Review: Maria the Virgin Witch (Vol. 2)

Die ersten vier Episoden von Maria the Virgin Witch aus der ersten Volume wurden genutzt, um uns in die Welt der Anime-Serie einzuführen. Vor dem Hintergrund des Hundertjährigen Krieges versucht eine Hexe Gutes zu tun und wird dabei mit ihrer Sexualität konfrontiert.

Nach wie vor ist die Ausgangslage der Anime-Serie unverändert. Nachdem Joseph, einer der Freunde Marias, im Unwissen einen Pfeil auf den Erzengel Michael geschossen hat, erhielt die Hexe eine zweite Chance. Ihre Hexenkräfte darf Maria zwar behalten, doch darf sie diese nicht vor den Augen der Menschen einsetzen. Andernfalls würde sie von der Himmelskirche für dieses Vergehen gerichtet werden. Hinzu kommt, dass sie ihre Jungfräulichkeit behalten muss, wenn sie weiterhin hexen möchte. Aufpasserin Ezechiel soll dafür sorgen, dass Maria sich an die notgedrungene Abmachung hält. Allerdings bemerkt sie im Verlauf der Handlung, dass Maria mit ihrem Wirken Gutes bezwecken will und sich nicht per se gegen Gott und den christlichen Glauben stellt. Etwas widerwillig lässt sie die Hexe ihr Tagwerk zum Unwillen Michaels verrichten und zieht damit ebenfalls den Zorn des Engels auf sich. Hauptsächlich drehen sich die vier Episoden der zweiten Volume aber nicht um den Zwist zwischen Michael und Maria, sondern zielen vor allem auf irdische Probleme ab, die zum einen durch Maria ausgelöst werden und zum anderen durch den freien Willen der Menschen ins Spiel kommen. So werden der Söldner Garfa, der Klostermönch und Priester Bernard und der Graf Guillaume, für den auch Joseph arbeitet, ausgiebig vorgestellt und essentiell in die Story eingewoben.

Verflochtene Beziehungen

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut Maria the Virgin Witch in diesem Punkt ausgearbeitet ist. Das Schicksal sämtlicher Charaktere scheint miteinander und untereinander verbunden zu sein. Zwar sind diese Verbindungen schon in der ersten Volume leicht spürbar, doch vor allem im zweiten Episodenpaket kommen sie endgültig zum Vorschein. Während Bernard der Neffe von Graf Guillaume ist, wird Garfa von den beiden kontaktiert und versucht über Joseph an Maria heranzukommen. Dreh- und Angelpunkt des Story-Abschnitts ist die Beziehung zwischen Maria und der Kirche. So will Bernard Maria zum Spielball machen, um sie für den Krieg gegen England zu nutzen. Insgeheim verfolgt er allerdings das Ziel, Maria auch vor den Augen der Dorfbewohner als ein Übel darzustellen und nutzt vor allem Marias guten Willen, die Schlachten zu verhindern, dafür aus. Während einer Auseinandersetzung verlieren durch Leichtsinnigkeit und das Einwirken Michaels nämlich dutzende französische Kämpfer das Leben, indem auch Garfa eine folgenschwere Entscheidung trifft und seinen egoistischen Plänen freien Lauf lässt. Schlussendlich erhält er von Bernard den Auftrag, Maria zu vergewaltigen, damit diese ihre Jungfräulichkeit und somit ihre Hexenkräfte verliert. Im Dorf sorgt Bernard unterdessen dafür, dass Marias Medizin als absolut böses Hexenwerk abgetan wird.

Freundliche Fassade, finsteres Innenleben

Die zweite Volume von Maria the Virgin Witch zeigt abermals sehr gut, dass selbst gute Taten negative Konsequenzen nach sich ziehen und dass selbst die nach außen hin freundlichen Charaktere sehr wohl finstere Gedanken haben können. Maria the Virgin Witch ist, abgesehen von den eingewobenen Fantasy-Elementen, sehr glaubhaft inszeniert. Nicht ganz unschuldig daran sind die guten Synchronsprecher. Sowohl in der japanischen Originalversion, als auch in der deutschen Synchronfassung, geben die Sprecher ihren Charakteren reichlich Ausdruckskraft. Das liegt vor allem daran, dass viele Dialoge auf einer ruhigen Grundlage basieren und ihre Inhalte dadurch umso gewichtiger wirken. Die musikalische Untermalung passt jederzeit zum Geschehen und der markante Chorgesang der Anime-Serie wird immer zur rechten Zeit genutzt, um anstehende Schlachten anzukündigen. Schade ist lediglich, dass die Hintergründe nicht immer gut zu den Charaktermodellen passen. Oft wirkt es, als seien die Charaktere einfach auf einen leblosen Hintergrund geklatscht worden. Besonders bei großen Arealen wie Schlachtfeldern, Innenhöfen oder Städten fällt das negativ auf. Es sind jedoch vor allem die inneren Werte, die zählen – und davon hat Maria the Virgin Witch genug. Wer die ersten vier Episoden bereits verschlungen hat, wird auch die zweite Volume sehr lieben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe die ersten vier Episoden von Maria the Virgin Witch geliebt und verschlungen. Die düstere Prämisse wird mit reichlich Humor über Geschlechtsverkehr, Jungfräulichkeit und Entjungferung stets aufgelockert, ohne dabei die ernste Thematik zu vergessen. Im zweiten Episodenpaket wird das noch viel besser deutlich, da hier die Charaktere Garfa, Bernard und Guillaume deutlich stärker beleuchtet werden, als noch in der ersten Volume. Diese Charaktere zeigen wunderbar, welch freundliche Fassade Menschen eigentlich aufbauen können und dennoch mit einer finsteren Gedankenwelt die Geschicke der Menschen leiten wollen. Es ist beachtlich, dass die ganzen Verknüpfungen zwischen den Charakteren so gut funktionieren, ohne dass es nach nur wenigen Episoden schon unübersichtlich wird. Ich kann Maria the Virgin Witch nach wie vor empfehlen und bin gespannt, wie die Handlung ihr gutes oder böses Ende in der dritten und leider schon letzten Volume nehmen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Maria the Virgin Witch (Vol. 2)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s