Review: Liar Game (Band 19)

liar-game-band-19Sind Nao und Akiyama den ersten Runden des Liar Games noch eher unfreiwillig beigetreten, will vor allem Akiyama nun wegen eines ganz bestimmten Grunds das dubiose Spiel um den finanziellen Reichtum beziehungsweise Ruin zu Ende spielen. In der letzten Runde des Liar Games mit dem Namen Die Chroniken der vier Reiche wird sich letztendlich entscheiden, wer all die enormen Geldsummen einheimsen wird, die sich im Lauf der vielen, vielen Runden angesammelt haben. Neben dem materialistischen Reiz verfolgt aber auch Gegenspieler Yokoya seine eigenen Ziele. Er würde alles tun, nur um seine Gegner verlieren zu sehen, inzwischen ist sein Hass gegenüber seinen Kontrahenten sogar so stark, dass er selbstlos handelt – dagegen würde Nao ihr letztes Hemd geben, um alle anderen zu retten. Das Zünglein an der Waage – Akiyama und seine überragende Intelligenz – werden entscheiden, welche Personen und Philosophien am Ende siegen werden. Die finale Runde wurde im Manga sehr schön in Szene gesetzt. Immerhin verfolgen die Figuren selbst den Verlauf des Spiels und die Punktetabelle auch auf Anzeigetafeln, die sich adäquat in die Bilderboxen einführen lassen. Die gewohnt eher schlichten, aber ausdrucksstarken Zeichnungen sind auch im letzten Band schön anzusehen.

Das letzte Gefecht

Der letzte Band schlägt mit 240 Seiten zu Buche und gehört damit zu den längeren Bänden von Kaitani Shinobus Reihe. Der Abschlussband fühlt sich keine Seite zu lang an, denn immerhin wird nicht nur die aktuelle Runde beendet, sondern auch ein genereller Schlussstrich unter das Liar Game gezogen. Der Autor stellt auch zum Schluss noch einmal alles auf den Kopf und verblüfft den Leser mit einigen Wendungen, die er mit Sicherheit so nicht hat kommen sehen. Dem Antagonisten spendiert er kurz vor dem Finale noch eine Hintergrundgeschichte, die seine Handlungen nachvollziehbarer gestalten sollen – sehr klassisch, aber auch wirkungsvoll. Was die tatsächliche Motivation der Liar-Game-Verwaltung gewesen ist, wie die Charaktere untereinander verbleiben und vor allem, wer die Runde gewinnt; auf solche Fragen gibt der letzte Band Antworten. Viele Fragen bleiben allerdings ungeklärt und auch die schlussendliche Abschlussszene auf der letzten Seite öffnet noch mehr Bücher, als sie schließt. Wer dachte, dass tatsächlich alle Fragen beantwortet werden würden, hatte wahrscheinlich sowieso utopische Vorstellungen vom Finale. Wer aber darüber hinaus im Kontakt mit dem Liar Game bleiben will, kann sich die zwei Staffeln starke Fernsehserie oder die beiden Kinofilme zu Gemüte führen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Mit dem Ende selbst bin ich nur bedingt glücklich. Die letzten Kniffe der Handlung, die sich Kaitani ausgedacht hat, finde ich wirklich toll und ergeben auch innerhalb der gesamten Handlung Sinn. Einige Elemente fühlen sich meiner Meinung nach allerdings unvollständig und gehetzt an und vermitteln das Gefühl eines unfertigen Produkts. Manche Handlungsstränge hätten schon vorzeitiger eingeführt werden sollen und nicht auf den letzten einhundert Seiten allesamt ausgeführt werden müssen. Dass Kaitani mit dem Liar-Game-Universum noch viel vor haben könnte, zeigt genau dieser letzte Teil, der sich dazu eine Hintertür für einen potentiellen Nachfolger offen hält. Trotzdem hatte ich eine Menge Spaß mit der Reihe, auch mit dem letzten Band, und empfehle jedem, der Thrillern und Survival-Thematiken nicht völlig abgeneigt ist, sich einmal in die ersten zwei Bände einzulesen.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 19)!

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