Review: Captain Tsubasa 2018 – Elementary School (Vol. 1)

Bereits im Jahr 1981 hat Manga-Zeichner Takahashi Yōichi sein Werk Captain Tsubasa gezeichnet. Auf dieser Basis entstanden bisher vier Anime-Serien. Die bisher letzte dieser vier Werke, Captain Tsubasa 2018 genannt, erschien ab Januar 2021 hierzulande bei Kazé Anime.

Inhaltlich deckt Captain Tsubasa 2018 die ersten 25 Bände der Manga-Reihe ab und ist somit keine vollständige Umsetzung der Vorlage. Die erste Volume, die mit dem Untertitel Elementary School auf Blu-ray Disc erschien, deckt die erste Hälfte der Grundschulzeit der titelgebenden Hauptfigur Ōzora Tsubasa ab. In der ersten Episode erlebt der Zuschauer, wie der zwölfjährige Tsubasa mit seiner liebevollen Mutter von Japans Hauptstadt Tōkyō ins fiktive Nankatsu in der Präfektur Shizuoka zieht. Seit er als Kleinkind dank eines Fußballs einen Unfall überlebt hat, ist er nicht mehr vom Leder wegzudenken. Bei der Erkundung von Nankatsu kommt er auch an seiner künftigen Grundschule vorbei, an der er in die sechste Klasse gehen wird. Dort streitet sich der aufgeweckte Ishizaki Ryō mit Wakabayashi Genzō um den Fußballplatz der Nankatsu-Grundschule. Wenn es Ryō und seinen Kameraden nicht gelingt, auch nur einen Treffer in den Torbereich zu lassen, während Genzō jeden Ball halten muss, sollen sie zukünftig auf den Platz verzichten. Genau so muss es natürlich kommen, doch dann lernt Ryō seinen neuen Freund Tsubasa kennen, der nicht so leicht aufgeben will. Mit einem gezielten Schuss seines Fußballs über eine erstaunliche Distanz gelingt es ihm, Genzō herauszufordern. Wie das Duell ausgeht, muss der Zuschauer aber natürlich selbst herausfinden.

Zeit für Fußball, Zeit für Freunde

Im Mittelpunkt der ersten Volume von Captain Tsubasa 2018 steht nicht nur der Sport. Es geht auch um Freundschaft, Zusammenhalt und das Stecken von Zielen im Leben. Letztere werden mit dem Fußball als Metapher auf den Bildschirm projiziert. Das wohl größte Ziel für Tsubasa, Ryō und Co dürfte der Wettkampf zwischen der Nankatsu-Grundschule und der Shūtetsu-Grundschule sein. Damit sie dafür gewappnet sind, müssen sie sich jedoch noch ein wenig verbessern. Für das Training erklärt sich Roberto Hongō bereit, ein brasilianischer Nationalspieler japanischer Abstammung. Als ihr Trainer gibt er ihnen nicht nur Tipps, wie sie besser mit dem Fußball auf dem Feld umgehen können. Er unterstützt sie auch dabei, sich nicht allzu sehr von einem größeren Publikum ablenken zu lassen. Auf diese Art und Weise bekommt der Zuschauer einen guten Vorgeschmack darauf, was ihn noch erwartet. All das wird selbstverständlich mit einer gesunden Prise an Dramatik angereichert. Charaktere wie Genzō treten selbstbewusst auf und legen entsprechend überwältigende Auftritte hin. Mit der Zeit kommen weitere Charaktere wie die Cheerleaderin Nakazawa Sanae hinzu, die ihren Schwarm Tsubasa anfeuert. Misaki Tarō teilt mit einem Umzug das Schicksal von Tsubasa und ist an seinem ersten Tag in Nankatsu ganz erstaunt, was an seiner Schule so passiert.

Genüsslicher Einstieg in die Serie

Optisch erinnern vor allem die Figuren mit ihrem Charakterdesign an die 1980er-Jahre, also dem Jahrzehnt, in dem das Franchise seinen Anfang nahm und auch „Nachahmer“ wie Die Kickers gefunden hat. Auch die Animationen der Fußballer sind flüssig und passen somit durchweg zum schnellen Geschehen. Allerdings heben sich die Charaktere vor allem auf dem Fußballfeld zu wenig von den Umgebungsgrafiken ab, wodurch diese recht steril wie eine laue Unterlage wirken. Nicht nur inhaltlich wurde die Handlung für die 2010er-Jahre modernisiert, auch beim Bildformat hat sich einiges geändert. Captain Tsubasa erstrahlt mit satten Farben im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. In akustischer Hinsicht trällern die die Spannung fördernde Melodien im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 aus den Lautsprechern. Ebenfalls gelungen sind die Synchronsprecher, denn sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Fassung verleihen sie ihren Charakteren so viel Leben, dass es niemals langweilig wird. Jede Szene der vierzehn enthaltenen Folgen macht Laune. Digitales Bonusmaterial gibt es leider nicht. Dafür liegt der ersten Volume nicht nur ein achtseitiges Booklet mit Episodenguide, sondern auch ein kleines Stickerheft inklusive der ersten acht Sticker bei. „Deutscher“ geht es wirklich nicht. Fußballfans dürfte es aber sicher freuen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Fußball ist und bleibt für mich eine der langweiligsten Sportarten der Welt. Dennoch kann ich nicht abstreiten, dass Videospiele wie Inazuma Eleven oder Anime-Serien wie Die Kickers eine ganz besondere Wirkung auf mich haben. Deshalb gebe ich auch Captain Tsubasa 2018 eine Chance. Der Einstieg ist zwar ein wenig holprig, doch schnell sind die wichtigen Rollen innerhalb der Handlung verteilt. Damit kann sich die Freundschaft zwischen den Charakteren frei entfalten und für das erste große Spiel in der neuen Konstellation mit dem hinzugezogenen Ōzora Tsubasa trainiert werden. Mir gefällt es, wie die Sportart mit Dramatik angereichert und somit zu einem ganz großen Spektakel mit der passenden Musikuntermalung dazu gemacht wird. Auch das hübsche Charakterdesign und die flüssigen Animationen passen zur flotten Erzählweise der Serie. Schade finde ich jedoch, dass es keine digitalen Boni gibt. Gerne hätte ich Hintergründe zur Umsetzung der neuen Anime-Serie basierend auf dem Original oder dem Manga erfahren. Dafür ist der Stickerbogen mitsamt des Stickerhefts eine nette und recht unverbrauchte Idee im Anime-Bereich. Deutsche Fußballfans kennen das Konzept und werden vielleicht auch deshalb gerne bei der gelungenen ersten Volume von Captain Tsubasa 2018 zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Captain Tsubasa 2018 – Elementary School (Vol. 1)!

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