Review: Attack on Titan – Season 3 (Vol. 3)

Obwohl die zweite Serienbox der dritten Season der Anime-Serie Attack on Titan nur einen Monat nach dem Staffelauftakt erschien, zog sich die Veröffentlichung der dritten Volume bis März 2021 hin. Diese Volume eröffnet das nächste große Kapitel um die gefürchteten Titanen.

Wie es bei Anime-Serien häufig auftritt, werden längere Staffeln in zwei Hälften getrennt, um zwei Schwerpunkte innerhalb einer stringenten Entwicklung zu setzen. Dies ist auch bei Attack on Titan der Fall. Nichtsdestotrotz knüpft die Erzählung an die Geschehnisse der ersten Staffelhälfte an. Der Aufklärungstrupp um Levi Ackermann und Kommandant Erwin Smith beschließt, das Gebiet innerhalb der Mauer Maria zurückzuerobern. Hierbei handelt es sich um ein Drittel des Gebiets, das den Menschen vor dem Angriff der Titanen vor fünf Jahren zur Verfügung stand. Dies hat das Leben der Menschen verändert – und es soll sich wieder ändern. Beim Eintreffen an den zwei gewaltigen Löchern in der Mauer im Bezirk Shiganshina gelingt es Eren Jäger mit seiner Titanenkraft zwar, eine der beiden Öffnungen zu schließen, doch dann tauchen wie aus dem Nichts dutzende Titanen auf, die dem Aufklärungstrupp ordentlich zusetzen. Es kommt zu Kämpfen an der Mauer und im zerstörten Bezirk Shiganshina, wo die Geschichte begonnen hat. Hierbei gibt es auch ein Wiedersehen mit Reiner Braun als gepanzerter Titan und Berthold Fubar als kolossaler Titan. Ebenso hat der Tier-Titan einen Auftritt, der die Lage für den Aufklärungstrupp zusätzlich erschwert. Neben neuen Erkenntnissen muss sich der Zuschauer auch auf mindestens einen traurigen Abschied gefasst machen.

Stimmungsvoll inszenierte Bedrohungen

An der visuellen Gestaltung hat sich in der dritten Volume dieser Staffel nichts geändert. Letzteres ist auch gar nicht nötig, denn Attack on Titan ist nach wie vor absolut stilsicher. Nicht nur das Charakterdesign, sondern auch die unterschiedlichen Titanen, die schrecklicher nicht aussehen könnten, punkten auf ganzer Linie. Vor allem wenn sich Eren in seiner Titanengestalt mit anderen Kolossen prügelt, glänzen auch die Animationen der Figuren. Wenn dann auch noch die 3D-Manöver zum Einsatz kommen und die Kamerafahrten parallel zu den Charakteren in den dreidimensionalen Raum übergleiten, ist die technische Seite des Animes über alle Zweifel erhaben. In der Blu-ray-Fassung glänzt Attack on Titan ebenso mit seinen Handlungsorten. Vor allem die Straßen des zerstörten Shiganshinas sorgen für nostalgische Gefühle, da sie an den Beginn der Serie erinnern. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p sind markante Orte wie der Fluss, der durch den Bezirk fließt, deutlich wiederzuerkennen. Die Musik spielt der Seriengestaltung selbstverständlich auch in die Karten, denn vor allem die Kämpfe werden mit kräftigen Klängen unterlegt. Allerdings sind auch die ruhigen Szenen je nach Stimmungslage wirklich atmosphärisch. Insbesondere die Rückblende in der 52. Folge lässt das Blut des Zuschauers beim Anblick der Bilder gefrieren.

Bekannte Boni mit wenigen Neuerungen 

In puncto Bonusmaterial führt die dritte Volume der dritten Staffel von Attack on Titan das Konzept der vorherigen Ausgabe fort, erweitert es jedoch leicht. So erhält der Zuschauer im digitalen Bereich auf der einen Seite eine Clean-Version des zweiten Openings der dritten Season und auf der anderen Seite ein neunminütiges Interview mit Regisseur Koizuka Masashi, das interessante Einblicke in die Produktion gibt. Beim physischen Bonusmaterial folgt dieses Episodenpaket ebenfalls den Spuren der vorherigen Veröffentlichung. So gibt es einmal mehr einen Stickerbogen, der lediglich aus zwei Aufklebern besteht. Besser ist da schon das sechzehnseitige Booklet. Hier erfährt der Fan zum einen kurze und knappe Hintergründe über diverse Figuren wie Erwin Smiths Vater. Zum anderen können aus dem ausführlichen Episodenguide alle nötigen Fakten zu den fünf Folgen der dritten Volume entnommen werden, begleitet von Informationen, welche Köpfe beispielsweise an Drehbuch und Szenario beteiligt waren. Das dürfte Besitzern der vorherigen beiden Serienboxen genauso bekannt vorkommen wie die fünf humorvollen Comic-Streifen mit jeweils vier Panels. Hier stellen sich die Charaktere bekannten Szenen – nur eben mit Witzen, die in der erwachsenen Geschichte keinen Platz haben würden. Bleibt zu hoffen, dass das vierte Booklet noch etwas mehr bieten wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Attack on Titan ist und bleibt für mich eine der besten Anime-Serien, die ich jemals gesehen habe. Die Story ist wendungsreich gestaltet und mit actionreichen Kämpfen kann die Serie ebenso punkten. In meinen Augen gibt es ein paar der besten Auseinandersetzungen sogar in der vorliegenden Volume zu sehen. Hierbei gefällt mir vor allem die Inszenierung, denn wenn sich die Charaktere mit den Titanen messen und dabei eigentlich unterlegen sind, fiebere ich in dieser hoffnungslosen Situation bis zum Schluss mit. Audiovisuell ist die Anime-Serie, die in der der dritten Volume der dritten Staffel einen neuen Höhepunkt erreicht, einfach eine Wucht! Beim Bonusmaterial wäre definitiv mehr möglich gewesen. Das kurze Interview mit Koizuka Masashi nehme ich zwar gerne an, fällt mir persönlich aber zu knapp aus. Deutlich besser gefällt mir das Booklet, da es den Inhalt der fünf Episoden in einem Guide gut zusammenfasst und zudem noch ein paar Informationen zu bestimmten Charakteren fallen lässt. Allerdings hoffe ich, dass bei der vierten Volume ein etwas umfangreicheres Booklet beiliegen wird, in dem es noch mehr Details über die Serie gibt. Attack on Titan will einfach aufgesaugt werden und so könnte die dritte Staffel doch wirklich gut zu einem mehr als nur zufriedenstellenden Ende kommen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan – Season 3 (Vol. 3)!

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