuss. Der Anime wird uns wie das Titellied No pain, No game von Nano und das Schlusslied Aozora von May Nakabayashi lange im Gedächtnis bleiben und wir hoffen, dass er wie der Manga hoffentlich bald fortgesetzt wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist sehr, sehr schade, dass der Anime Btooom! gerade einmal zwölf Episoden umfasst und bisher nicht weitergeführt wird – zumal das Ende wirklich offen ist und man nur mutmaßen kann, wie es weitergeht. So kann ich mich zwar auf die Manga-Ausgaben freuen, die immer noch erscheinen (werden), doch den Anime habe ich samt der Musik und den Synchronsprechern ins Herz geschlossen und würde mich nach einem gefühlten Bruchteil der Handlung nur ungern von diesen trennen. Dass ich mehr von Btooom! erleben möchte, liegt vor allem daran, dass mich diese ganzen Cliffhanger im wahrsten Sinne des Wortes wahnsinnig machen – im positiven Sinne! Immer wenn ich denke, dass es schlimmer oder besser nicht kommen wird, macht mir der Anime einen Strich durch meinen Gedankengang und wenige Minuten später schaue ich mir schon die nächste Folge an. Wer dem Serienkonzept, welches eine Mischung aus Lost und einem Battle-Royale-Ansatz darstellt, nicht abgeneigt ist, sollte sich Btooom! unbedingt einmal ansehen – auch wenn auf eine Fortsetzung in Anime-Form womöglich vergeblich gewartet werden muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 4 (Episoden 10 – 12)!

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