Preview: Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Nachdem Nintendo-Spieler kurz nach der Ankündigung von Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise auf der E3 2019 in den „Genuss“ von Deadly Premonition Origins kamen, stieg die Vorfreude auf den zweiten Teil auch in unserer Redaktion ins nahezu Unermessliche.

Als Deadly Premonition im Jahr 2010 erstmals auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 sowie drei Jahre später auch auf dem PC veröffentlicht wurde, mussten Nintendo-Besitzer bis 2019 auf das kuriose Spiel von Schöpfer Suehiro Hidetaka verzichten. In puncto Gameplay und Technik wird das Spiel selbst von Fans häufig belächelt, doch funktioniert der Genremix aus Grand Theft Auto, L.A. Noire, Resident Evil und Legend of the River King zusammen mit seinen Anleihen an Fernsehserien wie Twin Peaks oder Harper’s Island erstaunlich gut. So avancierte sich der Titel schon kurz nach seiner Veröffentlichung zum Kultspiel. Wie aus dem Nichts wurde auf der E3 2019 während der ausgestrahlten Nintendo-Direct-Ausgabe der Öffentlichkeit ein zweiter Teil in Aussicht gestellt, woraufhin Fans wie der Autor dieses Textes direkt zwei Saltos rückwärts gemacht haben. Anfang Juli 2020 soll Deadly Premonition 2 erscheinen, doch auch nach dem kürzlich veröffentlichten und durch seine Anlehnung an das Intro der Fernsehserie True Detective viel zu kryptischen Release-Trailer ist über das Spiel kaum etwas bekannt. Was bei anderen Spielen beängstigend ist, stört uns bei Suehiros neuestem Streich aber gar nicht. Wir erwarten kein cineastisches Meisterwerk, sondern eine unterhaltsame Mischung aus diversen Spielen und einer spannenden Anlehnung an Fernsehserien.

Neue Charaktere und ein altes Gesicht

Letzteres gilt anhand des Trailers halbwegs als sicher. Mit neuen Charakteren wie der Agentin Aaliyah Davis kommt zudem frischer Wind ins Spiel. Es ist jedoch noch nicht klar, wie groß die Rolle von Davis tatsächlich ausfallen wird. Laut der erwähnten Nintendo-Direct-Ausgabe soll Deadly Premonition 2 im Jahr 2019 in der US-amerikanischen Ostküstenstadt Boston spielen, wo Davis das Tor zur Vergangenheit aufstößt. Auf der deutschen Homepage von Nintendo wird auf der Unterseite zum Titel aber zum einen noch ein weiterer Agent namens Jones erwähnt, der bei der Ankündigung des Spiels noch gar nicht besetzt war. Zum anderen wird dem Fall der Agentin mit den ominösen Le-Carré-Serienmorden endlich ein Name gegeben, der wiederum den Bogen zu Francis York Morgan schlägt, den Kenner des Vorgängers als Protagonisten kennen. Dieser soll 14 Jahre vor Davis’ Ermittlung – und damit im Jahr 2005 angesiedelt – Morde in New Orleans aufklären. Hierbei ist es aber nicht ganz eindeutig, ob Le Carré im Lauf der Entwicklung mittlerweile zu einer Alternativversion der Stadt im Bundesstaat Louisiana geworden ist oder es sich dabei schlicht um einen fiktiven Vorort handelt. Wir denken, dass dies ganz darauf ankommt, wie umfangreich die Spielwelt des schon im Vorfeld als Nischenspiel gehandelten Deadly Premonition 2 im Endeffekt ausfallen wird.

Mit dem Skateboard durch Le Carré

Da wir auch im Bayou unterwegs sein werden, sollte eine ländliche Gegend fernab des geschäftigen Trubels von New Orleans durchaus passen, zumal das auch im Kontext zum verschlafenen Greenvale aus dem Vorgänger stehen würde. Außerdem wird mittlerweile explizit darauf hingewiesen, dass wir die Open World von Le Carré mit einem Skateboard erkunden dürfen. Dieses soll sich auch verbessern lassen, damit wir schneller von einem Ort zum anderen gelangen. Ob andere Fahrzeuge wie Autos ganz aus dem Spiel verschwinden, bleibt also noch ein Rätsel. Immerhin sollen wir daneben auch Tricks mit dem Skateboard erlernen können. Wofür wir diese schlussendlich brauchen, dürfte wohl zweitrangig sein. Lustig ist dieser Gedanke auf jeden Fall, um dem harten Alltag eines FBI-Agenten zu entkommen. Mit diesem, nennen wir es mal Ideenreichtum, zeigt sich einmal mehr der irre Humor von Director Suehiro, der aus einer eigentlich ernsten und tiefgründigen Angelegenheit absurde Situationen herausholt. Wie sich die Kämpfe gegen die Untoten spielen, von denen bisher nur ein größeres Exemplar zu sehen war, können wir derzeit noch nicht abschätzen. Dieser kurze Ausschnitt von der Ankündigung sieht aber verdächtig nach dem Gameplay des ersten Teils aus, weshalb wir hier guter Dinge sind. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler die Hardware der Switch im Griff haben, damit wir den Exklusivtitel nicht wieder deswegen belächeln müssen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich bin ein großer Fan des ersten Teils von Deadly Premonition, das ich in der denkbar ungünstigsten, wenn auch im storytechnisch endgültigen Director’s Cut auf der PlayStation 3 durchgespielt habe. Seitdem wollte ich unbedingt noch einmal eine vergleichbare Erfahrung erleben, doch traute sich kein einziges Entwicklerstudio an ein derartiges Kuriosum bisher heran. Ein Glück, dass es Suehiro Hidetaka noch einmal wissen will und Francis York Morgan an einen neuen Fall setzt. Einerseits finde ich es sehr schade, dass auch wenige Wochen vor Release so wenige Informationen nach außen vermittelt werden. Andererseits finde ich das auch gar nicht schlecht, denn das Spiel wird sich aller Voraussicht nach wieder zwischen Genialität und Wahnsinn einpendeln. Da Fernsehserien sowohl in der Inszenierung als auch in Geschichten und Charakterentwicklungen in den letzten zehn Jahren aber einen derartigen Sprung nach vorne gemacht haben, bleibt zu hoffen, dass sich diese erzähltechnische Entwicklung auch wieder in Deadly Premonition 2 niederschlägt. True Blood scheint Suehiro Hidetaka zumindest schon mal gesehen zu haben.

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