Review: Aldnoah.Zero – Vol. 5

Wer sich an das Ende der ersten Staffel von der Anime-Serie Aldnoah.Zero erinnert, wird sich wohl auch noch sehr gut dem fiesen Cliffhanger bewusst sein. Mit der dreizehnten und somit ersten Folge der zweiten Season verschwendet die Serie keine Zeit und setzt genau dort an.

Obwohl direkt in der ersten Szene angedeutet wird, wie der Konflikt zwischen den Charakteren Kaizuka Inaho, Graf Zātsubarumu, Toroiyādo Surein und schließlich Prinzessin Aseiramu Vuāsu Aryūshia gelöst wird, springt die Serie danach neunzehn Monate in die Zukunft. Surein ist lebend aus der Situation entkommen, wurde mittlerweile in den Rang eines Ritters erhoben und dient seither Graf Zātsubarumu. Diese düstere Aussicht spielt von Beginn an mit den Erwartungen der Zuschauer, denn diese werden mit dem vermeintlichen Tatbestand konfrontiert, dass Inaho und die Prinzessin von den beiden Übeltätern getötet worden sind. Da sich jedoch nur wenige Serien trauen, mit einem Schlag die Hälfte der wichtigsten Akteure auszulöschen, ist es absolut nicht verwunderlich, dass auch Inaho und Aryūshia dem Tod entkommen sind. Während Inaho nach einiger Zeit wieder für die Erde kämpft, wird die Prinzessin durch ihre Schusswunde in ein künstliches Koma gesetzt. Um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass das Königreich Vuāsu noch intakt ist, wird ihre Schwester Vuāsu Envuāsu Remurina als Vertretung eingesetzt – allerdings mit dem Kniff, dass sie ein Trugbild über sich legt und somit die Rolle von Aryūshia annimmt und sogar selbst ihren Großvater täuscht. Mit diesem Trick wird nicht nur die Grundlage der zweiten Staffel gelegt, sondern auch der Krieg weiter angeheizt.

Neue Verbündete und neue Akteure

Wie sich so viel in neunzehn Monaten verändern kann, wird anhand von Rückblenden erzählt, die die Fortsetzung des Vorfalls schildern. Nichtsdestotrotz ist der Krieg zwischen dem Planeten Erde und dem Königreich Vuāsu in der zweiten Staffel von Aldnoah.Zero immer noch in vollem Gange. Nord- und Südamerika stehen mittlerweile unter der Kontrolle des Königreichs vom Mars und die Regierungsbildung beginnt, damit die Erdlinge angeblich nicht mehr die Ressourcen ihres eigenen Planeten ausbeuten können. Obwohl dieses Ziel zumindest für die Bevölkerung von Vuāsu löblich klingen mag, erkennt der in den Ritterstand erhobene Surein, dass Vuāsu an den Rohstoffen der Erde interessiert ist und der damit einhergehende Wohlstand zudem nur der herrschenden Gesellschaftsschicht zugute kommen wird. Im Mittelpunkt der Geschichte steht in den Episoden 13 bis 16 die zwischenmenschliche Beziehung von Surein und Zātsubarumu, die sich im neunzehn Monate großen Zeitsprung und auf Basis ihrer einstigen Differenzen entwickeln konnte. Remurina ist als neu eingeführte Figur ebenso unwichtig und etabliert sich peu á peu im Charakterensemble. In puncto Handlung ist der serientypische Aufbau zwar deutlich zu erkennen, doch alle enthaltenen Episoden ergeben zusammen ein so stimmiges Gesamtbild, dass die Story gar als Anime-Film für sich Sinn ergibt.

Dynamische Kämpfe im Weltraum

Handlungstechnisch funktioniert der Auftakt der zweiten Staffel hervorragend und bietet die gewohnte Qualität der ersten Season. Dennoch kommt auch die Action in Aldnoah.Zero nicht zu kurz: Nach wie vor wird der Krieg mit den mecha-ähnlichen Kataphrakten ausgeführt, die dieses Mal nicht nur tagsüber, sondern auch im Weltraum eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich für die Fans der Anime-Serie eine ganz neue Dynamik, die in der ersten Season auf diesem Niveau noch nicht stattfinden konnte. Am Beispiel der Kataphrakte ist zu erkennen, dass die technischen Möglichkeiten auch im Jahr 2015 noch nicht ganz so ausgereift waren. Keinesfalls wirken die Kämpfe dadurch minderwertig, doch die computeranimierte Gestaltung der Mechas hätte durchaus runder ausfallen können. Dafür überzeugen die Effekte und auch die Gestaltung der Umgebung, insbesondere die der kühl und steril wirkenden Mondbasis im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Wer Anime-Serien am liebsten mit der japanischen Synchronisation ansieht, kommt hier in den Genuss von wirklich fantastischen Sprechern, die ihren Charakteren reichlich Leben einhauchen. Ihre deutschen Pendants sind zwar ebenfalls gut, kommen aber nicht an den Charme des Originals heran. Frühkäufer kommen neben dem beiliegenden Booklet mit Interviews und Konzeptzeichnungen außerdem in den Genuss eines Schubers, in dem später alle vier Volumes Platz haben werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Deutsche Fans mussten sich sehr lange auf die zweite Staffel von der Anime-Serie Aldnoah.Zero gedulden. Obwohl die erste Season nur ein Jahr nach der japanischen Ausstrahlung hierzulande veröffentlicht wurde, dauerte es über drei Jahre nach dem Release der zweiten Staffel. Nach dem Ansehen der ersten drei Episoden vom Staffelauftakt lässt sich allerdings problemlos sagen, dass sich das Warten gelohnt hat – der dramatische Cliffhanger wurde gut gelöst und die Story hervorragend fortgesetzt. Obwohl es sich bei Aldnoah.Zero um eine Serie handelt, funktionieren die drei enthaltenen Episoden auch problemlos als Film. Es ist wirklich toll, dass alle Folgen neue Enthüllungen bereithalten und die Zuschauer tiefer in das Universum der Serie eintauchen lassen. Wer gleich alle drei Folgen am Stück schaut, erlebt eine tolle zwischenmenschliche Entwicklung von Toroiyādo Surein und Zātsubarumu, die am Ende der 15. Episode vermutlich ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Käufer der ersten Staffel dürfen auch bei der fünften Volume der Serie zugreifen und wer bisher noch keinen Kontakt mit Aldnoah.Zero hatte, sollte sich lieber mit dem Beginn der Serie beschäftigen und eine Folge nach der anderen ansehen. Die Serie hat es sich verdient!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero – Vol. 5!

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