Review: Strike the Blood (Vol. 1)

Spätestens seit Stephenie Meyer 2005 ihren Jugendroman Bis(s) zum Morgengrauen veröffentlicht hat, sind Vampire nicht aus der modernen Populärkultur wegzudenken, auch wenn sie nie aus dieser verschwunden waren. Die Anime-Serie Strike the Blood greift das Vampirmotiv auf und kombiniert es mit Eigenständigkeiten.

Im Mittelpunkt der Story stehen zwei wichtige Charaktere. Auf der einen Seite Akatsuki Kojō und auf der anderen Seite Himeragi Yukina. Einst war Kojō ein ganz normaler Oberschüler, der friedlich auf der fiktiven japanischen Insel Itogami dreihundert Kilometer südlich von Tōkyō im Pazifik lebte und vor drei Monaten leider in einen Vampir, den so genannten vierten Shinso, verwandelt wurde. Auf dieser Basis beginnt die Handlung von Strike the Blood, die auf der von Menschenhand und Magie geschaffenen Insel Itogami spielt. Auf dem künstlichen Eiland leben jedoch nicht nur Menschen, sondern auch Geister, Halbdämonen, Tiermenschen, von Menschen erschaffene Lebensformen und selbstverständlich Vampire miteinander. Yukina scheint nach außen hin zwar ebenfalls eine ganz gewöhnliche Oberschülerin zu sein, doch wurde sie von der Königslöwen-Organisation geschickt, um Kojō zu überwachen und notfalls aus dem Weg zu räumen, sollte er für andere eine Bedrohung darstellen. Zunächst versucht Kojō zwar seine Verfolgerin abzuschütteln, doch bereits kurz nach ihrem ersten Zusammentreffen wird Yukina von zwei Vampiren attackiert, woraufhin der gutmütige Kojō schließlich eingreifen muss. Über kurz oder lang freunden sich die beiden miteinander an – und so kommt es dazu, dass Yukina in der Wohnung nebenan einzieht, um Kojō im Auge zu behalten. Mit der Zeit verkommt die Überwachungsaktion jedoch schnell zur Nebensache.

Blutrausch und Blutdurst

Strike the Blood bietet reichlich Spielraum für Experimente und fantasievolle Geschichten. So taucht schon am Ende der ersten Episode ein Bösewicht am Horizont auf, der es auf Kojō und seine Kräfte abgesehen hat. Um mehr über die Beweggründe des Fieslings herauszufinden, müssen Kojō und Yukina in ein Laboratorium eindringen, wo sie erfahren, dass Itogami im Meer versinken soll, weil die Insel auf einer heiligen Linie liegt. Dies ist jedoch nicht das einzige Problem, mit dem das recht ungleiche Duo zu kämpfen hat – schließlich ist Kojō ein Vampir und diese müssen bekanntlich Blut trinken, um zu überleben. Bisher hat Kojō das Problem so gelöst, dass er sein eigenes Blut trinkt, um diesen Durst zu stillen. Yukina stellt mit der Zeit allerdings ein immer mehr verführerisches Ziel dar und die so genannten Sippentiere erkennen Kojō erst dann als einen würdigen Vertreter an, wenn er das Blut eines anderen Menschen trinkt. Ob es zum Biss kommt oder die Insel mit ihren fünfhunderttausend Einwohnern nun tatsächlich im Meer versinkt, wird an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen aber nicht verraten. Die Anime-Serie verbindet jedoch sehr viele verschiedene Genres wie Action, Fantasy, Science Fiction und Romantik; sogar ein wenig Erotik ist im Paket enthalten. So und nicht anders gelingt es der Anime-Serie ihre Handlung spannend, wendungsreich und mit ein paar Überraschungen zu erzählen. Den Animationsstudios Silver Link und Connect ist hier Großartiges gelungen!

Stimmungsvolles Gesamtbild

Optisch zeichnet die Anime-Serie ein schönes und stimmungsvolles Bild. Die Hintergründe und Charaktermodelle verbinden sich in ihrem Stil hervorragend, wobei anzumerken ist, dass weit entfernte Hintergründe und so manche Nahaufnahme in diffuses Licht getränkt ist. So wird der Fokus stets auf die wichtigen Protagonisten gelegt. Das Bild in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format weiß fast durchgehend zu überzeugen; nur bei ein paar der Kampfanimationen weiß der Funke nicht wirklich überzuspringen. Dies ist jedoch nur der kalte Tropfen auf dem heißen Stein, denn in allen restlichen Belangen ist die optische Gestaltung von Strike the Blood beeindruckend. Ähnlich sieht es auch mit der deutschen und der japanischen Tonspur aus, die jeweils im Tonformat DTS HD Master Audio 2.0 vorliegen. Beide Fassungen bieten gute und fähige Synchronsprecher, die den Charakteren reichlich Leben einhauchen können. Bei der japanischen Tonspur lassen sich, wie für Publisher Kazé Anime typisch, die deutschen Untertitel nicht deaktivieren. Als digitaler Bonus liegen der ersten Volume sowohl ein Clear Opening als auch ein Clear Ending vor. Physisch gibt es ein 24-seitiges Booklet und zwei Postkarten zu bestaunen, über deren Qualität nichts gesagt werden kann, da es für den Test nicht zur Verfügung stand. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Qualität gewohnt hoch ist. Käufer der limitierten Erstauflage erhalten zudem noch einen Pappschuber dazu, in dem alle vier Volumes der Serie ihren Platz finden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten sechs Episoden der Anime-Serie Strike the Blood haben nicht nur die Aufgabe, die Grundlagen zu legen, sondern jedweden Zuschauer spätestens in der zweiten Folge in die Action zu werfen. Schon im Serienauftakt wird mit Kämpfen zwischen Kojō, Yukina und ihren Widersachern nicht gespart. Das Beste daran ist jedoch, dass die Anime-Serie dabei nie vergisst auch eine Handlung zu erzählen. Diese bietet viele Überraschungen und Wendungen, sodass die Spannung jederzeit zu spüren ist. Ergänzt werden diese Aspekte etwa mit Fantasy- und Romantik-Elementen, wodurch die Geschichte gleich ein paar Facetten mehr erhält. Auch optisch wissen die in der ersten Volume enthaltenen Episoden mit schönen Charaktermodellen und dazu passenden Hintergründen zu überzeugen, nur die Kampfanimationen wirken in vergleichbaren Serien angenehmer. Da Strike the Blood abseits der Kämpfe allerdings so überzeugend ist, ist jedem Vampirfan empfohlen, mal einen Blick zu riskieren.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Strike the Blood (Vol. 1)!

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