Review: JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders (Vol. 1)

Bei der Anime-Serie JoJo’s Bizarre Adventure ist dem hiesigen Publisher Kazé Anime eine möglichst schnelle Veröffentlichung wichtig. Die zweite Staffel mit dem Untertitel „Stardust Crusaders“ erschien nur wenige Monate nach dem Finale der ersten Season der Serie.

JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders macht einen Sprung in die 1980er-Jahre und knüpft damit an das Finale der vorherigen Staffel an. 1983 wird vor der afrikanischen Küste von einer nicht näher beleuchteten Gruppe eine sargförmige Truhe aus dem Meer gehoben. Auf der Kiste, die seit mehr als einhundert Jahren auf dem Meeresgrund liegt, ist deutlich die Inschrift „Dio“ zu erkennen. Mit offenen Mündern macht die Serie eine Szene später einen weiteren Zeitsprung – genauer gesagt ins Jahr 1987. Im Mittelpunkt der Geschichte steht dieses Mal der Oberschüler Kūjō Jōtarō. Er ist Nachfahre der Protagonisten aus den ersten beiden Abschnitten der Erzählung. Soll heißen, er ist der Enkel von Joseph Joestar, bei dem es sich wiederum um den Enkel von Jonathan Joestar handelt, der sich mit seinem Gegner Dio Brando vor über einhundert Jahren bis aufs Messer bekämpft hat. Jōtarō sitzt in Japans Hauptstadt Tōkyō wegen einer Massenschlägerei mit einer ganzen Bande im Gefängnis. Da er angeblich von einem bösen Geist beherrscht wird, will er seine Zelle nicht verlassen. Sein Großvater Joseph kommt zu Besuch und erklärt ihm und seiner überaus besorgten Mutter Holly, dass es sich dabei nicht um einen bösen Geist, sondern um seine Superkraft, Stand genannt, handelt. Damit wäre die Ausgangslage von Stardust Crusaders schon mal geklärt.

Auferstehung eines Vampirs

Jōtarō ist allerdings nicht ganz von der Geschichte seines Großvaters überzeugt und muss zusätzlich vom ominösen Stand Master Avdol Mohammed überzeugt werden, den Joseph zufälligerweise – wie das in der Anime-Serie JoJo’s Bizarre Adventure nun mal der Fall ist – im Schlepptau hat. Zurück in Freiheit leben Joseph und Avdol zunächst im Haus von Holly und Jōtarō. Nach ein paar Tagen kann sich Holly jedoch nicht mehr rühren und muss das Bett beziehungsweise den Futon hüten. Sie finden heraus, dass das Erscheinen einer sehr seltenen und nur am Nil auftretenden Fliege mit Hollys Zusammenbruch in Zusammenhang steht. Da Joseph Kenntnis darüber hat, dass Dio seinen Sarg verlassen hat und offenbar an den Körper seines Großvaters gekoppelt ist, kann er eins und eins zusammenzählen. Da auch seine Kräfte und die seines Enkels Jōtarō an den Körper von Jonathan gebunden sind, beschließen sie, nach Ägypten zu fliegen, Dio aufzusuchen und ein für alle Male ins Jenseits zu schicken. Bis der Fluch sich ausgebreitet hat und Holly vermutlich ihr Leben lassen wird, verbleiben noch fünfzig Tage. Einmal mehr gibt es in JoJo’s Bizarre Adventure ein Zeitlimit, wodurch die Spannung der Anime-Serie aufgebaut wird. Hinzu kommen viele Ereignisse, die aufeinanderfolgen und für deutlich mehr Abwechslung sorgen als noch in den letzten Folgen.

Die Reise nach Westen

Eigentlich klingen fünfzig Tage nach einer langen Zeitspanne. Da jedoch das Flugzeug von der Heldengruppe schon vor der britischen Kronkolonie Hongkong notlanden muss und die Charaktere fortan den Seeweg einschlagen, spitzt sich die Lage als Wettlauf gegen die Zeit immer weiter zu. Durch die verschiedenen Erlebnisse und vielen weiteren Figuren, die sich der Gruppe anschließen, fühlt sich die Geschichte wie der chinesische klassische Roman „Die Reise nach Westen“ an, auf dem auch andere Anime-Serien wie Dragon Ball basieren. So bleibt es immer spannend, wohin die Reise als nächstes geht und welcher Gegner den Helden über den Weg läuft. Auch die neuen Charaktere wissen zu überzeugen. Jōtarō tritt beispielsweise sehr dominant auf und verbietet sowohl seiner Mutter als auch diversen Mitschülerinnen den Mund. Dabei hat er auch kein Problem, Kraftausdrücke zu verwenden. Erwachsen fällt also auch der Humor aus. In optischer Hinsicht steht Stardust Crusaders klar in Tradition zur ersten Staffel, wirkt aber deutlich reifer was Charaktermodelle und auch Animationen angeht. Akustisch gibt es packende Musikstücke auf die Ohren, die vor allem die kurzen, aber nicht weniger hitzigen Gefechte unterlegen. Sowohl die japanische als auch die deutsche Synchronisation wissen zu gefallen. Als Boni gibt es wie gewöhnlich das Clean Opening und das Clean Ending. Physisch liegen zudem ein Poster und eine Artcard bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mir die zweite Hälfte der ersten Staffel von JoJo’s Bizarre Adventure nicht mehr ganz so gut wie das Seriendebüt gefallen hat, kann die zweite Season mit dem Untertitel Stardust Crusaders wieder daran anknüpfen. Das liegt nicht nur an der Wiedereinführung von Dio Brando als Gegenspieler, sondern deutlich mehr an der Struktur der Handlung. Auf der Reise in den Westen beziehungsweise nach Ägypten gibt es schon in der ersten Volume von Stardust Crusaders unterschiedliche Orte zu bestaunen, neue Freunde zu gewinnen und Feinde zu besiegen, sodass die gebotene Abwechslung beim Anschauen unglaublich viel Spaß macht. Zudem fallen das Charakterdesign und auch die Animationen deutlich kräftiger aus als noch zuvor. Die musikalische Untermalung spielt dem Geschehen ebenfalls wunderbar in die Karten. Wer nach der zweiten Hälfte der ersten Staffel wie meine Wenigkeit etwas enttäuscht war, sollte der Anime-Serie unbedingt eine zweite Chance geben. So gut wie in der ersten Volume von Stardust Crusaders war die Serie seit ihrem Auftakt nicht mehr. In dieser Form darf es so gerne weitergehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders (Vol. 1)!

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