Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im November 2019 die erste Volume von The Ancient Magus Bride im deutschsprachigen Raum veröffentlicht hat, folgte die zweite Ausgabe im Januar 2020. Diese führt die Grundlagen des ersten Episodenpakets mit äußerst spannenden Mitteln fort.

Seit die fünfzehnjährige Hatori Chise auf einer Auktion in London für fünf Millionen Pfund an den Magier Elias Ainsworth verkauft wurde, sind ein paar Wochen vergangen. Seine Absicht war es nicht, die magisch begabte Slay Vega als Dienerin oder gar Sklavin in seinem Haushalt einzustellen, sondern sie zu einer Magierin auszubilden – und zu allem Überdruss auch noch zur Ehefrau zu nehmen. Nachdem Chise mehr über ihren womöglich zukünftigen Ehemann erfahren hat und die beiden das eine oder andere Abenteuer rund um Drachen und Feen erlebt haben, setzen sie ihre gemeinsame Reise fort. Zu Beginn der siebten und damit ersten Folge des zweiten Episodenbündels von The Ancient Magus Bride wird das ungleiche Paar zu einer Kirche beordert. Obwohl Elias mit dieser Institution gebrochen hat, erledigt er immer noch Aufträge für sie. In der Umgebung des ländlich gelegenen Gotteshauses soll ein Schwarzer Hund sein Unwesen treiben. Elias und Chise sollen gemeinsam herausfinden, ob es sich bei dem Unhold des britischen Volksglaubens um eine gefährliche Bestie handelt oder sie ihn als harmloses Hündchen beurteilen dürfen. In diesem Zusammenhang fügt die Serie unter der Regie von Naganuma Norihiro weitere Charaktere ein, die wie die Situation an sich in mehreren aufeinanderfolgenden Episoden vorkommen. Zu diesen Figuren gehören unter anderem Alice Swayne, ihr Meister Mikhail Renfred und ihr formwandelnder Begleiter Ruth.

Vergänglichkeit des Lebens

Auch wenn die Anime-Serie aus dem Hause Wit Studio bisher weitgehend mit einer hellen Farbgebung dargestellt wurde, nehmen in der zweiten Volume von The Ancient Magus Bride zunehmend auch düstere Szenen Einzug in die Handlung. Beispielsweise ist in der achten Folge zu sehen, wie Elias in einer sehr viel größeren und bedrohlichen Gestalt einen Gegner zerfetzt. Dies passt vor allem zum grundlegenden Ton, der in den vorliegenden Episoden angeschlagen wird. Nichts ist so wie es scheint und jeder Charakter hat mehr als nur ein Gesicht. Zusammen mit den Fantasy-Elementen wird die ruhige, aber dennoch spannende Erzählweise somit niemals langweilig. Durch den dunkleren Anstrich werden auch ernste und erwachsene Themen wie Tod, Vergänglichkeit und Vertrauen ausgesprochen. Dies wird auch in den Kontext mit der Erkenntnis aus der ersten Volume gesetzt. So verbleiben Chise bis zu ihrem Tod nur noch drei Jahre. Elias hat allerdings einen Plan in der Hinterhand, um dieses trübsinnige Ereignis zu verhindern. Wie dieser Plan aussieht, muss der Zuschauer aber selbst herausfinden. Ohnehin verliert die mit Zauberei vollgestopfte Anime-Serie nicht sehr viele Worte darüber, welche Richtung sie zukünftig einschlagen wird. Das ist aber auch nicht sonderlich schlimm, da die meistens Charaktere die recht ruhige Handlung harmonisch vorantreiben.

Problembewältigung

Selbst wenn die Charaktere miteinander streiten, versöhnen sie sich kurz darauf wieder. Sie teilen ihre persönlichen Probleme miteinander, was sie zu unglaublich menschlichen Figuren machen. Ein Problem, unter dem hingegen schon die ersten sechs Episoden von The Ancient Magus Bride zu leiden hatte, ist die falsche Aussprache japanischer und englischer Begriffe – zumindest in der deutschen Fassung. Wem so etwas wichtig ist, sollte wohl lieber die japanische Tonspur aktivieren. Dennoch warten beide Synchronisationen mit tollen Sprechern auf. Vor allem Franciska Mirka Friede und Achim Buch könnten mit dem angenehmen Klang ihrer Stimmen nicht besser für Chise und Elias geeignet sein. Die Originalsprecher Tanezaki Atsumi und Takeuchi Ryōta gehen aber ebenfalls ganz in ihren Rollen auf. Im Hintergrund ertönt häufig keine Musik, was die sehr ruhige Erzählweise unterstreicht. Wenn die Melodien von Matsumoto Jun’ichi hingegen erklingen, sind sie meist melancholischer Natur und greifen damit ins Innenleben der Charaktere ein. Unter technischen Gesichtspunkten stehen die Folgen der zweiten Volume den Episoden des Seriendebüts in Nichts nach. Sie überzeugen vor allem mit ihren detaillierten Charaktermodellen und fantasievollen Kulissen. Lediglich auf Bonusmaterial muss der Zuschauer gänzlich verzichten, was äußerst bedauerlich ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride knüpft das Wit Studio an die Geschehnisse des Seriendebüts an. Chise lernt Elias immer besser kennen und erlebt an dessen Seite kleinere Abenteuer, die mit erwachsenen Themen wie Vergänglichkeit oder Tod zusammenhängen und damit die Brücke zu den Episoden der ersten Volume schlagen. Nach wie vor ist Chises Zukunft ungewiss, da sie in drei Jahren sterben wird. Hiermit setzt sich die zweite Ausgabe aber noch zu wenig auseinander und konzentriert sich eher auf das Leiden von Elias. Neue Charaktere wie Ruth ergänzen das Figurenensemble hervorragend und zeigen deutlich, wie menschlich die von Yamazaki Kore im Manga erdachten Persönlichkeiten eigentlich sind. Zudem driftet die Serie nicht mit einem absurden Dramatik- oder Romantikanteil in die Belanglosigkeit ab. So dürfte das zweite Episodenpaket immer noch allen gefallen, die nach der ersten Volume mehr über Chise und Elias erfahren wollten. So darf es mit The Ancient Magus Bride gerne weitergehen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 2)!

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